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Dettenhofen

26.05.2018

Er hat viele Talente und tobt sich kreativ aus

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3 Bilder
Der Kirchenmalermeister Michael Riedl in Dettenhofen (oben) hat viele Talente. Seine Kunstwerkstatt befindet sich in einem alten Bauernhaus.
Bild: Laura Höring

Der Kirchenmalermeister Michael Riedl lebt in Dettenhofen. In ihm schlummern aber noch viele andere Talente. Ein Besuch in seiner Werkstatt.

„Das ist eins meiner aktuellen Projekte“, erklärt Michael Riedl und zeigt dabei auf ein Kunstwerk, das sich gerade auf seiner Werkbank befindet. Es ist ein mit Radiertechnik gearbeitetes Stück, das den Blick von Aidenried auf das Westufer darstellt. Hierbei hat der gebürtige Fürstenfeldbrucker auch mit Silber gearbeitet, was den Eindruck erweckt, die Sonne würde sich im See spiegeln.

Schon mit zwölf Jahren begann seine Kunstleidenschaft

Seine Kunstwerkstatt befindet sich in einem alten Bauernhaus in Dettenhofen und dient Riedl als Raum des kreativen Austobens. Pinsel, Pigmente, Farben und allerlei Fertiges und Unfertiges stehen in den Regalen und lassen das Herz eines jeden Bastlers und Künstlers höherschlagen. Er ist zwar gelernter Kirchenmalermeister, hat jedoch in seiner langjährigen Berufspraxis auch als Wand-, Kunst- und Fassmmaler sowie als Restaurator gearbeitet. Begonnen hatte alles im Alter von zwölf Jahren. Schon damals erkannten Freunde und Bekannte der Eltern, dass in Michael Riedl ein kleiner Künstler steckt und vergaben kleine Auftragsarbeiten wie Portraits oder Landschaftsbilder an ihn.

Die Töchter haben die Kreativität geerbt

Ihm war eigentlich schon immer klar, dass er etwas Handwerkliches machen möchte und begann im Alter von etwa 15 Jahren die Ausbildung zum Kirchenmaler bei Franz Josef Ostenrieder in München. Danach folgte die Anstellung beim Fassmaler Alfred Binapfl und nach der absolvierten Meisterprüfung folgte die Selbstständigkeit. In Emmering eröffnete er seine erste Werkstatt und arbeitete über viele Jahre mit Architekten, Künstlern und Sammlern zusammen, unter anderem mit Siegfried Juhnke und Jeff Koons.

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Nach Tätigkeit an großen Projekten in ganz Europa kehrte er wieder in seine bayerische Heimat zurück, diesmal an den Ammersee, wo er sich „schon immer heimisch“ gefühlt habe. Hier fühle er sich sehr wohl und profitiere einerseits von der einzigartigen Lage, könne sich andererseits jedoch auch komplett zurückziehen, um ohne Ablenkung tätig zu sein. Das handwerkliche Arbeiten liegt bei den Riedls in der Familie. Auch seine beiden Töchter sind als Flügelrestauratorin und Glasmalerin tätig. Mit Letzterer plant er demnächst eine Werkschau in Schwabing.

Für das Handwerk, gegen Kunst von der Stange

Zu den Lieblingsprojekten von Michael Riedl gehört unter anderem die Arbeit an einer Bibliotheksdecke einer Villa am Wörthersee, die er mit einer Kollegin im Rokokostil gestaltet hat. Außerdem läge seine tiefe Erfüllung immer noch in der Malerei, auf die er sich in nächster Zeit noch mehr konzentrieren wolle. Sein Lebensende sieht er dort, wo er auch mit zwölf stand: vor der Staffelei. Hierbei kritisiert Michael Riedl, dass viele junge Leute nach dem Grundsatz „schnell und günstig“ lebten und sich oft unpersönliche Drucke an die Wand hängen würden. Dem möchte er entgegenwirken. „Ich will zeigen, dass man auch zum kleineren Preis etwas Einmaliges mit Hand und Fuß bekommen kann.“

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