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Landsberg

18.05.2018

Eine Taube fürs Heilig-Geist-Spital

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Das neue Seniorenzentrum im Heilig-Geist-Spital in Landsberg ist am Freitag eingeweiht worden.
Bild: Stephanie Millonig

Die neue Senioreneinrichtung der Caritas ist offiziell eröffnet. Einige Senioren leben bereits im Jesuitengarten in Landsberg. Es ist noch Platz.

Im Neuen Testament wird der Heilige Geist, der an Pfingsten auf die Jünger herabkam, als Gottes wirksame Kraft beschrieben. Am neuen Caritas-Seniorenzenturm Heilig-Geist-Spital ist am heutigen Freitag zur offiziellen Eröffnung ein Relief enthüllt worden, das den Heiligen Geist symbolisiert: eine Taube. Welche positiven Kräfte beim Entstehen der neuen Einrichtung zusammengewirkt haben, war aus den Festreden zu erfahren.

Die Senioren lernen neue Leute kennen

Eine Sprache sprechen auch die Bewohner Hermine Welzmüller aus Landsberg und Georg Schäffler, der früher in Pürgen daheim war. Die beiden Senioren haben auf zwei sonnigen Plätzen vor dem dreiteiligen Gebäude Platz genommen. „Wir kennen uns schon seit 70 Jahren“, erzählt der 74-Jährige, „ich hab immer in Landsberg eingekauft.“ Sie sind im Oktober in das Gebäude im ehemaligen Jesuitengarten nördlich des ehemaligen Spitals gezogen, vorher waren sie in St. Martin in der Altstadt untergebracht. Ein wenig trauern sie der familiären Situation in der kleinen Station dort nach: „Wir waren nur 15 Personen, das war unser Paradies.“ Die 72-Jährige findet es aber auch reizvoll, neue Leute kennenzulernen. „Neulich waren wir in der Wohngruppe im dritten Stock, dort haben zwei Damen Musik gemacht“, erzählt sie.

Ein zweistelliger Millionenbetrag wurde investiert

59 Personen zogen im Oktober von St. Martin sowie dem bisherigen benachbarten Heilig-Geist-Spital in das neue Haus um. Mittlerweile leben dort 78 Bewohner, wie Bereichsleiterin Pflege, Michaela Weber, sagt. Insgesamt gebe es 117 Plätze, einschließlich der fünf Plätze für Kurzzeitpflege. „Die Nachfrage ist da“, sagt Weber, „viele Menschen wollen hier einziehen.“ Diese Entwicklung wird jedoch behutsam angegangen, denn es braucht auch eine entsprechende Zahl an Mitarbeitern. Michaela Weber verweist darauf, dass die Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH (CAB) 15 Einrichtungen betreibe und damit flexibel reagieren könne.

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Oberbürgermeister Mathias Neuner rekapitulierte den geschichtlichen Hergang, der zur Übergabe des einst städtischen Heilig-Geist-Spitals an einen neuen Träger führte. „Das Pflegeheim war sehr in Jahre gekommen, hatte aber einen sehr guten Ruf“, erinnerte er sich. Die Stadt hatte ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren eingeleitet, das schlussendlich in einen Erbpachtvertrag für die 6000 Quadratmeter mündete. Bauherr war der Caritasverband für die Diözese Augsburg. „Der Heilige Geist geht symbolisch an Sie über“, leitete der Oberbürgermeister zu seinem „Mitbringsel“ über, das bereits an der Eingangsfront hängt. Die Taube sei vermutlich schon an dem Heilig-Geist-Spital am Spitalplatz angebracht gewesen, das 1874 abbrannte. Seit 1877 hing es am bisherigen Spitalgut.

Die Unterschriften der ersten Bewohner werden konserviert

Die Geschäftsführerin der CAB, Brigitta Hofmann, dankte allen Beteiligten für die Begleitung des Projekts und Finanzierung des Hauses mit einer Investitionssumme in Höhe von 13,3 Millionen Euro. Dass eine derartige Einrichtung in ein Netzwerk vor Ort eingebunden sein müsse, betonte Diözesan-Caritas-Direktor Andreas Magg. Ihn freut, dass der Hausgeistliche, Pater Patrick Leopold, mit eingezogen ist. Für Magg ist die Feier auch eine Begegnung mit dem Ruhestandsgeistlichem Pfarrer Martin Bucher, dessen Praktikant in Dettenschwang er als Student einst war.

Generalvikar Monsignore Harald Heinrich zelebrierte den Gottesdienst und segnete die neuen Räumlichkeiten. Im Eingangsbereich wurde eine Kassette mit vielen Utensilien aus der Bauzeit, einschließlich eines Blattes mit den Unterschriften der Bewohner hinter einer Gedenktafel eingemauert.

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