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Freizeitenheim

02.12.2015

Eine farbenfrohe Herberge

Im Freizeitenheim in Riederau sollen ab Ende Januar bis zu 60 Flüchtlinge aufgenommen werden.
Bild: Regina Miller

Evangelisches Dekanat stellt Haus in Riederau für Flüchtlinge zur Verfügung. Gespräche mit dem Landratsamt

Ab sofort muss der Landkreis Landsberg 54 neu zugewiesene Asylbewerber pro Woche unterbringen und betreuen, bisher waren es 44. Diese Neuigkeit teilte Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Müller dem LT gestern mit. „Das haben wir gerade erst erfahren.“ Froh sei man deshalb über ein Angebot der Evangelischen Kirche: Sie stellt das Freizeitenheim am Römerweg in Riederau als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung, wie das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg bestätigt.

Die Synode des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Augsburg hat sich mit der Wohnsituation von Asylbewerbern befasst, heißt es in der Pressemitteilung des Dekanats. Mit großer Mehrheit beschlossen die Delegierten, das Freizeitenheim in Riederau als Flüchtlingsunterkunft dem Landratsamt zunächst für fünf Jahre zur Miete zur Verfügung zu stellen. Zugleich beschloss die Synode, das zweite evangelische Freizeitenhaus in Reinhartshofen in den Stauden für die Jugendarbeit wieder nutzbar zu machen.

Das besser ausgestattete Haus in Riederau eigne sich hingegen gut für Flüchtlinge, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Es verfüge über rund 60 Plätze, Gruppenräume und ein Außengelände. Mit 5500 Übernachtungen pro Jahr sei es bisher gut angenommen worden. Für das kommende Jahr musste Schulklassen, Jugend- und Konfirmandengruppen abgesagt werden. Man gehe davon aus, dass in der Region Alternativen gefunden werden können. Das Haus wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig renoviert. Dennoch seien Umbaumaßnahmen nötig. Vor allem die bisherige Zentralversorgungsküche müsse zugunsten von Einzelkochplätzen aufgelöst werden.

Eine farbenfrohe Herberge

Die Delegierten der Dekanatssynode bedachten auch die Zukunft des bisherigen Heimleiters: Er soll seine Anstellung sowie seine Wohnung im unmittelbar angrenzenden Heimleiterhaus behalten und als Kümmerer in der Asylbewerberunterkunft wirken, so das Dekanat weiter.

Landratsamtssprecher Müller hält den Vorschlag des Dekanats für eine „schöne Lösung“, wie er im Gespräch mit dem LT sagt. „Wir haben das Angebot bekommen und führen derzeit Gespräche darüber. Es gibt bisher noch keinen Mietvertrag. Aber auch wenn noch kleinere Umbauten – hauptsächlich in der Küche – nötig sind, ist das Heim gut bewohnbar.“ Es handle sich bei dem farbenfrohen Haus nicht um eine Luxusherberge, „auch wenn es vielleicht von außen so aussieht“, betont Müller. Bis Ende Januar 2016 könnten 55 bis 60 Flüchtlinge das Freizeitenheim in Riederau beziehen, so Müllers Einschätzung. (reh)

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