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13.10.2009

Eine stressfreie Pause hilft Kindern weiter

Landsberg (res) - Der Arzt und Psychotherapeut Dr. Eckhard Schiffer beschäftigt sich mit der "Salutogenese", der Entstehung von Unversehrtheit oder der Gesundheitsförderung. Dabei setzt er vor allem an den Wurzeln, bei der Kindererziehung, an. Bereits zum dritten Mal war Eckhard Schiffer in Landsberg zu Gast. Auf Einladung des Netzwerks Lebhaft und der AOK Landsberg sprach er im voll besetzten Saal des Landratsamtes zum Thema "Kinder mit Freude begleiten und erziehen". Für die Eltern und Fachleute im Publikum war der Abend vollgepackt mit Tipps für eine gelungene Erziehung und gab in vielen Punkten das beruhigende Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Bei seiner Forschungsarbeit und in seiner Eigenschaft als Autor zahlreicher Erziehungsratgeber profitiert Schiffer wesentlich von der Arbeit seiner Ehefrau als Grundschullehrerin, wie zahlreiche Fallbeispiele zeigten, die er in Landsberg anführte. Jeder Mensch habe ein existenzielles Bedürfnis, wahrgenommen zu werden. "Aggressionshemmungsmechanismen funktionieren bei denen, die ausreichend wahrgenommen werden."

Wo Sprache nicht weiterhelfe, signalisiere die schöpferische Entfaltung: "Schau her, da bin ich. Vergiss mich nicht." Dies kann sich in einer Zeichnung, beim Matschen, bei Spiel und Bewegung ausdrücken. Aus diesen Intermediärräumen - "den schönsten Räumen der Welt" - entstehe Gesundheit. Intermediärräume sind nicht sicht-, aber erlebbar: im gemeinsamen Singen, Spielen und Tun. Durch Sinneserfahrungen erfährt ein Kind die Welt, sagte der Referent. Die unterschiedlichen Eindrücke, die es dabei gewinnt, müsse es sortieren und trage so zur Entwicklung seines Gehirns bei. "Bewegung, Affekt und Sinneserfahrung sind Futter für eine dynamische Gehirnentwicklung.

Kinder müssen stark gemacht werden

Eine stressfreie Pause hilft Kindern weiter

Kinder müssen stark gemacht werden, so der Standpunkt des Mediziners. Gelingen könne dies durch Zuwendung und vor allem durch Zuhören. Durch die so entstehende Nähe färbe die Gelassenheit der Eltern oder Bezugspersonen aufs Kind ab. Je mehr Nähe (wie sie zum Beispiel beim Vorlesen entsteht) ein Kind erfährt, um so weniger Ängste entwickle es: "Ein Kind, das wahrgenommen wird, ist fröhlich und zufrieden."

Unruhiges, auffälliges Verhalten sei oft darauf zurückzuführen, dass Kinder sich selbst überlassen zu viel Zeit vor Computer- oder Fernsehschirmen verbringen. Jedoch entstehen nur beim stressfreien und prozessorientierten, also nicht zielgerichteten, Spielen Nervenwachstumsfaktoren, die die Bereitschaft der Gehirnzellen fördern, beim Lernen Verbindungen herzustellen. Als Tipp für Lehrer und Erzieher gab Eckhard Schiffer dem Publikum mit: "Wenn Sie Ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, organisieren Sie eine stressfreie Pause."

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