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Asyl

03.10.2015

Es läuft in Landsberg

Kürzlich trainierte eine Gruppe von „LandsbergLäuft“ in der Innenstadt für den Stadtlauf am Samstag.
Bild: Thorsten Jordan

Neues Integrationsprojekt aus der Taufe gehoben.

Ungewöhnliches Bild in der Innenstadt: Da lief eine Gruppe Jogger angeführt von einer Person mit Trillerpfeife und riefen sich Sätze zu wie „Grüß Gott“ oder „Wie geht es Ihnen“. Bei den gut aufgelegten Läufern handelte es sich um eine Gruppe Asylbewerber, vorwiegend aus dem „Läuferland“ Eritrea stammend. Sie trainieren seit einiger Zeit, um am Samstag am Landsberger Stadtlauf mitzumachen – und natürlich eine erfolgreiche Rolle zu spielen.

Die Idee dazu stammt von einer Landsberger Bürgergruppe, die sich unter dem Namen „LandsbergLäuft“ zusammengefunden hat. Initiator des Integrationsprojekts ist Raffael Sonnenschein, der seit vier Jahren in der Lechstadt lebt. Er habe vor Kurzem den Flyer mit der Bürgerinformation Asyl in seinem Briefkasten gefunden, den Asylreferent Jost Handtrack und seine Stadtratskollegen in Landsberger Haushalten verteilt hatten. „Das hat mir sofort gefallen“, erzählt Sonnenschein und platzierte im Internet-Netzwerk Facebook die Idee von „LandsbergLäuft“. Dabei habe der Begriff nichts mit Laufen zu tun, sondern ist eigentlich der Jugendsprache entliehen: Es läuft in Landsberg, hier klappt es mit der Integration, soll der Begriff bedeuten.

Mit einem kreativen Integrationsangebot möchte nun die Bürgergruppe das „Interesse an unserer Zivilgesellschaft wecken“. Sie versteht sich als Brückenbauer und Mediatoren. Dabei spielt neben dem Sport – inzwischen kicken bereits zwei Teams beim neugegründeten FC LandsbergLäuft – die Musik und Kunst eine weitere Rolle. Es gibt bereits erste Chorproben, außerdem sind ein Theaterkreis, eine Kunstgruppe sowie eine Schachgruppe in Vorbereitung. Schließlich seien Aufführungen, Konzerte und Ausstellungen der Neu-Landsberger geplant.

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Wichtig ist Raffael Sonnenschein jedoch die heimischen Sitten und Gebräuche, die eigene Kultur, die ein essenzieller Bestandteil von Integration sein müssen. interkulturelle Kompetenz helfe nämlich, Probleme zu lösen. Da ist natürlich in erster Linie die deutsche Sprache, doch auch zum Grundgesetz sollen die Asylsuchenden hingeführt werden, das Kennenlernen von regionalen Bräuchen und Traditionen sei für eine gelungene Integration unerlässlich.

Am Samstag möchte „LandsbergLäuft“ in erster Linie einen schönen Tag erleben und natürlich – so ehrgeizig ist man als Sportler überall auf der Welt – möglichst viele Erfolge beim Stadtlauf erzielen. (hön)

Treffen Das Integrationsprojekt lädt

Interessierte zum ersten gemütlichen Beisammensein am Donnerstag, 15. Oktober, ins Café & Bistro FilmBühne neben dem Olympiakino ein. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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