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Kinsau

23.01.2019

Engstelle: Kinsauer Eltern schlagen Alarm

Seit Wochen tobt in Kinsau der Streit um einen Fußweg, auf dem vor allem viele Schulkinder unterwegs sind. Das Problem wird aktuell verschärft. Im Rathaus glüht das Telefon.

In Kinsau wird immer noch nach einer Lösung für die gefährliche Engstelle an der Staatsstraße unterhalb des Herzogplatzes gesucht. Wegen der Schneeberge kommt es laut Augenzeugen vermehrt zu brenzligen Situationen, weil Fußgänger mitten auf der viel befahrenen Ortsdurchfahrtsstraße laufen müssen. Wie berichtet, hatte ein Anwohner nach einem Streit mit der Gemeinde sein Grundstück umzäunt und mit Schildern den Durchgang verboten, sodass Passanten nur noch auf der Staatsstraße an seinem Anwesen vorbeikommen. Insbesondere für Schüler ist die Stelle damit zur Gefahrenzone geworden.

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Eine schnelle und unkomplizierte Lösung ist bislang nicht in Sicht. Besorgte Eltern schlagen derweil unentwegt Alarm im Rathaus. Der Bürgermeister wird ständig gefragt, was die Gemeinde denn nun unternehme. „Wir beraten im Gemeinderat in den nichtöffentlichen Sitzungen ständig über dieses Thema“, sagt Bürgermeister Marco Dollinger auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Gemeinde sei bestrebt, möglichst doch noch eine gütige Einigung mit dem Eigentümer zu erzielen.

Kurzerhand wurde ein Tempo-30-Schild aufgestellt

Gerade nach dem heftigen Wintereinbruch erreichten die Gemeinde etliche Beschwerden von Bürgern. Bislang seien die meisten Kinder einfach unter dem Zaun durchgeschlüpft, um nicht direkt auf der Straße gehen zu müssen, sagt Dollinger. „Das wurde vom Anwohner auch toleriert.“ Doch jetzt sei alles voll Schnee und ein Durchkommen unmöglich. Es bleibe den Kindern nichts anderes übrig, als auf der Staatsstraße zu laufen. Viele Eltern würden ihre Kinder daher nun aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Auto fahren. Aber die gefährliche Engstelle ist ja nicht nur Teil des Schulwegs. „Die Sperrung betrifft auch erwachsene Fußgänger“, sagt der Bürgermeister. Wie etwa die Bewohner der gesamten Herzogstraße, die Straße, mit den meisten Anwohnern im Ort. Gerade Senioren hätten nun ein Problem, die Stelle zu passieren.

Tempo 30 soll nicht die Regel werden

Derzeit gibt es nur eine provisorische Lösung. Ein Tempo-30-Schild soll den Verkehr drosseln. Die Geschwindigkeitsbegrenzung war das Ergebnis einer Expertenrunde mit Vertretern des Landratsamtes, der Polizei, des Straßenbauamtes und der Gemeinde. Eine andere Lösung als Tempo 30 sei nicht möglich gewesen. „Mehr gibt es da nicht“, sagt Bürgermeister Dollinger, der sich aber damit längst nicht zufriedengeben möchte. „Tempo 30 ist nicht die Lösung – wir suchen nach etwas Dauerhaftem.“

Der Grundstücksbesitzer und die Gemeinde streiten wegen einer anderen Sache

Nach den jüngsten Schneefällen sei genau das eingetreten, was die Gemeinde schon die ganze Zeit befürchtet habe. Die Gemeinde habe auch keine Handhabe, den Schnee wegzuräumen, weil es sich um Privatgrund handle. Zudem wäre ja auch der Zaun den Räumarbeiten im Weg. Es sei einerseits richtig, dass Grundbesitz im Gesetz geschützt ist, sagt Marco Dollinger, aber Grundbesitz verpflichte auch. „Seit jeher sind die Kinder auf dem Privatgrund gelaufen.“

Der Anwohner hatte seinen Schritt mit Problemen beim Ausfahren aus seinem Grundstück begründet. Die Sicht sei eingeschränkt, wenn er mit dem Traktor auf die Staatsstraße fahre. Dass dies jedoch der einzige Grund für die Sperrung des Weges auf seinem Privatgrundstück ist, will nicht jeder im Ort glauben. Denn die Gemeinde ist in einem offenen Streit mit dem Grundstücksbesitzer. Dabei geht es um ein Grundstück, das dessen Sohn bebauen wollte, was aber von der Gemeinde abgelehnt worden war.

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