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Bahnausbau

05.04.2013

Elektrifizierung: Zeitplan weiter in der Kritik

Die Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau soll elektrifiziert werden. Anliegergemeinden, unser Bild zeigt Epfenhausen, fordern mehr Lärmschutz.
Bild: Thorsten Jordan

Finanzierung aus der Schweiz an Bedingungen geknüpft. Verzögerungen im Planfeststellungsverfahren wegen Lärmschutz?

Vergangene Woche war von einem großen Schritt gesprochen worden. Verkehrsminister Peter Ramsauer hatte angekündigt, dass der Bund für die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Lindau und Geltendorf zusätzliche Kosten in Höhe von 113,5 Millionen Euro übernehmen wird. Teil der Finanzierung des rund 310 Millionen teueren Projekts sind aber auch 50 Millionen Euro aus der Schweiz, deren Auszahlung an zwei Bedingungen geknüpft ist: Baubeginn spätestens im Jahr 2015, Bauabschluss spätestens 2020. Termine, die auch nach Ansicht der Verkehrsministeriums schwer einzuhalten sind.

Im Verkehrsinvestitionsbericht des Berliner Ministeriums ist der Planfeststellungsbeschluss für alle Abschnitte der Strecke noch offen, während ein voraussichtlicher Baubeginn 2017 und eine voraussichtliche Inbetriebnahme 2020 in Aussicht gestellt werden. Konkreter wurde der Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn Klaus-Dieter Josel in einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) aus Kaufbeuren. Erfolge der Ausbau nur abschnittsweise, müsse in Kauf genommen werden, dass das Vorhaben erst bis 2020 realisiert werde. Die Elektrifizierung der Bahnlinie zwischen Lindau und Geltendorf bis 2019 sei nur möglich, wenn die Strecke neun Monate lang komplett gesperrt wird. Nicht nur Pohl befürchtet daher, dass sich die Elektrifizierung immer weiter in die Länge zieht.

Kritik am Zeitplan der Bahn übt auch der Präsident des Schweizer Fahrgastverbands Ralf Wiedenmann: „Es muss unbedingt zu einer Beschleunigung des Planungsverfahrens kommen, damit ein Baubeginn vor 2015 erfolgen kann.“ Ansonsten sei das Projekt erneut gefährdet, weil die Vorfinanzierung durch die Schweiz nicht erfolgt.

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Auch im Landtag war der Zeitplan der Elektrifizierung der Strecke Thema. Abgeordnete der Freien Wähler hatten beantragt, dass der Ausbau bis spätestens 2019 fertig gestellt wird, ihre Kollegen von CSU und FDP forderten die Staatsregierung auf, darauf zu drängen, dass die Planungen von der Bahn zum Abschluss gebracht, die abgeschlossenen Verträge mit der Schweiz eingehalten werden und die Elektrifizierung noch vor 2020 endgültig fertiggestellt wird.

Zeitplan hängt auch von Einwendungen ab

Wie Klaus-Dieter Josel sagt, rechnet die Bahn damit, dass noch im April eine Vereinbarung über die Finanzierung des Projekts abgeschlossen werden kann. Die Einhaltung des Zeitplans hänge auch davon ab, wie viele Einwendungen im Zuge des anstehenden Planfeststellungsverfahrens eingehen. Die sind vor allem in Sachen Lärmschutz zu erwarten. So wollen die Bürgermeister der im Landkreis betroffenen Gemeinden Penzing, Igling, Geltendorf und Kaufering ihre Forderungen, unter anderem in Sachen Lärmschutz und Belastung durch Elektrosmog, dem Eisenbahnbundesamt unterbreiten.

Bürgermeister und Anwohner befürchten eine deutliche Zunahme des Zugverkehrs durch die Elektrifizierung. Nach Angaben der Bahn waren im Jahr 2010 zwischen Geltendorf und Buchloe 102 Personen- und Güterzüge pro Tag unterwegs. Im Jahr 2025 könnten es 142 Züge sein, davon 27 zwischen 22 und 6 Uhr. Daher fordern die Gemeinden vor Beginn der Bauarbeiten mehr Maßnahmen für den Lärmschutz.

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