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Kaufering

06.10.2017

Eine Kirche mit einigen „Problemzonen“

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Die Kirche St. Johannes Baptist in Kaufering wird renoviert – einige Bürger konnten sich die Baustelle und die Schäden nun aus nächster Nähe und in einiger Höhe anschauen. Pfarrer Helmut Friedl und Architekt Dr. Klaus Pilz erklärten bei der Besichtigung, wo die Probleme liegen.

Die Kirche St. Johannes Baptist in Kaufering wird renoviert. Bei einer Führung über die Baustelle haben Bürger die Möglichkeit, die Schäden selbst zu begutachten. Das Dach der Kirche ist das gravierendste Problem.

Kommt man nach Alt-Kaufering, sticht einem als Erstes die Kirche St. Johannes Baptist auf dem Hügel ins Auge. Zurzeit fällt aber vor allem auf, dass die Kirche eingerüstet ist. Renovierungsarbeiten stehen an. Das Landsberger Tagblatt war vor Ort, wollte wissen, wie die Arbeiten vorangehen und ob alles nach Plan läuft – und nahm gleich an einer Besichtigung teil, die an diesem Tag allen Interessierten angeboten wurde.

„Die Kirche St. Johannes Baptist ist für viele ein Wahrzeichen von Kaufering“, erzählt Kirchenpflegerin Charlotte Kandziora. Das Interesse an der Kirche und auch an der Renovierung sei bei den Kauferingern auf jeden Fall da. Interessierte Bürger haben bei der Führung die Gelegenheit, die Schäden selbst unter die Lupe zu nehmen. Pfarrer Helmut Friedl freut sich: „Es sind wirklich viele Leute gekommen, um sich die Arbeiten anzusehen.“

Es geht hoch hinaus

Bei der Besichtigung geht es dann gleich hoch hinaus, am Gerüst nach oben zum Kirchendach. Das ist nichts für Menschen mit Höhenangst, manch einer bleibt lieber unten. Oben angekommen, kann man direkt einen Blick auf die „Problemzonen“ des Gotteshauses werfen. Ein Highlight der Führung ist vor allem der Ausblick, den man auf dem Gerüst in etwa zehn Metern Höhe genießen kann. Laut Friedl könne man ganz oben vom Turm sogar fast bis nach Augsburg sehen. Aber auch so ist der Blick über das Lechfeld spektakulär. Schwindelfrei sollte man sein, denn stellenweise wackelt das Gerüst etwas. Der zuständige Architekt Dr. Klaus Pilz zeigt und erläutert die Schäden.

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Vor allem der Dachstuhl ist stark in Mitleidenschaft gezogen. Manche der tragenden Balken seien stellenweise fast völlig von Holzschädlingen zerfressen und kaum noch vorhanden. Die Statik des Daches könne so langfristig ohne die Renovierung nicht gewährleistet werden. Pilz war selbst vom Zustand des Daches überrascht, wie er erzählt: „Auf der Nordseite konnten wir die Schäden erst nicht direkt einsehen. Als die Arbeiten begannen, wurde uns erst das ganze Ausmaß bewusst, die Schäden waren doch größer als erwartet.“ Die letzten Renovierungsarbeiten fanden in den 1970er-Jahren statt. Seit damals hat der Zahn der Zeit sehr stark an der Kirche genagt.

Die Dachbalken sind das gravierendste Problem

Die Dachbalken sind zwar die offensichtlichste und wahrscheinlich gravierendste Problemzone der Kirche, aber es gibt auch noch weitere renovierungsbedürftige Stellen. Wie dem Pfarrbrief von St. Johannes Baptist zu entnehmen ist, gibt es Feuchtigkeitsschäden im Turm und im Kirchenschiff. Die Wärmedämmung müsse an gesetzliche Normen angepasst werden, außerdem stehe eine Außeninstandsetzung des Kirchengebäudes an. Einen Termin, wann alle Arbeiten abgeschlossen sein sollen, gibt es noch nicht.

„Bei solch einer Renovierung kann es immer sein, dass etwas Unvorhergesehenes passiert und die Arbeiten länger dauern. Bis jetzt läuft es aber planmäßig“, meint Planer Pilz. Bald sollen auch die Arbeiten am Turm in Angriff genommen werden, dann wird die ganze Kirche eingerüstet sein. „Wenn es soweit ist, will ich mit den Ministranten dann mal ganz nach oben gehen. Für die ist das bestimmt ein tolles Erlebnis, da man die Kirche sonst nie so sieht“, berichtet Pfarrer Friedl.

Die Finanzierung ist ein großes Thema

Bei Projekten dieser Art ist auch die Finanzierung ein großes Thema. Wie berichtet, rechnet die bischöfliche Finanzkammer Augsburg mit Gesamtkosten für die Renovierung in Höhe von 800 000 Euro. Die Diözese übernimmt 70 Prozent der Kosten. Der Rest teilt sich auf die Gemeinde Kaufering, den Bezirk Oberbayern, das Landesamt für Denkmalpflege und verschiedene Stiftungen auf.

Der Anteil der Gemeinde Kaufering, der bei 90000 Euro liegt, war Thema einer hitzigen Gemeinderatssitzung im März (LT berichtete). Es stand zur Debatte, in welcher Höhe sich die Gemeinde am Projekt beteiligen will. Die Gemeinderäte einigten sich auf die von der Kirchenstiftung geforderte Summe. Trotz allem bleibt ein Eigenanteil für die Kirchengemeinde selbst. Pfarrer Friedl bat im Pfarrbrief die Bürger um Hilfe. „Wir sehen, dass die Menschen Anteil und Interesse zeigen, ich bin zuversichtlich, dass die Spendenaktion ein Erfolg wird.“

Laut Kirchenpflegerin Charlotte Kandziora sei es vor allem das Ziel der Renovierung, die Kirche auch für die nächsten Generationen zu erhalten. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Gottesdienste in der Leonhardikapelle gefeiert.

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