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13.07.2010

Entweder dämmen oder zentral heizen

Windach Einen Zwischenstand zum Energienutzungsplan gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Windach. Das Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden war von der Gemeinde Windach mit einer solchen Studie beauftragt worden. Zur Aufgabenstellung gehört nicht nur die Darstellung der jetzigen Energieversorgungsstrukturen in der Gemeinde, sondern auch die Frage, wie Energie künftig effizienter erzeugt und verbraucht werden kann.

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit

Zwei - eher miteinander konkurrierende denn sich ergänzende - Maßnahmen kommen dafür infrage. Das ist zum einen die individuell veranlasste Dämmung älterer Gebäude, zum anderen die Erstellung von Nahwärmeverbünden. Die Wirtschaftlichkeit solcher Verbünde stößt freilich schnell in einer vergleichsweise lockeren ländlichen Siedlungsstruktur ohne Großverbraucher schnell an Grenzen, erst recht, wenn die Hauseigentümer auch noch ihre Gebäude dämmen.

Ein möglicher Ansatz, das zeigte der Vortrag von Josef Beyer vom Institut für Energietechnik auf, könnte ein Wärmeverbund für Schul- und Kindergartengebäude sein. An diesen ließen sich optional noch die Bereiche Von-Pfetten-Füll-Platz und Pfarrgasse (Variante 2) sowie zusätzlich mit Schulstraße (Variante 3) und zusätzlich noch der Schlosspark (Variante 4) anschließen.

Entweder dämmen oder zentral heizen

Vergleichsrechnungen für alle Bereiche

Für alle diese Möglichkeiten erstellt Beyer Vergleichsrechnungen für Wärmeerzeugungen mit modernisierten dezentralen mit Heizöl befeuerten Anlagen, solchen aus Kombination mit Hackschnitzeln bzw. Pellets mit Heizöl und Blockheizkraftwerke, betrieben mit Heiz- bzw. Pflanzenöl.

Betrachtet man die einzelnen Lösungen nach Klimagesichtspunkten, schneiden die vor allem auf Holz und Pflanzenöl basierenden Versorgungsalternativen am besten ab. Sie stoßen in der Regel nur ein Viertel bis ein Drittel so viel Kohlendioxid aus als dezentrale heizölbefeuerte Kessel. Besonders klimaverträglich wäre ein Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk und noch besser ein Biogas-Blockheizkraftwerk, da hier Energieträger in Form von Wärme und Strom doppelt nutzbar gemacht werden, hieß es in der Sitzung.

Bei der ökonomischen Betrachtung sieht das Bild freilich anders aus, zumindest wenn man davon ausgeht, dass ein Liter Heizöl netto für 55 Cent zu haben ist, der Liter Pflanzenöl für 75 Cent, Pellets für 180 und Hackgut für 80 Euro pro Tonne. Da schneidet die dezentrale Heizöl-Feuerung nach wie vor am günstigsten ab.

Vergleichsweise hohe Investitionskosten entstehen insbesondere bei den Blockheizkraftwerken, die aber teilweise durch den Erlös aus dem Stromverkauf gedeckt werden könnten.

Eine grobe Richtschnur für einzelne Baualtersklassen

Eine Empfehlung, wie groß ein Wärmeverbund sein sollte und welcher Brennstoff am geeignetsten wäre, gibt der Zwischenbericht noch nicht. Genauere Zahlen wollen Beyer und Institutsleiter Markus Brautsch im September vorstellen.

Neben Handlungsempfehlungen zum Thema Nahwärmeversorgung soll der Energienutzungsplan dann den Bürgern Vorschläge machen, wie sie ihre Liegenschaften energieoptimiert bewirtschaften können, zumindest für die einzelnen Baualtersklassen als grobe Richtschnur, wie Beyer sagt.

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