1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Erst einmal wird das Baurecht geschaffen

Sozialzentrum

09.11.2014

Erst einmal wird das Baurecht geschaffen

So könnte es einmal aussehen, das Wohn- und Betreuungszentrum, das anhand dieses Planungsentwurfes durch die Bürgerstiftung lebensWert vorgestellt wurde.
Bild: Bürgerstiftung "lebensWert"

Eglinger Gemeinderat will jetzt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen, Einzelfragen sind aber durchaus noch strittig

Bei einer außerordentlichen Sitzung hat der Eglinger Gemeinderat erneut über die Bauvoranfrage der Bürgerstiftung „lebensWert“ zur Errichtung einer Betreuungs- und Pflegeeinrichtung beraten. Das hierfür ausdrücklich eingeräumte Rederecht für die Stiftungsvertreter wurde durch deren Vorstandsvorsitzenden Franz Löffler sowie den Vorsitzenden des Stiftungsrates Johann Knoller wahrgenommen. Nach einer von ausgesprochener Sachlichkeit und gegenseitiger Achtung geprägten Aussprache einigten sich die Beteiligten auf das weitere Vorgehen.

Die Stiftung wird demnach die Bauvoranfrage zurückziehen und sachgleich beantragen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu erstellen. Auf diesem Wege soll erst einmal überhaupt Baurecht auf dem Grundstück zwischen dem Gebäude der Raiffeisenbank und der Paar erwirkt werden. Eigentümer des Areals ist die Gemeinde. Die Bauleitplanung wird laut Bürgermeister Ferdinand Holzer auf die Tagesordnung der Sitzung am Dienstag genommen und soll nach Möglichkeit in einem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan münden.

„Die Gemeinde Egling hat ein großes Interesse an diesem Projekt“, sagte Bürgermeister Holzer. Mit einem solchen Sozialzentrum werde die örtliche Infrastruktur verbessert, meinte er. Auch erwarte er nachhaltig positive Auswirkungen auf das Betreuungsangebot für Senioren in Egling und Umgebung. Zwar machte er im Zuge der Aussprache deutlich, dass die Gemeinde nicht als Bauträger auftreten werde. Er hoffe aber, dass neben der Stiftung „lebensWert“ weitere starke Partner gefunden werden, um das Projekt vorantreiben zu können.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Wie sich das Sozialzentrum als Baukörper zeigen könnte, stellte der Stiftungsvorsitzende Löffler anhand eines Planungsentwurfes aus dem Architektenwettbewerb des Jahres 2012 vor. Der Komplex solle entsprechend der Funktionen in drei Baukörper aufgeteilt werden, die sich um einen gemeinsamen Atriumbau und den zweigeschossigen Eingangsbereich mit begrüntem Flachdachgruppieren. Dort solle im Erdgeschoss eine Cafeteria Platz finden. Im Obergeschoss werde die Tagespflege untergebracht. Die Bereiche für Betreutes Wohnen sind in dreigeschossigen Gebäuden geplant und sollen zwölf beziehungsweise 15 Wohneinheiten umfassen. Ebenso auf drei Etagen sei der Trakt der ambulant betreuten Wohngruppe vorgesehen. Insgesamt sei das Vorhaben in drei Bauabschnitten umsetzbar, die flexibel realisiert werden können. „Kleiner kann immer gebaut werden, wir stellen hier das Maximum vor“, sagte Löffler.

In einer unverbindlichen Probeabstimmung fragte der Rathauschef die Haltung des Gemeinderates zu verschiedenen Einzelfragen des vorgestellten Wohn- und Betreuungsprojektes abgefragt. Demnach ergaben sich mehr oder weniger deutliche Mehrheiten für die geplante Ausrichtung des Baukörpers, die Pultdachlösung mit integrierter Fotovoltaikanlage sowie den Freiflächen. Was das Flachdach im Eingangsbereich betrifft wird es ebenso noch Diskussionsbedarf geben, wie bei der Frage der Geschosshöhe. Ein Ergebnis von jeweils 8:7 Stimmen ist ein deutlicher Hinweis darauf. Auch was die verkehrstechnische Erschließung des Grundstückes betrifft ringt man noch um eine Lösung, die breite Zustimmung finden kann.

Offen ist neben einer Reihe baurechtlicher Fragen auch noch, wie das Gesamtprojekt finanziert werden soll. Sieben bis acht Millionen Euro stehen laut Aussage von Johann Knoller, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, im Raum. Er betonte, dass die Stiftung als verlässlicher Partner auftrete werde und die jeweils bekannten Zahlen und Fakten offen auf den Tisch legen werde. „Die Stiftung wird jede demokratisch getroffene Entscheidung respektieren“, sagte Knoller in Richtung des Ratsgremiums. Das hatte sich im Rahmen der Probeabstimmung mit 12:3 Stimmen dafür ausgesprochen, die Betreuungseinrichtung über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan voranzutreiben. Nun wird am Dienstag das Projekt „Sozialzentrum Egling an der Paar“ in dritter Runde beraten werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren