1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Eine kleine Gruppe will Bewegung in die Kirche bringen

Podiumsdiskussion

24.07.2019

Eine kleine Gruppe will Bewegung in die Kirche bringen

Maria 2.0 erreicht den Landkreis. Welche Forderungen die katholischen Frauen haben

Eine kleine Frauengruppe aus Münster hat eine große Bewegung ins Rollen gebracht: Maria 2.0 hat sich im Mai zu Wort gemeldet und Frauen aufgerufen, ihr Anrecht auf Gleichberechtigung in allen kirchlichen Ämtern mit Nachdruck anzustreben. Maria 2.0 als Synonym für Reformen in der Kirche hat jetzt auch die Region zwischen Ammersee und Lech erreicht.

Der Impuls kam von der Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel (Grüne) aus Kaufering. Als Sprecherin für Bildung, Religion und Erinnerungskultur der Grünen im Landtag rief sie zur Podiumsdiskussion im Landsberger Sportzentrum auf. Die prominenteste Rednerin war Elisabeth Kötter aus Münster zum Thema „Maria, was nun?“. Sie gehört zu den Mitinitiatoren der Bewegung. Fragen auf dem Podium beantworteten auch die in Landsberg lebende Redakteurin Stephanie Steidl, die für kfd-Medien schreibt, die Dießener Redakteurin Beate Bentele, die vorwiegend den Standpunkt der Bezirke und Zweigvereine im Katholischen Deutschen Frauenbund vertrat, sowie Maria Wittmann, die stellvertretende Vorsitzende des Diözesanverbands München-Freising der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands.

Triebel rief in Erinnerung, wie die Frauen im Mai aufgestanden sind und für eine Woche ihre Kirchendienste niedergelegt haben, um zu beweisen, dass ohne Frauen gar nichts gehe. Ein gigantisches Netzwerk habe sich über das Land ausgedehnt und werde flankiert von vielen europäischen Ländern, die miteinander die Geschlechtergleichheit für alle Ämter in der Kirche fordern. Katholische Würdenträger seien aufgefordert, Frauen den Zugang zu öffnen, „denn die Hälfte der Kirche gehört den Frauen“. Erinnert wurde daran, wie Jesus nach der Auferstehung zuerst den Frauen erschienen ist und ihnen gesagt hat, sie sollten seine Auferstehung verkündigen. Daher gäbe es keinen Grund, Frauen die Weihe zu verweigern.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Elisabeth Kötter betonte, dass Maria 2.0 für einen Neuanfang stehe. Der soll im Herbst mit Papst Franziskus in Rom persönlich besprochen werden. Mit einem Aktionspapier sei er im Februar zum Sondergipfel in Rom (Thema sexualisierte Gewalt) konfrontiert worden. „Wir Grüne unterstützen die Forderungen nach geschwisterlicher Teilhabe als ein grundlegendes Menschenrecht im Sinne unseres katholischen Glaubens“, sagte Gabriele Triebel. Dies habe der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, beim Kirchentag in Dortmund auch thematisiert, aber nicht im Sinne von Maria 2.0. Marx habe sich für mehr Macht und Einfluss für Frauen in der katholischen Kirche ausgesprochen.

Fazit auf dem Podium: Alle Frauen sehen in Maria 2.0 einen Neuanfang. Sprechen auf Augenhöhe bringt für Elisabeth Kötter die unterschiedlichen Meinungen zusammen, deshalb freut sie sich auf die Begegnung mit dem Papst. (lt)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren