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Eresing

27.11.2017

Eresing will Westerschondorfer Wasser

In den Gemeinden Eresing, Windach und Finning wird derzeit über ein zweites Standbein für die Wasserversorgung diskutiert. Eresing setzt auf eine gemeinsame Versorgung mit Wasser aus Westerschondorf.
Bild: Julian Leitenstorfer

Gemeinderat strebt eine gemeinsame Lösung für ein zweites Standbein mit Finning und Windach an. Dort muss noch entschieden werden. Der Eresinger Hochbehälter soll saniert werden.

In die gemeindliche Wasserversorgung muss in Eresing investiert werden. Zum einen steht eine Sanierung des Hochbehälters an und zum anderen geht es wie mehrfach diskutiert um ein zweites Standbein der Wasserversorgung. In der jüngsten Sitzung wurde eine Kostenberechnungen für eine gemeinsame Versorgung der drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Windach vorgestellt. Dabei soll das Wasser aus einem Brunnen in Westerschondorf kommen und dann alle drei Gemeinden Eresing, Finning und Windach als zusätzliches Standbein versorgen. Auch in Windach und Finning wird dieses Thema in den nächsten Sitzungen diskutiert. Für Eresing erläuterte Bürgermeister Josef Loy, dass es die Varianten Voll- oder Notversorgung aus Westerschondorf gebe. Die Notversorgung dient zur Sicherung der Wasserversorgung in den Gemeinden. Preislich liegen beide Varianten nicht sehr weit auseinander. Geschätzt wurden die Gesamtkosten für die Notversorgung auf 3,18 Millionen Euro, wovon auf Eresing wegen der Länge der nötigen Wasserleitung ein Anteil von vierzig Prozent, das sind 1,27 Millionen Euro, entfiele. Laut Sitzungsvorlage müsste Windach 36 Prozent und Finning 24 Prozent der Kosten tragen.

Die Gesamtkosten werden auf 3,82 Millionen Euro geschätzt

Bei der Vollversorgung – hier würden die bisherigen Brunnen als zweites Standbein dienen – wurden die Gesamtkosten auf 3,82 Millionen Euro und der Anteil für Eresing auf 1,52 Millionen Euro beziffert. Die Wasserversorgung könne von der VG als Zweckverband realisiert und finanziert werden, trug Loy vor. Kalkuliert wird über einen Zeitraum von 50 Jahren.

Die Wassergebühren für Eresing von derzeit 0,96 Euro pro Kubikmeter würden dann bei einer Vollversorgung aus Westerschondorf auf 1,15 Euro bis 1,20 Euro pro Kubikmeter erhöhen, so das vorgelegte Rechenmodell. Allerdings seien in diesen Preisen weitere Investitionen für die Wasserversorgung wie die Sanierung des Hochbehälters nicht eingerechnet, sagte Loy. Nach einem zweiten Standbein für die Wasserversorgung für Pflaumdorf fragte Egmont Wolff. Hier visierte Loy die Lösung an, an das Wasserleitungsnetz des Zweckverbandes Versorgungsgruppe Ammersee-West anzuschließen, und zwar über Greifenberg. Einstimmig sprachen sich die Eresinger Gemeinderäte grundsätzlich für eine Vollversorgung aus dem Brunnen Westerschondorf aus, da der Unterschied bei den Investitionen nicht so ausschlaggebend sei. In den VG-Gemeinden Windach und Finning wird der Vorschlag bei den nächsten Gemeinderatsitzungen diskutiert werden.

Was am Hochbehälter alles hergerichtet werden muss, erläuterten die Experten

Eine umfangreiche Analyse zum Zustand des Eresinger Hochbehälters trugen Harald Kienlein und Hubertus Kaiser vom Ingenieurbüro Kienlein aus Buch am Erlbach in der Sitzung vor. Demnach müssen die zwei Kammern aus dem Jahr 1955, die jeweils 100 Kubikmeter Wasser fassen, saniert werden. Noch in Ordnung ist die dritte Kammer des Hochbehälters mit einem Fassungsvermögen von 400 Kubikmeter Wasser aus dem Jahre 1980. Die Behälter wurden in Stahlbeton mit mineralischer Dünnbeschichtung gebaut. In den beiden kleinen Kammern finden sich deutliche Aufweichungen und Anhaftungen, die Beschichtungen sind an Wand und Boden abgewaschen und abgetragen. Auch der Zugang zur Wasserkammer sollte wegen des Arbeitsschutzes überarbeitet werden, sagte Kaiser. Bei den Wasserkammern steht eine Betonsanierung, eine Auskleidung oder Neubeschichtung der Wände, Boden, Decken und Stützen an. Die hydraulische Anlage aus Edelstahl muss entsprechend neuer Vorschriften umgebaut und die Lüftungsanlage für alle drei Wasserkammern und im Rohrkeller erneuert werden. Schäden gibt es offensichtlich auch dort, wo die Kammern zusammengebaut sind An der Außenanlage muss einiges gemacht werden beispielsweise die Abdeckung der Erdbehälterdecke erneuert werden.

Kienlein schätzt die Sanierung auf etwa 540000 Euro netto aufgrund von Erfahrungen bei vergleichbaren Anlagen, dazu kommen noch die Kosten für das Ingenieurbüro. Für die Sanierung gibt es verschiedene Ausführungsvarianten, die in der Vorplanung erarbeitet werden. Der Gemeinderat votierte einstimmig für eine Sanierung des Hochbehälters. Das Ingenieurbüro soll nun ein Angebot für die Vor- und Entwurfsplanung erstellen. Wert legte Bürgermeister Loy auf die Feststellung, dass die Qualität des Eresinger Trinkwassers nach wie vor einwandfrei sei.

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