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Landkreis Landsberg

21.11.2018

Elektrifizierung: Es geht voran zwischen Buchloe und Kaufering

Momentan läuft die Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau - wie hier bei Igling - auf vollen Touren.
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Momentan läuft die Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau - wie hier bei Igling - auf vollen Touren.
Bild: Mathias Wild

Die Bahn setzt derzeit zwischen Buchloe und Kaufering die Oberleitungsmasten. Der Baustellenlärm ist für die Anlieger deutlich zu hören. Aber Lärmschutz kommt an einigen Stellen.

Es ist unüberhörbar: monotones Hämmern. Und es ist unübersehbar: Ein gewaltiger Rammbock treibt lange Metallpfähle in die Erde. Direkt am Bahngleis in Fahrtrichtung München. Die Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau schreitet voran. Waren es bislang vor allem Pendler und andere Bahnkunden, die von Streckensperrungen, Umleitungen und Schienenersatzverkehr betroffen waren, sind es nun die Anlieger zwischen Buchloe und Kaufering, die das Ausbauprojekt in unmittelbarer Nachbarschaft erleben.

Mehr zu diesem Projekt finden Sie auch in diesem Artikel: München – Lindau: Das ist Bayerns längste Baustelle

Bahnintern heißt das Millionenprojekt: ABS 48. Die Abkürzung steht für Ausbaustrecke 48. Gemeint ist damit die Elektrifizierung der Bahnlinie von Geltendorf nach Lindau. Vorrangiges Ziel ist es, dass sich die Fahrtzeit von München nach Zürich um eine Stunde verkürzt und dann bei etwa dreieinhalb Stunden liegt, teilt die Bahn mit. Dadurch soll die Eisenbahn, die dann auch mit Neigetechnik fahren kann, gegenüber Flugzeugen konkurrenzfähiger gemacht werden.

Im Kauferinger Bahnhof wurde viel erneuert

Ende März haben die Bauarbeiten begonnen (LT berichtete). Im Bahnhof in Kaufering wurde den Sommer über gewühlt und gegraben. Dort wurden etliche Weichen erneuert und die Gleise auf mehreren 100 Metern Strecke tiefer gelegt. Dies ist laut Bahn nötig, damit die Elektrolokomotiven mit ihrem höhren Aufbau unter die Unterführungen passen. Anschließend wurden die Oberleitungsmasten im Westen gesetzt. Die Arbeiten an der Strecke Richtung Unterallgäu sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen, teilt die Bahn auf Anfrage mit. Die Masten stehen, die Leitungen hängen.

Gen München laufen die Arbeiten momentan auf Hochtouren. Dazu bleibt ein Gleis noch bis 2. März gesperrt. „Für den Zugverkehr sind die Auswirkungen gering, weil es sich nur um einen kurzen Abschnitt handelt“, teilt ein Bahnsprecher mit. Ein gelber Spezialzug fährt immer wieder zwischen Buchloe und Kaufering hin und her, treibt mithilfe eines Rammbocks mächtige Masten in die Erde. Allein im Bahnhofsbereich Buchloe werden etwa 150 dieser Oberleitungsmasten gesetzt, berichtet die Bahn.

Die Vorarbeiten für die Schallschutzwände laufen seit Anfang November

Parallel dazu finden seit Anfang November bereits Gründungsarbeiten für die Schallschutzwände statt. Dazu müssen spezielle Profile in den Boden „einvibriert“ werden. „Bis Ende des Jahres sollen alle Schallschutzwände am nördlichen Streckengleis nach München stehen, ausgenommen die Sonderbauwerke im Bereich der Brücken“, teilt Matthias Neumaier, der zuständige Projektleiter mit. Die sechs Meter hohe Wand im Bereich der Lokabstell-Anlage in Buchloe werde ab Ende November bis Mai 2019 gebaut. Der Schallschutz auf der Südseite der Bahnlinie komme von Juni bis Oktober nächsten Jahres an die Reihe.

Sämtliche Lärmschutzwände sind zwischen zwei und sechs Metern hoch – gemessen jeweils ab der Oberkante der Schienen, teilt die Deutsche Bahn mit. Der oberste Meter der vier Meter hohen Wände im Stadtbereich von Buchloe soll transparent ausgeführt werden, die übrige Fläche besteht aus Aluminium und wird in verschiedenen Grüntönen gehalten.

Die Kosten bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich

Bis Ende 2020 sind sämtliche Arbeiten des 440-Millionen-Euro-Projekts abgeschlossen, teilt die Bahn mit. Dann werden 72 Kilometer Streckengleis elektrifiziert, 18 Bahnübergänge und 19 Kilometer Streckengleis erneuert sein. Zudem wurden die Gleise unter sechs Straßenbrücken abgesenkt – unter anderem bei Kaufering und Igling. Ab Mitte des Jahres 2020 sollen Testfahren auf der neu elektrifizierten Strecke stattfinden. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 fahren dann nach der Planung die Euro-City-Züge in die Schweiz elektrisch, ein Jahr später sollen auch Regionalzüge mit Strom fahren.

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