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21.07.2010

Einer, der im Dorf immer da war

Johann Pentenrieder war der erste Träger des Goldenen Ehrenrings der Gemeinde Eching. Unser Bild zeigt ihn bei der Überreichung durch Bürgermeister Siegfried Luge (links). Archivfoto: Gerald Modlinger

Eching Die Gemeinde Eching trauert um eine Persönlichkeit, die das gemeindliche Leben in den vergangenen fünf Jahrzehnten wesentlich geprägt hat: Am Montagvormittag ist Johann Pentenrieder gestorben. Der 71-Jährige starb dort, wo er zeitlebens oft anzutreffen war: auf dem Sportplatz, wo er offenbar Pflegearbeiten vornehmen wollte, als er über einer Schubkarre zusammenbrach. Ein Lieferant, mit dem er auf dem Sportgelände des FSV Eching verabredet war, fand ihn leblos auf.

Der FSV Eching war der Verein, dem Pentenrieder fast sein ganzes Leben gewidmet hat. Als 15-Jähriger trat er dem Sportverein bei und buchstäblich bis zur letzten Minute seines Lebens hat er sich für den Sport in seiner Heimatgemeinde engagiert. Wie sehr er diesen geprägt hat, wurde zuletzt vor gut drei Jahren offenkundig, als der FSV für ihn einen Ehrenabend ausrichtete, bei dem das halbe Dorf in der Sporthalle zusammenkam. 42 Jahre führte er den Verein, der sich in dieser Zeit von 70 auf knapp 500 Mitglieder vergrößerte.

Jüngster Gemeinderat

Der Wahl zum Vorsitzenden des Sportvereins folgte ein Jahr später auch die Wahl in den Gemeinderat, in den er 1966 als damals jüngster Bürgervertreter einzog. Auch in diesem Gremium sollten 42 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit folgen, zwölf Jahre davon war Pentenrieder auch Zweiter Bürgermeister, bis er im April 2008, ausgezeichnet mit dem ersten Goldenen Ehrenring der Gemeinde, aus seinen gemeindepolitischen Ämtern verabschiedet wurde. In dieser Zeit hatte Pentenrieder Anteil an der Entwicklung der Gemeinde. Pentenrieder gehörte noch zu der Generation Kommunalpolitiker, die die großen, den ländlichen Raum umgestaltenden Reformen (Schul- und Gebietsreform) erlebten, ebenso die ersten großen Ausweisungen von Wohngebieten in den 70er Jahren und an der Schaffung vieler heutzutage nicht mehr wegzudenkender Infrastruktureinrichtungen mitwirkten, wie etwa Wasserversorgung, Feuerwehrhaus und Kindergarten. Die Krönung sowohl seiner Tätigkeit im Rathaus als auch im Verein war 2004 die Unterzeichnung des Vertrags von FSV und Gemeinde zum Bau der Turn- und Mehrzweckhalle.

Was Pentenrieder besonders auszeichnete, war, dass er eine Person der Tat war. So war er nicht nur Chef, sondern seit 40 Jahren auch der Platzwart des FSV Eching und hielt dessen Anlagen höchstpersönlich in Schuss. Und wenn im Dorf etwas zu erledigen war, dann konnten die Echinger immer auf ihn zählen. "Johann Pentenrieder stand allen Echinger Vereinen und Hilfsorganisationen aufgeschlossen gegenüber und hat sie aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen aktiv unterstützt und beraten", fasst Bürgermeister Luge das Wirken des Verstorbenen für die Gemeinschaft zusammen. So war Pentenrieder mehr als 40 Jahre aktiver Feuerwehrmann, Schütze im Verein "Seerose", Kassenprüfer beim Gartenbauverein und Mitglied der Wasserwacht und des Krieger- und Soldatenvereins. Dass er viel Zeit für seine Heimatgemeinde aufwenden konnte, ermöglichte ihm auch sein Beruf. Als Besamungstechniker begann Pentenrieder sein Tagwerk frühmorgens und war am Nachmittag wieder in Eching. Johann Pentenrieder hinterlässt neben seiner Ehefrau Barbara zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung findet am Freitag, 23. Juli, ab 14.30 Uhr statt. (ger)

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