Newsticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter melden 7595 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Erholungsgelände: Doch keine Schranke und Wachleute in Eching

Eching

01.10.2020

Erholungsgelände: Doch keine Schranke und Wachleute in Eching

Viel los ist an schönen Sommertagen auf der Kaagangerstraße in Eching, auf der es auch zum Freizeitgelände am Ammersee geht. Im Gemeinderat wird schon länger diskutiert, wie die Situation verbessert werden kann.
Bild: Julian Leitenstorfer/Archiv

Plus Die im August gefassten Beschlüsse des Echinger Gemeinderats zur Zufahrt an den Ammersee und zum Erholungsgelände werden doch nicht umgesetzt. Eine große Runde soll jetzt Lösungen finden.

Eine Schranke an der Kaagangerstraße, der Zufahrtsstraße zum Ammersee, oder einen Sicherheitsdienst wollten die Echinger Gemeinderäte auf Höhe Schwalbenweg Anfang August noch einsetzen. Diesem Konzept, um den an heißen Tagen verstopften Straßen, wildem Parken und gefährlichen Situationen für Fußgänger und Radfahrer entgegenzuwirken, wurde aber von den Behörden eine Absage erteilt. Und deshalb sei der im August gefasste Beschluss auch nicht umgesetzt worden, sagte Bürgermeister Siegfried Luge ( CSU) dem LT. Jetzt soll neu über Problemlösungen nachgedacht werden.

Dass der Beschluss nicht wirksam wurde, habe daran gelegen, dass die Behörden schon vorher ihr Veto eingelegt hatten, so Luge. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Stellungnahmen vorgestellt, zudem lag ein Anwohnerschreiben vor. Mit einer Begehung vor Ort will man nun einer Problemlösung näher kommen. Bürgermeister Luge verlas in der Sitzung die Stellungnahme der Polizeiinspektion Dießen. Demnach wird eine Sperrung der Straße durch eine Schranke – hier war der Abschnitt nach Süden ab dem Schwalbenweg angedacht – abgelehnt, denn die Nutzung der Straße sei „jedermann gestattet“. Auch der Einsatz eines Sicherheitsdienstes fand keine Zustimmung, da die Wachleute keinerlei rechtliche Befugnisse haben. Eine Beschilderung mit Halteverbot ist möglich, zusätzlich empfiehlt die Polizei die Ausweisung als Feuerwehranfahrtszone. Dann könnten im Bedarfsfall die Autos, die dort parken, auch abgeschleppt werden, ergänzte Luge.

Eine Tafel, die anzeigt, wie viele Parkplätze noch frei sind

Empfohlen wird der Gemeinde außerdem, dem Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland beizutreten und von dort aus den ruhenden Verkehr überwachen zu lassen. Ferner sollen zusätzliche Schilder aufgestellt werden, die auf den östlichen Parkplatz hinweisen. Außerdem lag noch ein Schreiben von Anliegern aus dem Möwenweg vor, die mehrere Maßnahmen vorschlagen, über die bereits diskutiert wurde. Neu war die Idee für eine elektronische Anzeigetafel, die am Kreisverkehr zeige, ob es noch freie Parkplätze gibt. Moniert wurde auch, dass die gewünschte Geschwindigkeitsanzeige nicht aufgestellt wurde. Zu diesem Punkt sagte Luge auf Nachfrage, dass dort die Polizei die Geschwindigkeit gemessen habe und kein einziger Autofahrer schneller als die erlaubten 50 Kilometer pro Stunde gefahren sei.

Parkgebühren könnte nur der Landkreis erheben

Parkgebühren könne die Gemeinde nicht erheben, da die Anlage dem Landkreis gehöre, ging Simon Schmid (Bürgerblock) auf die Anwohnervorschläge ein. Mehr Parkplätze zu schaffen, ziehe noch mehr Verkehr an. Es gehe darum, „eine gute Lösung für die Kaagangerstraße zu finden“, meinte Gisela Hackfort (CSU). Sie plädierte dafür, mit einem Beschilderungskonzept anzufangen. Sie könne sich auch vorstellen, Parkflächen aufzuzeichnen, um den Besuchern Orientierung zu geben. Den Vorschlag, das Parken durch das Kommunale Dienstleistungszentrum Oberland überwachen zu lassen, fand Franz Pentenrieder (Bürgerblock) „durchaus überlegenswert“. Der Bürgermeister jedoch nicht, da eine Jahrespauschale gebucht werden müsse. Täglich kontrolliert werden müsse nur an warmen Sommertagen. Heuer habe die „Polizei sehr viele Strafzettel verteilt“, sagte Luge. Dies habe die Situation sichtbar verbessert.

Auf Antrag von Pentenrieder wurde beschlossen, vor weiteren Entscheidungen eine Begehung mit Polizei, Landratsamt und ADAC zu machen. So könne gleich geklärt werden, ob ein Vorschlag umgesetzt werden dürfe. Bürgermeister Luge wollte die Anlieger noch mit ins Boot holen.

Lesen Sie dazu auch:

Ausflugsverkehr: Zusperren ist keine Lösung

Wird in Eching die Zufahrt zum Ammersee gesperrt?

Parkchaos am Wochenende: 60 Wildparker müssen jetzt zahlen

Freizeitkollaps: "Overtourism" erreicht Süden Bayerns


Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren