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Landsberg

24.04.2015

Eine künstliche Mauer um die Altstadt?

... und für den Hinteranger fordern Anwohner Verbesserungen aufgrund der „Lärmbelastung“.
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... und für den Hinteranger fordern Anwohner Verbesserungen aufgrund der „Lärmbelastung“.
Bild: Thorsten Jordan

Die Landsberger diskutieren über eine Fußgängerzone im Vorderanger

Eine Fußgängerzone im Vorderanger – dieses Thema spaltet die Landsberger. Das zeigen zumindest die Reaktionen auf unseren Artikel über den Runden Tisch Innenstadt in Leserbriefen ("Seite 27) sowie im Internet und bei Facebook. Groß war der Aufruhr auch im Jahr 1993, als die Ludwigstraße zur autofreien Zone und damit zur kürzesten Fußgängerzone Deutschlands wurde. Mittlerweile sind die autofreien Bereiche um Hauptplatz, Herzog-Ernst-Straße und Salzgasse erweitert worden. Nun auch noch der Vorderanger? Das sagen die Bürger auf der Facebook-Seite des LT.

„Ist den Innenstadt-Beruhigern eigentlich die geografische Lage von Landsberg bewusst?“, fragt Almuth Walch. Schließlich gebe es für den Verkehr nur drei Brücken über den Lech. „Ich kann die Innenstadt nicht dicht machen und damit eine künstliche Mauer um die Innenstadt errichten“, schreibt sie. „Die Innenstadt ist ja auch nicht in erster Linie dazu da, auf dem Weg von Ost nach West passiert zu werden“, meint Lorenz Meyer. Gerade der Durchgangsverkehr nehme dem Hauptplatz sowie Vorder- und Hinteranger die Verweilqualität. Seiner Meinung nach wurde eine Fußgängerzone im Vorderanger die Stadt aufwerten. „Wer zum Schuster oder sonst wo hin will, braucht das Auto dafür entweder nicht zwingend oder wird dafür auch ein paar Meter Fußweg vom Parkplatz beziehungsweise der Tiefgarage in Kauf nehmen“, schreibt Lorenz Meyer.

Als ehemaliger Landsberger sagt Jörg Träger, dass die Autofahrer schon genug „genötigt“ würden. Allein in der Altstadt einen kostenpflichtigen Parkplatz zu finden, grenze an ein Wunder. Zum Thema Parkplätze schreibt Lilli Artmann. Sie teilt die Meinung von Stadtrat und Einzelhändler Medardus Wallner, der beim Runden Tisch Innenstadt mehr Parkplätze in und um die Altstadt forderte. Ansonsten sei die Stadt „bald mausetot“.

„Woher kommt denn die Idee, dass Autoverkehr Umsatz für kleine Läden bringen würde?“, fragt Thomas Eisenbock. Er sagt, Atmosphäre und spontane Laufkundschaft würden eher Umsatz bringen. „Wenn du mit dem Auto direkt vor den Laden fährst ... ja dann steigst du doch danach auch direkt wieder ins Auto und fährst wieder weg.“ Wer aber aber zum Bummeln in die Fußgängerzone gehe, schaue vielleicht halt auch noch in andere Läden. Doreen Goroll findet dagegen, dass die Kunden, die mal schnell was erledigen oder ein Geschenk besorgen wollen, nicht mehr kommen werden, wenn sie nicht mehr in den Vorderanger fahren können. Dafür sei der Weg von der Schlossbergarage zu lang.

Armin Brandl kann sich nicht vorstellen, dass den Geschäftsleuten eine Fußgängerzone gefallen würde. „Das werden sie ganz sicher an den Umsätzen merken.“ Lorenz Meyer ist folgender Meinung. „Dass es der Einzelhandel schon jetzt schwer genug hat, zeigt doch, dass Parkplätze vor der Tür nicht unbedingt mehr Konjunktur bedeuten.“ Das Problem sei ein anderes – vielleicht die hohen Pachten. „Eine Fußgängerzone würde dagegen zumindest die Laufkundschaft erhöhen.“ Und Thomas Zellner kommentiert: „Die kleinen Läden werden auch bald zu machen, weil sie Pleite sind. Wird dann eine schöne ruhige historische Altstadt werden.“

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