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Landsberg

17.04.2019

Enten in Landsberg auf Shopping-Tour?

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3 Bilder
Eine modebewusste Ente oder einfach nur auf der Suche nach einem Brutplatz. Ein Entenpaar war in der Landsberger Hinteren Salzgasse unterwegs.
Bild: Thorsten Jordan

Was zwei Enten vor Kurzem in der Salzgasse machten. Was man auf keinen Fall machen sollte.

Ganz gemütlich schlenderte vor Kurzem ein Entenpaar durch die Hintere Salzgasse in Landsberg.

„Vielleicht waren sie auf der Suche nach einem Brutplatz“, vermutet Michael Comes-Lipps vom Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Landsberg. Aber es könnte auch ganz einfach so gewesen sein, dass sich die beiden verlaufen haben. „Angeflogen haben sie die Salzgasse vermutlich nicht“, sagt Comes-Lipps, vielmehr könnten sie über die Fischtreppe ausgestiegen losmarschiert sein. „Momentan ist Balzzeit, da wäre es schon möglich, dass sie sich nach einem geeigneten Brutplatz umgesehen haben“, sagt der Experte. Dass sie in dieser Gegend eine geeignete Stelle gefunden haben könnten, hält er allerdings für „schwer vorstellbar“.

Die Enten gehen auch mal im Inselbad schwimmen: Enten suchen das Bad in der Menge

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Auf ins Modegeschäft

Die „Dame“ watschelte sogar eine Treppe zu einem Modegeschäft hoch, während der Erpel eher skeptisch auf dem Pflaster wartete. „Das ist doch immer so, dass es die Frauen ins Geschäft zieht, während die Männer lieber davor warten“, sagt Comes-Lipps und schmunzelt dabei.

Die Vögel können senkrecht starten

Sorgen machen muss man sich um die beiden übrigens nicht. „Enten gehören zu den wenigen Wasservögeln, die senkrecht starten können“, erklärt er. Sollten sie sich also bedrängt fühlen, können sie einfach vom Boden abheben. Im Gegensatz beispielsweise zu Schwänen, die erst „Anlauf“ nehmen müssen. „Würde jetzt ein Schwan auf dem Hauptplatz auftauchen, müsste man ihn schon in Richtung Lech treiben“, sagt Comes-Lipps. Dass Wildvögel vermehrt in der Stadt auftauchen würden, ist ihm nicht bekannt. Meist handelt es sich um ein Versehen. „Zwei Mal ist es schon passiert, dass ein Schwan im Mühlbach gelandet ist“, erzählt der Vogelfachmann. Da habe man eingreifen müssen, da dieser auf dem Bach nicht mehr starten konnte.

Das Wasser wurde abgelassen und zusammen mit Helfern hatte er den Schwan mit einem Netz gefangen und am Lech wieder freigelassen. „Das ist kein Problem, nur wenn sie Junge haben, sollte man zum Beispiel nicht in ihrer Nähe herumschwimmen“, sagt Comes-Lipps.

Und was das Entenpaar in der Salzgasse betrifft, lautet sein Rat: „Einfach in Ruhe lassen, die laufen oder fliegen schon von alleine wieder weg.“

Ganz wichtig: Nicht etwa aus falsch verstandener Tierliebe versuchen, die Wasservögel mit Brot zu füttern: „Im trockenen Brot sind Salz und Treibmittel enthalten, das vertragen die Tiere nicht.“

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