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Landsberg

03.07.2016

Eine Straße wird zum Strand

Ein Tag am Meer – oder in der Alten Bergstraße. Egal, beides ist entspannend, anregend und sehr bunt. Die Dekorationen der Einzelhändlerinnen begeistern jedes Jahr.
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Ein Tag am Meer – oder in der Alten Bergstraße. Egal, beides ist entspannend, anregend und sehr bunt. Die Dekorationen der Einzelhändlerinnen begeistern jedes Jahr.
Bild: Thorsten Jordan

Das Bergstraßenfest:  Ein Dreiklang aus Sommer, Sonne und Badefreuden zauberte ein Urlaubsparadies in die Altstadt

Was ist denn da los? Wer am Freitag in der Altstadt war, wurde sofort auf das bunte Treiben aufmerksam. Die Straße war voll mit Menschen, die fröhlich redeten, diskutierten, eine Modenschau bewunderten und einen Blick in die ganz besonderen Geschäfte warfen. Das Motto des Abends „Strandbad Alte Bergstraße“.

Auf dem Boden überall riesige Strandlaken oder Kissen, denn schließlich luden die Badenixen (also die aktiven Einzelhändler – meist Frauen) in der Alten Bergstraße zum Badetag ein. Und sie hatten auch wettermäßig Glück, wie so oft. Viele Landsberger folgten dem Ruf und sahen unglaublich kreative Bade-, Strand- und Urlaubsmode für die Kleinen und Großen, und die Bergstraße sah an diesem Abend aus wie eine kleine Stadt mitten in Italien.

Und man sah Dinge, die man unbedingt haben will und vieles, was man nicht wirklich braucht, aber wunderbar zum Anschauen ist. Die prall gefüllten, leuchtend bunten Schwimmreifen in allen nur erdenklichen Größen, fürs Kleinkind bis zum wohlbeleibten älteren Semester. Ungetüme von Flossen, Taucherbrillen mit langen Schnorcheln, immer noch das unförmige schwarze Gummimodell aus Urzeiten, das schon zu Kindertagen nicht funktioniert hat. Strandkörbe, Liegestühle und Badematten mitten auf der Straße dienten zum Ausruhen nach dem Shoppen, verstreut lagen Kescher, feine Netze an langen Bambusstangen, als Deko.

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Nicht nur die Models der Modenschauen hatten sich an diesem Tag in Schale geworfen, auch die Besucherinnen und Besucher waren sommerlich leicht gekleidet und manche auffallend stilsicher in ihrer maritimen, weiß-blau dominierten Garderobe.

Und über allem lag ein Gewirr aus Stimmen und Musik und der verführerische Duft kulinarischer Köstlichkeiten – kurz: Strandleben und ein perfekt ausklingender Tag. Ruth Hecking hat hier ein Geschäft für Haute Couture und Brautmoden.

„Ich wollte diesmal zeigen, dass ich auch Sachen für den täglichen Gebrauch machen kann. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht.“ Sie freut sich, dass das Organisationsteam in der Alten Bergstraße, dem sie auch angehört, seit vielen Jahren so erfolgreich dieses Fest veranstalten kann.

„Wir Frauen machen das gemeinsam, jede hat eine andere Aufgabe, von der Organisation übers Essen bis hin zur Musik, und es ist wundervoll, dass die Landsberger, das so gut annehmen.“ Vier neue Geschäftsinhaber gibt es in der Bergstraße, darunter ist ein Café mit Hotel, und das frühere Wirtshaus Kolbe wird auch bald wiedereröffnet. „Das belebt die Straße sicher, denn manchmal haben wir schon resigniert, da das Café Zirnheld seit Jahren geschlossen ist. Das finden alle schade“, so Hecking.

Das Bergstraßenfest sei inzwischen ein Selbstläufer. „Es funktioniert.“ Dass in diesem Jahr der Zulauf so gewaltig war, habe sie aber auch überrascht und sehr erfreut. „Wir hatten natürlich großes Glück mit dem Wetter. Ich bin noch ganz erfüllt von dieser großen Resonanz“, sagte Hecking. Viele mediterrane Länder waren an diesem Abend kulinarisch vertreten. Feine Oliven und daraus gefertigte Öle verwiesen auf Griechenland, die leckeren Crêpes dagegen auf Frankreich, Pizza und Eis aus Italien – immer sehr beliebt, wie die langen Schlangen vor den Ständen zeigten. Vereinzelt mischten aber auch noch andere Länder mit.

Hecking erklärte auch, warum die vielen hübsch gekleideten Mädchen alle ein kleines Schild auf dem Rücken hatten. Stammen die Waren direkt aus den Läden? Nein, natürlich nicht. Die jungen Damen liefen nicht nur auf dem Laufsteg für Designerin Ruth Hecking, sondern zeigten ihre Strandkleidung gleich in der ganzen Bergstraße. Und so wusste man gleich, wo man diese besondere Kleidung finden konnte und was sie so kostet, die ausgefallene Bekleidung.

Auch musikalisch war viel geboten

Auch musikalisch war einiges im Angebot. „The Folesome“ etwa hatten sich vor dem „La Vie“ aufgebaut, auf dem Spitalplatz rockte als „Mainact“ die Coverband „blues&more“.

Der Kaiserschmarrn wurde vom früheren ‘s Ludwig-Wirt Walter Harb zubereitet, der dieser Tage sein „Wirtshaus am Spitalplatz“ eröffnen wird, die Oliven aus dem eigenen Familienbetrieb gab’s im pünktlich zum Bergstraßenfest eröffneten Laden von Marta Roth.

In fast unmittelbarer Nachbarschaft die zwei anderen Neuen in der Interessengemeinschaft Alte Bergstraße: Jutta Nestler mit ihrer hochwertigen Designermode im ehemaligen „Kunst und Wohnen“ und ein Stück unterhalb das „Chapeau“, Diana Stoewers vielversprechendes Umbauprojekt der ehemaligen Hutmacherei Ehelechner. Es wird nach denkmalpflegerischen Vorgaben zum „ etagenweise fertiggestellt und ab August teilweise eröffnet. Hier machten viele Besucher einen kleinen Halt, denn die Räume haben ein ganz besonderes Flair und zeigten, wie viel Potenzial in diesen alten Häusern in der Bergstraße steckt. Eine schöne Neuentwicklung.

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