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Utting

09.04.2019

Eine Zugbrücke für den Uttinger Sprungturm?

Pünktlich zu Beginn der Badesaison will die Gemeinde Utting ihren Sprungturm auch gegen das unbefugte Nutzen außerhalb der Betriebszeiten sichern.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Hat das Strandbad in Utting geschlossen, darf nicht gesprungen werden. Eine ungewöhnliche Konstruktion wird verworfen. Welche Lösung jetzt zum Zug kommt

Der Sprungturm im Uttinger Strandbad wird auch künftig nicht durch eine Zugbrücke gegen unbefugtes Betreten gesichert. Ein entsprechender Vorschlag war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung, wurde aber unter anderem wegen des zu hohen technischen Aufwandes nicht weiterverfolgt. Aus Sicherheitsgründen wird vielmehr eine bereits besprochene abschließbare Tür am Aufgang zum Turm angebracht sowie eine Lattung an der Innenseite der Treppe, die ein unberechtigtes Umgehen der Zutrittstüre verhindern soll.

Ein juristisches Gutachten

Wie kann der 2001 errichtete Sprungturm während der Badesaison, aber außerhalb der beaufsichtigten Betriebszeiten so gesichert werden, dass unbefugtes Betreten nicht möglich und die Gemeinde zugleich vor Regressansprüchen bei Unfällen geschützt ist? Diese Frage wurde erneut im Gemeinderat diskutiert, denn aus dem juristischen Gutachten, das die Gemeinde 2018 in Auftrag gegeben hatte, geht hervor, dass Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter bei Unfällen haftbar gemacht werden können. Verwaltungsintern hatte man sich im Vorfeld der Sitzung bereits Gedanken über eine bauliche Lösung gemacht. Die soll nun zügig umgesetzt werden, um den Saisonbeginn am 8. Mai nicht zu gefährden.

Mehr zur Vorgeschichte: Wann in Zukunft vom Uttinger Sprungturm gehüpft werden darf

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Aus Sicherheits- und Haftungsgründen wird also der Zugang zum Sprungturm mittels einer Tür gesichert, beschloss der Gemeinderat mehrheitlich (12:3). Außerhalb der Badesaison seien die Absprungbereiche gesperrt, der Turm könne aber als Aussichtsturm bestiegen werden, sagt Bürgermeister Josef Lutzenberger. Er erklärte, Bürgermeister und Verwaltungsleiter seien haftbar, wenn sie nicht nachweisen können, „alles mögliche“ zum Schutz vor Unfällen bei beispielsweise nächtlichem Betreten getan zu haben. Damit ist auch die in einer Sitzung im November geäußerte Befürchtung vom Tisch, der Gemeinderat könne haftbar gemacht werden (LT berichtete).

Bürgermeister zeigt Skizze

Der Rathauschef stellte eine Skizze vor, die Bauamtsmitarbeiter Florian Hoffmann nach einer Ortsbegehung angefertigt hatte. Diese sieht vor, südseitig auf die bestehenden Geländerpfosten sowie vor das südliche Geländer des ersten Aufgangs Latten aufzuschrauben. So soll das seitliche Überklettern des mit einer Holztür gesicherten Aufgangs verhindert werden. Ist eine Schwimmaufsicht anwesend, wird die Sicherungstür zum See hin aufgeklappt.

Gemeinderat Florian Hansch brachte als elegantere Lösung die Idee einer „Zugbrücke“ ins Spiel – eine unter der ersten Treppe angebrachte Rampe mit Hebevorrichtung. Als Beispiel führte er einen Aussichtsturm im österreichischen Pertisau an. Rolf Stief machte aber auf den hohen Aufwand einer solchen Konstruktion aufmerksam sowie auf die nötigen Gutachten und TÜV-Prüfungen. „Das ist 2019 nicht mehr zu verwirklichen“, sagte er. Patrick Schneider war dafür, zu beiden Varianten eine Fachmeinung einzuholen und Zeichnungen anfertigen zu lassen. „Das müsste uns das Strandbad wert sein“, forderte er, „dass wir uns vorher anschauen können, was es werden soll“.

Da die nächste Gemeinderatssitzung jedoch für den 2. Mai angesetzt, Badebeginn allerdings schon am 8. Mai geplant ist, reiche die Zeit dafür nicht aus, machte der Bürgermeister deutlich. Natürlich sei die Türe „greislich“, aber nichts zu tun, sei keine Alternative. Matthias Hornsteiner stimmte dem zu: „Wir müssen es so machen oder wir lassen den Badebetrieb erst zu, wenn eine solche Zugbrücke da wäre.“

Angst vor inoffiziellem Wettbewerb

Wenn die angesprochenen Maßnahmen nicht durchgeführt würden, könne es für unbefugte Nutzer geradezu einladend wirken, sagte Bürgermeister Lutzenberger, und erinnerte an inoffizielle Wettbewerbe zur „Erstbespringung“ des Sprungturms. Florian Hansch meinte abschließend, „die hässliche Tür“ müsse ja nicht die letzte Maßnahme gewesen sein.

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