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Dießener Bahnhof

23.07.2013

Erster Abschnitt für eine halbe Million

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3 Bilder
Der Dießener Bahnhof wird saniert und umgebaut. Der erste Bauabschnitt nach dem Toiletteneinbau ist mit rund 500000 Euro veranschlagt.
Bild: Gerald Modlinger

Bis zum nächsten Jahr sollen Post, Geldautomat und Tourist-Info in die ehemalige Wartehalle einziehen können. Danach folgen im Stellwerk und Schalterhalle Bistro und Mehrzweckraum

Rund 500000 Euro wird der erste Abschnitt des Umbaus und der Sanierung des Dießener Bahnhofs vermutlich kosten. Diese Zahl hat am Montagabend im Gemeinderat der von der Gemeinde beauftragte Architekt Matthias Krapf genannt. Nächstes Jahr soll dieser erste Abschnitt fertig sein. Tourist-Information und Post können dann in die bisherige Sommerhalle umziehen. Insgesamt wird das Projekt Bahnhof mit rund 880000 Euro veranschlagt. Die künftige Raumaufteilung im denkmalgeschützten Stationsgebäude war nichtöffentlich im Finanzausschuss beschlossen worden. In der Gemeinderatssitzung wurde der Sachstand bekannt gegeben.

Betroffen von dem Umbau wird vor allem die Post sein, die zweimal umziehen muss. Zunächst wird laut Krapf für rund 10000 Euro das frühere Stellwerk so weit hergerichtet, dass dort übergangsweise die Postgeschäfte abgewickelt werden können. In dieser Zeit ist vorgesehen, die Sommerwartehalle umzubauen und einzuhausen. An der Bahnsteigseite soll die bisher vis à vis untergebrachte Tourist-Info Räume bekommen. An der Straßenseite wird unter der mächtigen Dielendecke künftig die Post sein. Im Bereich des Straßeneingangs wird ein durchlaufender Gang entstehen, hier will eine Bank einen Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker aufstellen.

500000 Euro veranschlagt Krapf für diesen Abschnitt, der 450 Quadratmeter Nutzfläche bietet. Ein Fünftel dieser Kosten beanspruche eine neue armierte Bodenplatte für den nichtunterkellerten Bereich. Der bisherige Boden hat sich Krapf zufolge um bis zu acht Zentimeter gesenkt. Das Stationsgebäude sei zwar auf Pfähle gebaut, diese seien aber nur unter den Grundmauern in den Seeboden eingebracht worden, erläuterte der Architekt gegenüber dem LT. Zu bedenken sei auch, dass Elektrik, Heizung und Sanitär komplett neu angelegt werden müssten, das Dach habe keine Dämmung, die Gebäudehülle sei bislang nicht auf einen Dauerbetrieb ausgelegt gewesen, sondern habe nur den Zweck gehabt, Reisende vor Wind und Wetter zu schützen.

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Eine Herausforderung werde auch sein, die südliche Mauer der derzeitigen Posthalle zu unterfangen. Diese ist mit Fliesen bedeckt, die eine Karte des Ammersees abbilden. Sie hat einen hohen Denkmalwert, ebenso wie die Sockelabdeckung in der Sommerhalle aus Solnhofener Platten oder die handgehauenen Nadelholzdielen der Decke. Das Denkmalamt lege besonderen Wert auf deren Erhaltung, sei aber zugleich froh, dass am Bahnhof was gemacht wird: „Das Denkmalamt sagt klar, es findet eine neue Nutzung gut, denn für das Denkmal ist es gut, wenn investiert und es so erhalten wird.“

In einem zweiten Bauabschnitt sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass im früheren Stellwerk ein kleiner Kiosk- und Bistrobetrieb mit etwa 20 Sitzplätzen entstehen kann, erläutert Krapf weiter. Wer Interesse an dessen Bewirtschaftung habe, machte Bürgermeister Herbert Kirsch deutlich, könne sich schon mal melden, um sich als möglicher Pächter Wünsche in die Planung einzubringen.

Das Bistro soll bei Bedarf mit dem derzeitigen gut 70 Quadratmeter großen Postsaal verbunden werden können. Dieser ist im Nutzungskonzept als Mehrzweckraum deklariert, der unter der Regie der Gemeinde betrieben werden soll. Eine zweite Durchgangsmöglichkeit dieses Mehrzweckraums ist mit einem kleinen Besprechungsraum vorgesehen, den eine Bank im Bahnhof einrichten will.

Der Gemeinderat stimmte dem Konzept einmütig zu. Ebenso wurde der Bau eines sieben mal vier Meter großen Mülltonnenhäuschens südlich der Fahrradhalle abgesegnet. Für die Abfalltonnen sei im Bahnhofsgebäude selbst kein Platz, begründete Krapf die Notwendigkeit des Neubaus, der laut Verwaltung gut 26000 Euro kosten dürfte.

Über die zu erwartenden Mieteinnahmen und die sich daraus ergebende Refinanzierung wurde in der Sitzung nicht gesprochen. Das kam jedoch dem Vernehmen nach in der nichtöffentlichen Finanzausschusssitzung zur Sprache. Dabei sei einerseits mit „spitzem Bleistift“ gerechnet worden, andererseits wiederum die „öffentliche Aufgabe“ hervorgehoben worden. Angeblich gehen die Kalkulationen der Gemeinde davon aus, dass die Investitionen in 30 Jahren durch Mieteinnahmen erwirtschaftet sein werden.

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