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Konzert

05.10.2019

Eine große Musik-Session-Party

Zum elften Mal zu Gast in Landsberg: Der Sänger und Songschreiber Stefan Stoppok (Mitte) und seine „Artgenossen“.
Bild: Julian Leitenstorfer

Stoppok und Artgenossen gastieren im Stadttheater. Welche Überraschung beim elften Auftritt auf die Zuhörer wartet

Tatsächlich zum elften Mal präsentierte Stefan Stoppok, deutsche Sänger- und Songschreiberlegende, in Landsberg im Stadttheater sein Programm „Stoppok und Artgenossen“. Ausverkauft war das Haus bereits kurz nach Ankündigung des Konzerts. So stark wächst die Nachfrage, dass Musikprogrammleiter Edmund Epple verkündete, im nächsten Jahr werde es zwei Stoppok-Abende geben. Und zu Ehren der kürzlich verstorbenen Sängerin Astrid North, die als „Artgenossin“ einen denkwürdigen Auftritt mit Stoppok hatte, forderte er zu Standing Ovations auf.

„Willkommen an Bord hier, alles klar, wärst du fertig für die Reise nach Sansibar“ – eine treffendere Eröffnung für den Abend könnte es nicht geben als diese Zeile aus dem Lied „Sansibar“. Stefan Stoppok besticht jedes Mal wieder durch seine Bühnensouveränität, vor Witz und Schalk sprühend, die Gitarre beherrschend wie kein anderer. Wer ihn bei einem seiner Solo-Konzerte erlebt hat, weiß, dass Stoppok nur mit Gitarre, Stimme und Drum wie eine ganze Band klingt. Seine Texte sind tief berührend („Tanz“, „Leise“) bis intelligent-spöttisch („Willi Moll in Afrika“) oder auch rätselhaft-philosophisch. Vom Sänger selbst als „Tradition“ bezeichnet, fast schon erwartet, passieren ihm immer wieder Texthänger – die sorgen für kurze Stopps mit witzigen Reflexionen, schaffen unglaubliche Nähe und Solidarität im Publikum.

Doch großartig auch wieder seine „Artgenossen“. Da ist die junge deutsche Sängerin Jennifer Kae mit ihren Begleitmusikern Anne de Wolf (an Viola und Cello, aber auch unzähligen weiteren Instrumenten) und Ulrich Rode (an der Gitarre, akustik oder elektro, mit denen er beeindruckende Soli hinlegt). Wenn diese drei in Stoppoks Lied „Tanz“ den Refrain dreistimmig singen, hat das einen echten Wow-Effekt. Mit „Fahrbahnstreifen“ und „Stille“ oder „Königsau“ überzeugt Jennifer Kae durch kluge Texte, schöne Songs und eine samtwarme, faszinierende Stimme.

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Toni Mahoni, begleitet von Gitarrist Benno Mahoni, aus Berlin-Köpenick dagegen ist ein schnoddriger Typ mit Berliner Schnauze, dabei sofort sympathisch in seinem Schlabber-Look und seiner geraden Art. Er präsentiert groovige Songs, die das Thema Beziehung intelligent auf die Schippe nehmen oder das Leben scharfsinnig analysieren.

Dann kommt eine Überraschung in Form von sieben Frauen, einem Gitarristen, einer Akkordeonistin und einem Saxofonisten auf die Bühne, die nun gesteckt voll ist: Die Tsaziken aus Köln punkten mit mitreißendem Balkan- oder Weltmusik-Sound. Nun wird der Abend endgültig zur Musik-Session-Party. Dem großen Finale aller Künstler gemeinsam mit dem Stoppok-Song „Willi Moll in Afrika“ folgt als erste Zugabe „Geh aufrecht“, als Spontan-Zugabe das eingängige Mahoni-Lied „Ich liebe dich“, und da das Publikum tobt und keine Ruhe gibt, kommt Stoppok doch noch mal alleine. Mit „Wetterprophet“ geht ein großartiges Konzert zu Ende.

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