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Fuchstal

28.07.2018

Eine eigene Zeitung für Andreas Hoehne

Rektorin Eva-Maria und Andreas Hoehne.
Bild: Thomas Metschl

Der Lehrer geht nach 40 Jahren an der Mittelschule Fuchstal in den Ruhestand. Als Dank gibt es für den langjährigen LT-Mitarbeiter die „Fuchstaler Allgemeine“.

Das Jahr 1977. Helmut Schmidt ist Bundeskanzler, die Kernenergie ein heißes Thema und „Szene“ das Wort des Jahres. Und Andreas Hoehne kommt als junger Lehrer mit langen Haaren nach Fuchstal, wo er schon bald an der Volksschule unterrichten soll. Über 40 Jahre ist das her. Weder die Schule – heute heißt sie Johann-Baptist-Baader-Mittelschule – noch das Fuchstal ließen Hoehne wieder los. Jetzt verabschiedete ihn „seine“ Schule in den Ruhestand. Mit einem Geschenk, das passender nicht sein könnte.

Vor 41 Jahren hat es ihn an den Lechrain verschlagen

Nach dem Studium in München hat es Hoehne vor 41 Jahren an den Lechrain „verschlagen“. Er unterrichtete zunächst, als 23-Jähriger, eine Klasse in Ellighofen, das damals schulisch zu Fuchstal gehörte. Und er wohnte in einem möblierten Zimmer bei der Pfarrhaushälterin in Leeder, wie er sich schmunzelnd erinnert. Das Ländliche sei für den Stadtmenschen ein „Kulturschock“ gewesen. Aber eines Tages hatte er sich so gut eingelebt, dass er sich „gar nicht mehr vorstellen konnte, das Fuchstal zu verlassen“.

Vor Ort kennen den 64-Jährigen alle – auch als langjährigen Vorsitzenden der JM Fuchstal und als Kämpfer für die offene Jugendarbeit. „Ich wollte immer den Kindern über den Schulalltag hinaus eine sinnvolle Beschäftigung ermöglichen.“ 1998 hat Hoehne für seine ehrenamtliche Jugendarbeit auf Empfehlung des Kreisjugendrings das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten erhalten.

Eine eigene Zeitung für Andreas Hoehne

Seit 31 Jahren Mitarbeiter des Landsberger Tagblatts

Zudem kennt jeder Andreas Hoehne als Mitarbeiter des Landsberger Tagblatts, für das der 64-Jährige seit 31 Jahren schreibt – er ist das Gesicht unserer Zeitung in Fuchstal. Und natürlich dokumentierte er alles in Wort und Bild, was im Schulleben passierte.

Denn die Mittelschule in Fuchstal bestimmte sein Leben. Andreas Hoehne blieb in all der Zeit an seiner Wirkungsstätte – 40 Jahre am Stück, was bei Lehrern eine Seltenheit ist. An der Schule unterrichtete er unter anderem Deutsch, Mathe, Geschichte, Physik, Wirtschaft und Biologie, arbeitete in der Schulleitung mit, brachte sich mit immer neuen Ideen ein und war 16 Jahre lang im Personalrat tätig. „Hier haben wir die Gesundheitsvorsorge für Lehrer erreichen können, was mich sehr freut“, sagt Hoehne. So könne er nun beruhigt in den Ruhestand gehen – „es ist der richtige Zeitpunkt“.

Die Schüler haben sich nicht verändert

Und wie haben sich die Schüler in den Jahren verändert? „Gar nicht“, sagt der dreifache Vater, der seit 1982 mit seiner Frau Ursula – sie ist ebenfalls seit vielen Jahren Lehrerin an der Mittelschule Fuchstal – verheiratet ist. Die Schüler seien damals wie heute gleich gewesen. Allerdings gebe es heute immer mehr Kinder aus instabilen Familienverhältnissen, so Hoehne, der 2015 zum Studienrat ernannt wurde. „Ich war ein Lehrer mit Herz. Die Schule und der Kontakt mit den Eltern haben mir viel bedeutet“, sagt er. Und betont, dass die jetzige Rektorin Eva-Maria Klein ebenfalls ihren Beruf mit sehr viel Herzblut ausübe. „Die Zusammenarbeit hat Spaß gemacht.“

Große Wertschätzung seiner Kollegen

Dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, wurde am Freitag bei Hoehnes Abschiedsfeier deutlich. Die große Wertschätzung für den engagierten Lehrer und Kollegen wurde in den Einlagen und Reden spürbar. Gerührt sagte der 64-Jährige: „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele sich am heiligsten Tag für Lehrkräfte, dem letzten Schultag, Zeit für mich nehmen.“

Rektorin Klein betonte, wie sehr sie Hoehne schätze – menschlich, aber auch wegen seines umfangreichen Wissens: „Du wirst uns fehlen, aber du bist jederzeit willkommen. Du warst eine echte Bereicherung für unsere Schule, die auchn Deinen Stempel trägt. Du warst uns immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, wir haben viel von Dir gelernt.“

Als Dank haben einige Lehrkräfte - neben weiteren Geschenken - für Andreas Hoehne eine eigene Ausgabe der „Fuchstaler Allgemeine“ erstellt, „nachdem er als freier Mitarbeiter des LT so viel über uns geschrieben hat“, so Klein.

Nach seinem letzten Schultag will Andreas Hoehne nun weiter für die Zeitung schreiben. Und nach Grönland und Indien fliegen, fotografieren, wandern ... (reh/thme)

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