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Stadttheater

04.08.2020

Eine Komödie im italienischen Stil

Die Moreth-Company zeigte im kleinen Amphitheater des Landsberger Stadttheaters Macchiavellis „Mandragola“.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Moreth-Company zeigt die Turbulenzen in Venedig mit Witz und Musik

Laue Sommerabende und heiter-beschwingtes Theater in der Tradition der italienischen Gaukler von Venedig – was könnte besser zusammenpassen? Das Landsberger Stadttheater trotzt der Corona-Krise mit seinem Sommertheater-Programm. Wer hätte das gedacht, dass das kleine Amphitheater hinter dem Gebäude einmal die einzige Möglichkeit sein würde, überhaupt noch zu spielen? Für besagte Sommerabende ist es ein idealer Ort.

Eine kleine Pavillon-Bar, romantisch beleuchtet, versorgt die Theaterbesucher mit Getränken. Auch wenn ein leichter Regen die Premiere der Komödie „Mandragola“ von Niccolò Machiavelli, neu gefasst von Herbert Rosendorfer und aufgeführt von der heimischen Moreth-Company, zu stören drohte. Doch Truppe wie Publikum waren fest entschlossen, sich den Theaterabend nicht nehmen zu lassen, und ihr Durchhaltevermögen wurde sowohl in Hinsicht auf das Wetter als auch auf die Aufführung belohnt.

Die schwungvolle, frische und amüsante Interpretation der Renaissance-Komödie durch die Moreth-Truppe überzeugt sofort und auf ganzer Linie. Locker, leicht, augenzwinkernd überzogene Charaktere, all das mit witzigen aktuellen Anspielungen und überhaupt nicht verstaubt, so präsentiert sich die Komödie – wunderbar aufgelockert und ergänzt durch unterschiedlichste Musikstücke und Songs. Das macht einfach Spaß.

Eine Komödie im italienischen Stil

Die musikalische Gestaltung und Leitung durch Karsten Gnettner ist peppig und erfrischend, und man ist beeindruckt, wie talentiert die Schauspieler auch musikalisch sind, denn sie spielen nicht nur Theater, sondern auch die gesamte Musik: Von „Wenn ich einmal reich wär“ aus dem Musical Anatevka über „Perhaps, perhaps, perhaps“, das Doris Day 1954 interpretierte, bis zu „The Power of Love“ von Frankie goes to Hollywood.

Michaela Weingartner beweist komisches Talent als erotisch unterversorgte junge Ehefrau Donna Vanessa ebenso wie als Trompeterin oder Sängerin. Hannah Moreth als ihre souveräne Zofe Francesca bringt ihr Geigenspiel und ihre ebenfalls schöne Gesangsstimme mit ein. Karsten Gnettner spielt Bass und Keyboards, und auch mal den Wirt oder Diener, Konstantin Moreth gibt den Don Federigo und spielt die Gitarre.

Die Handlung des Stücks ist schlicht und vorhersehbar, wie bei Stücken im Stil der Commedia dell’Arte üblich, der Schwerpunkt liegt auf den Charakteren, und die Truppe interpretiert die klassischen Typen so, dass es Spaß macht. Herausragend sind dabei die beiden Gegenpole, der alte Pantalone, wunderbar schrullig und mit altertümlichem Dialekt dargestellt von Sebastian Gerasch, und Michaela Weingartner als junge Donna Vanessa, schön aufgesetzt geziert und affektiert. Doch der Jubel und Applaus der rund 50 Zuschauer, die nun einmal nur im Amphitheater Platz haben, galt der gesamten Truppe, der bunten, unterhaltsamen Inszenierung und war nicht zuletzt Ausdruck der Solidarität des Publikums: Das Theater lebt und muss weitergehen, egal unter welchen Umständen.

weiterer Aufführungen sind: 6., 7., 8., 9., 11. und 12. August, jeweils um 20.30 Uhr.

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