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06.07.2010

Eine Tat, viele Versionen: Im Zweifel für Angeklagte

Landsberg Es waren viele unterschiedliche Versionen eines Tathergangs, die gestern in einer Verhandlung am Landsberger Amtsgericht von den beiden Angeklagten, der Geschädigten und den Zeugen erzählt wurden. Sie widersprachen sich teilweise massiv. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Pärchen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, nachdem es im Juni 2009 in einer Diskothek in Kaufering zum Streit gekommen war. Die Zweifel an der Schuld der Angeklagten waren für Richterin Beate Kreller zu groß. Sie sprach die 22-Jährige und ihren 23-jährigen Partner frei. Staatsanwältin Stefanie Mader hatte hohe Bewährungsstrafen gefordert.

Die Angeklagte hatte einige Wochen vor dem Vorfall ihr Verhältnis mit der 22-jährigen Geschädigten beendet. Mit ihrem neuen Partner besuchte sie die Diskothek in Kaufering. Dort war auch ihre frühere Freundin zu Gast. Was sich danach ereignete, lässt sich grob in zwei Versionen zusammenfassen:

Die beiden Beschuldigten sagten aus, die 22-Jährige aus Schwabmünchen sei eifersüchtig gewesen. "Sie wollte uns das Leben zur Hölle machen", sagte die Angeklagte. In der Diskothek seien sie von ihr beschimpft worden. Völlig unvermittelt habe sie den 23-Jährigen aus Kaufering mit der Faust geschlagen. Er und seine Freundin hätten sich daraufhin zur Wehr gesetzt. Nach einem Tumult beorderten Türsteher die Streitenden nach draußen.

Dort sei es erneut zu einem Streit gekommen. Man habe sich geschubst und beschimpft, zudem soll die Geschädigte erneut zugeschlagen haben. "Wir können uns nicht erklären, wie sie zu ihren Verletzungen gekommen ist", sagten die beiden Angeklagten. Ein Attest, das am Tag danach ausgestellt wurde, führte Schürfwunden, Prellungen und eine Gehirnerschütterung auf.

Eine Tat, viele Versionen: Im Zweifel für Angeklagte

Die Geschädigte erzählte eine andere Geschichte. Sie gab zu, die beiden Angeklagten in der Diskothek beleidigt zu haben. Daraufhin habe sie der 23-Jährige mit der Faust geschlagen, ihre ehemalige Freundin soll sie festgehalten und mit einem Bierkrug (0,5 Liter) gegen die Schläfe geschlagen haben. Vor dem Gebäude habe sie der Angeklagte mit dem Knie gegen den Kopf getreten. Danach verlor sie das Bewusstsein. Als sie wieder erwachte, habe sie geblutet und sei sehr verwirrt gewesen. Eine Zeugin sagte aus, die Angeklagten hätten die am Boden Liegende getreten.

Ein oder zwei Krüge?

Die Aussagen der Zeugen widersprachen sich mitunter deutlich. Einer wollte zwei Krüge in der Hand der Angeklagten gesehen haben, eine andere gar keinen. Eine Freundin der Geschädigten konnte sich nicht an die Verletzungen erinnern. Der Arzt stellte auch keine Verletzungen durch Fußtritte fest.

Unglaubwürdig machte sich die Soldatin nach Ansicht von Verteidiger Karl Mayer durch eine falsche Aussage. Sie hatte behauptet, den neuen Freund ihrer ehemaligen Partnerin nicht gekannt zu haben. Gegenüber Zeugen hatte sie vor dem Streit aber über ihn gesprochen. Verwundert zeigte sich Mayer zudem, dass die Geschädigte nach dem Vorfall zum Essen gefahren ist.

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