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Kindertheater

12.11.2018

Einfach schön anzuschauen

Kindertheater, gespielt von Ulrich Schulz im Landsberger Stadttheater.
Bild: Julian Leitenstorfer

„Jim Knopf und Lukas“ in Landsberg

Ein zu drei Vierteln mit Kindern besetzter Theatersaal, in dem es eine Stunde lang fast vollkommen ruhig bleibt: Die Akteure auf der Bühne müssen da schon ein besonderes Händchen haben. Und das hat Ulrich Schulz, der mit seinen „complizen“ wieder einmal im Landsberger Stadttheater gastierte. Die kleinen Zuschauer sind bereits von seinen Erklärungen vor Beginn beeindruckt.

Wie der Puppenspieler da auf der Bühne steht und in aller Ruhe, aber mit weit ausholenden Gesten erklärt, warum alle still sein sollen, wie er auch die Erwachsenen mit einbezieht, das überzeugt die Kinder offensichtlich.

Beim Spiel ist das nicht anders. Ulrich Schulz ist zwar der einzige „lebendige“ Schauspieler auf der Bühne, er stattet seine Puppen aber mit so unterschiedlichen Bewegungen und verschiedenen Stimmen aus, dass auch sie höchst lebendig zu werden scheinen. Da braucht es kein aufregendes Bühnenbild mehr.

Ein Tisch, ein paar Tücher, knuffige Kissen, eine Fassade, die wahlweise Haus oder Berg ist - fertig. Das regt die Phantasie an, zumal Schulz auch die Umbauten stets in aller Öffentlichkeit ruhig und mit großer Vorsicht vornimmt.

Die Zuschauer können so verfolgen, was die nächsten Ziele sind, die Vorstellungskraft ist aktiviert. Mitgebracht hat der Puppenspieler „die complizen“ für „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“. Michael Endes phantastische Geschichte ist eigentlich wie geschaffen für den aus Hannover angereisten Kreativling.

Ulrich Schulz legt seinen Puppen Sätze wie „ach du donnrige Tüte“ in den Mund oder lässt sie den riesigen Rums damit erklären, dass „der Postbote mit dem Postboot“ an die Insel gerauscht ist.

Er macht sich mit Jim Knopf und Lukas auf den Weg zum vorsichtigen Scheinriesen Turtur, leiht einer niedlichen Meerjungfrau seine Stimme und tritt höchstselbst als großer Unterwasserkönig auf.

Das alles gefällt den Kleinen und sie lassen sich nicht lang bitten, als es heißt „alle machen Feuerqualle“. Sie singen begeistert und in voller Lautstärke mit, um gleich darauf wieder vollkommen still zu sein und wie gebannt dem Geschehen auf der Bühne zu folgen.

Jim und Lukas treffen unterwegs den kleinen Halbdrachen Nepomuk, der vor allem und jedem Angst hat und packen ihn gemeinsam mit Turtur in Emma, die Lok, die nicht nur auf Schienen fahren kann, sondern auch segelt und fliegt. Schnell geht es zurück nach Lummerland, wo auf die neuen Gäste reizvolle Aufgaben warten. Es ist einfach schön, wie Ulrich Schulz all das in Szene setzt. (löbh)

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