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Zeitgeschichte

09.07.2020

Erinnerungsarbeit im Internet

Sie erinnern an die Gräuel der NS-Herrschaft: die Baracken im ehemaligen Lager Kaufering VII zwischen Landsberg und Erpfting.

Wie die Stadt Landsberg künftig Einwohner und Gäste über die NS- und die Nachkriegszeit informieren möchte

Hitlers Festungshaft, Stadt der Jugend, Außenlager des Konzentrationslagers Dachau, Rüstungsbauten im Frauenwald, Lager der Displaced Persons – in Landsberg haben sich zeitgeschichtliche Ereignisse auf wohl einzigartige Weise verdichtet. Ein Überblick über diese Ereignisse und aktuelle Informationen dazu sollen bald digital zur Verfügung stehen. Denn die Stadt, der Landkreis und die Marktgemeinde Kaufering haben die digitale Umsetzung für das Internet an Experten aus Erlangen vergeben.

Das Projekt wurde im vergangenen Jahr gestartet und die drei Kooperationspartner teilen sich die Kosten in Höhe von rund 90000 Euro zu gleichen Teilen. In der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses des Stadtrats stellte es Kulturbüroleiterin Claudia Flörke kurz vor. Ziel sei es, eine geschichtliche Orientierung und Erinnerungsarbeit zu bieten. Es solle eine Möglichkeit geschaffen werden, sich unabhängig vom Standort und jederzeit über historische Zusammenhänge, die Lokalisierung und den heutigen Zustand der Erinnerungsorte zu informieren. „Dokumente, Erinnerungsberichte, Bild- und Kartenmaterial sollen das Damals und das Heute sichtbar machen“, so Flörke.

Die Informationen sollen in komprimierter Form vermittelt werden. Bei der medialen Vermittlung der Geschichte des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg/Kaufering sei die Perspektive der ehemaligen Häftlinge wichtig. Für die Realisierung haben die drei Kooperationspartner ein Unternehmen aus Erlangen beauftragt, die Stiftung Bayerischer Gedenkstätten begleitet das Vorhaben wissenschaftlich.

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Von den Stadträten gab es nur Lob für das Projekt. Es sei ein wichtiger Baustein neben dem geplanten Dokumentationszentrum und einem zentralen Erinnerungsort, sagte Stefan Meiser (ÖDP). Zweitem Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) war es wichtig, dass die Stadt diese Art der Erinnerungsarbeit selbst in die Hand nimmt und die Webseite mit Inhalten füllt.

Claudia Flörke sagte, dass kein digitales Museum entstehen soll. Neben den inhaltlichen Informationen soll die Internetseite auch Orientierung bieten. Das war Petra Ruffing (CSU) wichtig, die empfahl, Öffnungszeiten und Erreichbarkeit mitaufzunehmen. Die Webseite, die bis Ende des Jahres starten soll, wird in verschiedenen Sprachen abrufbar und barrierefrei sein. (wu)

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