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Landsberg

26.08.2020

Es gibt keine Ausstellung über „Räuber und Diebe“ in Landsberg

Es gibt in Landsberg 2024 keine Landesausstellung. Dies teilten Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Dr. Richard Loibl, der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, mit.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die bayerische Landesausstellung kommt 2024 nicht an den Lech. Auch die Corona-Krise spielt dabei eine Rolle. So begründet Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl die Absage.

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Die Landesausstellung kommt nicht nach Landsberg. Eigentlich sollte mit diesem Großprojekt 2024 das bis dahin sanierte Neue Stadtmuseum wiedereröffnet werden. Doch so weit kommt es nicht, teilte Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) am Mittwoch mit. Denn die Stadt könne nicht gewährleisten, dass die Sanierung rechtzeitig abgeschlossen sei.

Die Sanierung des Neuen Stadtmuseums war in der Vergangenheit zu einem Politikum geworden. Noch im November vergangenen Jahres hatte Doris Baumgartl – damals noch Zweite Bürgermeisterin – in einer Sitzung gesagt: „Entweder kommt das Stadtmuseum mit der Landesausstellung oder es kommt in den nächsten zehn Jahren überhaupt nicht.“ Am Mittwoch nun gab sie als Oberbürgermeisterin bekannt, dass die Landesausstellung in Landsberg zwar abgesagt werden musste, dass das aber keine generellen Auswirkungen auf die Sanierung des Museums habe.

Auch wenn die Ausstellung erst in knapp vier Jahren stattfinden sollte – das Haus der Bayerischen Geschichte, das die Landesausstellungen plant, hätte nun eine Zusage erhalten müssen, dass die Sanierung rechtzeitig abgeschlossen sei. Und die könne man nicht geben, sagte Doris Baumgartl bei einer Pressekonferenz. „Die fristgerechte Fertigstellung kann die Stadt Landsberg aktuell vor dem Hintergrund der Corona-Krise nicht gewährleisten.“ Würde die Sanierung unter diesem Zeitdruck durchgeführt, könnte das eine extreme Kostensteigerung zur Folge haben. „Das haben wir bereits beim Lechsteg gesehen.“ Und die Sanierung eines Altbaus könne immer für Überraschungen sorgen.

Die Vorbereitungen dauern drei Jahre

Eine frühe Zusage sei nötig, erklärte Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, da die Ausstellungen von einem großen Mitarbeiterstab drei Jahre lang vorbereitet würden. Deshalb könne man die Schau auch nicht einfach verschieben. „Die Landesausstellungen sind bereits bis 2025 vergeben.“ Rund 2,5 Millionen Euro lasse sich der Freistaat diese Prestigeveranstaltungen kosten. Die Absage aus Landsberg bezeichnet er als kollegial. Angesichts der Kosten und des Aufwands wäre es „unverantwortlich zu riskieren, dass eine Landesausstellung ausfällt“.

Zwar konnte Loibl der Oberbürgermeisterin nicht versprechen, dass die Landesausstellung in absehbarer Zeit doch noch in Landsberg durchgeführt werden kann, doch immerhin werde der Titel der Ausstellung „Räuber in Bayern“ nicht anderweitig vergeben. Erst in Kürze soll bekannt gegeben werden, wer statt Landsberg die Landesausstellung 2024 ausrichten wird. Kandidaten gebe es dafür in ausreichender Zahl. „Wir werden uns bemühen, die Landesausstellung noch nach Landsberg zu holen“, sagte Doris Baumgartl, sie sei dankbar, dass das Thema erhalten bleibe.

Groß war die Enttäuschung über die Absage auch bei Stadtrat Axel Flörke, dem ehemaligen Landsberger Kulturbürgermeister von der „Landsberger Mitte“. Allerdings kam sie für ihn auch nicht ganz so überraschend. „Es zeigt sich, dass es doch mehr Probleme mit dem Brandschutz und der Statik gibt“, sagt Flörke auf Nachfrage. Er war noch vom früheren Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) beauftragt worden, sich um die Landesausstellung zu kümmern. „Eigentlich hätten wir schon im Januar sagen müssen, ob wir den Termin halten können“, sagt Flörke. Doch er habe sich mit Dr. Richard Loibl auf einen späteren Zeitpunkt geeinigt.

Landsbergs früherer OB hat den Beschluss zu spät umgesetzt

Dass der Zeitplan nun nicht eingehalten werden kann, dafür sieht Flörke die Schuld beim früheren OB: „Hätte man nach dem ersten Beschluss, das Stadtmuseum zu sanieren, konsequent an dessen Umsetzung gearbeitet, wäre es wohl etwas anders gelaufen.“ Allerdings, räumt Axel Flörke ein, haben sich nun nicht allein wegen Corona Umstände und Risiken ergeben, „die wir damals nicht wahrhaben wollten“.

Ob es Sinn mache, die Landesausstellung zu einem späteren Zeitpunkt nach Landsberg zu holen, da ist Flörke skeptisch. „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, die Dauerausstellung im Museum wieder für die Landesausstellung auszuräumen.“ Denn das Konzept, das Museumsleiterin Sonia Fischer vorgestellt hatte, sei „sehr überzeugend“.

So plant Fischer nach der Eröffnung eine Dauerausstellung mit dem Thema „Wege nach Landsberg“, die auf Ereignisse hinweisen, die Landsberg besonders geprägt haben und auch überregional von Interesse sind. Natürlich hätte auch sie gerne das Museum mit der Landesausstellung, die sie als „Lottogewinn“ bezeichnet, wiedereröffnet, doch „die Sanierung hat Vorrang“.

Seit Ende 2018 ist das Neue Stadtmuseum geschlossen

Bereits 2014 musste die letzte Dauerausstellung geschlossen werden, nur das Erdgeschoss des ehemaligen Jesuitenkollegs konnte für Sonderausstellungen genutzt werden. Seit Ende 2018 ist das Museum komplett geschlossen. Ende Juni hatte der Stadtrat ein Architekturbüro mit den Planungen der Sanierung beauftragt. Die Kosten wurden zunächst auf 5,5 Millionen Euro geschätzt.

Lesen Sie dazu auch: Die Absage der Landesausstellung ist keine leichte Entscheidung

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