1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Engpass: So angespannt ist die Lage in den Landsberger Kindergärten

Landsberg

11.03.2019

Engpass: So angespannt ist die Lage in den Landsberger Kindergärten

Vor allem in den Krippen in Landsberg steigt der Bedarf nach Plätzen deutlich an. Voraussichtlich ab Mai wird es eine gemischte Notgruppe mit älteren und jüngeren Kindern geben, ab Herbst dann auch noch eine Krippen-Notgruppe.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Momentan ist die Nachfrage nach Plätzen in Krippen und Kindergärten in Landsberg größer als prognostiziert. Wie die Stadt darauf reagiert und was Eltern jetzt wissen sollten.

Die Stadt Landsberg wächst – vor allem dank vieler junger Familien, die zuziehen. Zehn bis zwölf Gruppen – vor allem im Krippenbereich – werden bis zum nächsten Jahr benötigt. Zwei Notgruppen müssen bereits in diesem Jahr eingerichtet werden, sagte Oberbürgermeister Mathias Neuner zuletzt auch in der Bürgerversammlung. Die erste neue Krippengruppe soll in wenigen Wochen aufmachen, wenn möglich schon am 1. Mai.

Um wie viel der Bedarf höher ist als erwartet

Droht da bald ein Engpass und ist zu befürchten, dass manche Familien erst einmal warten müssen? Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl, die auch Kindergartenreferentin des Stadtrats ist, beruhigt. Der steigende Bedarf sei in der Verwaltung präsent, betont sie. Das im vergangenen Jahr eingeführte digitale Anmeldungssystem liefere einen „tagesaktuellen Überblick, das ist ein ganz großer Vorteil“, betont Baumgartl. Allerdings sei man heuer über den sogenannten „unterjährigen Bedarf“ überrascht gewesen: „Der ist höher, als wir prognostiziert hatten.“ Immer mehr Kinder träten nämlich nicht zu Beginn des Kindergartenjahrs in die Einrichtungen ein, sondern zum Beispiel dann, wenn dies die Wiederaufnahme der elterlichen Berufstätigkeit erfordere. Aktuell zeige sich in den nächsten Monaten bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs am 1. September ein zusätzlicher Bedarf von 41 Plätzen, davon 18 im Krippenbereich.

Ein weiterer Mehrbedarf könnte ab September entstehen. Bislang galt, dass alle Kinder, die bis 30. September sechs Jahre alt werden, nach den Sommerferien in die Schule gehen mussten. Ab heuer dürfen die Eltern entscheiden, ob Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September sechs Jahre alt werden, in die Schule gehen oder nicht. Baumgartl rechnet damit, dass viele von ihnen noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

So sehen die Prognosen bis zum Jahr 2033 aus

Damit werde es nicht ausreichen, dass die Stadt ab September 2020 zwei neue Tagesstätten eröffnen will. Deswegen die zwei Notgruppen: Eine erste altersgemischte Gruppe soll bereits am 1. Mai, spätestens jedoch am 1. Juni im ehemaligen Jesuitenkolleg eröffnet werden, sagt Doris Baumgartl. Die Raumfrage sei dabei weniger das Problem, eher die Personalfrage.

Zum 1. September soll eine Krippen-Notgruppe eingerichtet werden. Wegen des dafür notwendigen Raums würden gerade Verhandlungen geführt. Damit soll laut Baumgartl insbesondere das Kinderhaus Römerauterrasse entlastet werden, damit dort Krippenkinder in den Kindergarten wechseln können, ohne die Tagesstätte wechseln zu müssen. So müsste man dann einigermaßen in den nächsten Monaten über die Runden kommen. Die Versorgung mit Krippenplätzen dürfte laut dem für die Stadt tätigen Stadtplanungsbüro Planwerk in den nächsten zehn bis 15 Jahren das zentrale Thema werden.

Lesen Sie dazu auch: Wächst Landsberg nicht ganz so schnell?

Eine im Dezember im Stadtrat präsentierte Prognose geht davon aus, dass die Zahl der betreuten Kleinkinder im Alter von weniger als drei Jahren von derzeit 158 bis zum Jahr 2033 auf rund 700 steigen könnte. Das würde 43 zusätzliche Krippengruppen erfordern. Das liege vor allem daran, dass die Betreuungsquote auf rund 70 Prozent steigen könnte.

---Trennung Eine Kindertagesstätte soll geklont werden Trennung---

In Sachen Kinderbetreuung hat die Stadt aber auch noch eine weitere Liegenschaft im Blick: Wenn die Sanierung des Altbaus der Mittelschule im Landsberger Westen abgeschlossen ist, wird die Schlossbergschule geräumt. Möglicherweise könnten auch dort vorübergehend Betreuungsplätze eingerichtet werden, eine Option mit Blick auf eine Aufstockung des Kinderhauses Römerauterrasse. In diesem Fall würde dann eine Ausweichmöglichkeit benötigt.

Im Osten soll ein ganz neuer Kindergarten gebaut werden

Wohl eher kein Thema mehr werde die Erweiterung des Kindergartens Heilig Kreuz sein, deutet Baumgartl an: „Es gibt zwar Überlegungen, die Hausmeisterwohnung umzubauen, aber da hängen viele bauliche Sachen dran. Und wenn wir die Kindertagesstätte am Reischer Talweg bis 1. September 2020 realisieren können, wäre das die bessere Lösung für den Osten.“ Vier Gruppen für Krippenkinder und zwei für Kinder ab drei Jahren sollen dort errichtet werden. Indem praktisch das Kinderhaus an der Römerauterrasse kopiert wird, soll das Vorhaben zügig umgesetzt werden. Ein Bebauungsplan muss aber erst noch aufgestellt werden.

Lesen Sie dazu auch: Mehr Plätze für Kindergartenkinder

Ebenso schnell soll es am Wiesenring gehen. Dort werden die Johanniter als Träger eine Tagesstätte mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen errichten. Dazu liegt in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 13. März, ab 18 Uhr bereits eine Bauvoranfrage vor. Um das Bauvorhaben wie vom Träger gewünscht errichten zu können, müssen einige Befreiungen vom Bebauungsplan erteilt werden. Dabei geht es um die Lage und Größe, daneben auch um die Dachform, Wandhöhe und die Zukunft von Bäumen.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema: Kindergärten und -krippen: Die Reaktionszeit wird kürzer

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren