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Schondorf

28.11.2020

Essen to go geht in Schondorf auch ohne Einweg

Der Gastwirt Johannes Lachenmeir aus Schondorf hat jetzt Mehrweg-Geschirr für sein Essen to go.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Das Gasthaus Sailer in Schondorf liefert Essen in Schüsseln aus, die zurückgegeben und wiederverwendet werden. Auch im Corona-Lockdown soll die Nachhaltigkeit nicht auf der Strecke bleiben.

Seit 1870 gibt es das Gasthaus Sailer in Schondorf, seit 1968 ist es fest in der Hand der Familie Lachenmeir. Johannes Lachenmeir (54) ist seit 2001 der Wirt – seit Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen in der Gastronomie bietet er wie viele seiner Kollegen im Landkreis nur noch Essen to go an.

Eines aber ist anders als bei den anderen Gastwirten – seine Speisen können die Kunden in Mehrwegschüsseln mit nach Hause nehmen, die sie später im Gasthaus wieder abgeben können. Bis zu 200-mal kann Lachenmair die Schüsseln in seiner Spülmaschine reinigen, bevor sie gegen neue ausgetauscht werden müssen. „Und die Deckel sind absolut dicht“, betont Lachenmeir. „Das ist natürlich absolut wichtig.“ Ähnlich wie bei dem schon seit Längerem auch im Landkreis Landsberg gebräuchlichen Kaffeebecher-Pfandsystem funktioniert auch das Schüssel-System. „Nur verlangen wir von den Kunden kein Pfand“, erläutert der Gastronom.

Das System funktioniert ohne Pfand, sondern mit App

„Letzte Woche war eine Familie da, die gleich zwölf Schüsseln mit Essen mitgenommen hat, da wäre mit Pfand ein hoher Betrag zusammengekommen“, erklärt Johannes Lachenmeir im Gespräch mit dem LT. Sein System funktioniere recht einfach: Der Kunde ruft im Gasthaus an, bestellt sein Essen und wird gefragt, wie die Speisen verpackt werden sollen. „Manche bringen selbst Töpfe oder Schüsseln mit, die meisten wollen aber unsere Verpackung nutzen.“ Ordert ein Kunde beispielsweise Schweinebraten mit Knödeln und Salat, bekommt er zwei Schüsseln. „In einer ist der Braten mit den Knödeln, in der anderen der Salat“, beschreibt der Gastwirt das Prozedere.

Rund 260 Schüsseln (es gibt sie in zwei Größen) aus dem Gasthaus Sailer sind seit rund zwei Wochen im Umlauf, in aller Regel kämen gebrauchte Schüsseln relativ schnell wieder zurück. „Wir sind, glaube ich, im Moment in der Umgebung die einzigen, die dieses Schüssel-System anbieten“, sagt Lachenmeir, und er ist stolz darauf, mit dem System einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten zu können. Wenn ein Kunde „vergisst“, seine Schüsseln wieder zum Gasthaus zu bringen, wird er per E-Mail über eine App, deren Benutzung Voraussetzung ist, überhaupt eine Schüssel to go mitnehmen zu können, an die Rückgabe erinnert. Jede der Schüsseln besitze einen eigenen QR-Code, und so könne jedes Gefäß nachverfolgt werden. „Erst nach 14 Tagen wird eine Gebühr von zehn Euro pro Schüssel fällig“, sagt Lachenmeir.

Die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf fehlen

Den Service, Essen telefonisch zu bestellen und dann mit nach Hause zu nehmen, nutzen laut Lachenmeir viele aus Schondorf und Umgebung. „Wir sind zufrieden und können uns so einigermaßen gut über die Zeit retten“, sagt der Wirt, wenngleich die Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken schon sehr fehlten.

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