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Landkreis Landsberg

25.05.2019

Europawahl: Immer mehr Wähler stimmen per Brief ab

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Immer mehr Menschen im Landkreis Landsberg stimmen per Briefwahl ab.
Bild: Thorsten Jordan

Immer mehr Bürger im Landkreis Landsberg stimmen per Briefwahl ab. In Dießen ist es bei der Europawahl sogar schon mehr als jeder Dritte. Am Sonntag stehen weitere Entscheidungen ab.

Zum neunten Mal wird am Sonntag, 26. Mai, ein europäisches Parlament gewählt. Anders als vor fünf Jahren gibt es keine Kandidaten aus dem Landkreis. Dem stellvertretenden Wahlleiter für den Landkreis, Maximilian Schuler, sind jedenfalls keine Namen aus den 40 Listen bekannt. Wenig lokaler Bezug und Straßburg – beziehungsweise Brüssel – sind weit weg. Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl war bereits in den vergangenen Jahren niedrig: 2014 lag sie im Landkreis bei 43,76 Prozent, 2009 waren es 45,59 Prozent und 2004 41,30 Prozent. Zum Vergleich: Bei der jüngsten Landtagswahl 2018 lag die Wahlbeteiligung bei 76,9 Prozent im Stimmkreis. Ist diesmal mit einem stärkeren Engagement zu rechnen? Die bereits jetzt in manchen Gemeinden hohe Zahl der Briefwähler deutet darauf hin.

Die Zwischenstände stehen im Internet

In Dießen hatten bis Mittwochmittag von 8166 Wahlberechtigten 2523 Briefwahl beantragt, wie aus der Verwaltung zu erfahren war. Das sind fast 31 Prozent. 2014 hatte sich die Summe um die 1400 bewegt. Für Landsberg meldet Pressesprecher Andreas Létang 4285 Briefwähler bei 20.997 Wahlberechtigten. Das sind 20,40 Prozent. 2014 waren es insgesamt 2497 Briefwähler bei 20839 Wahlberechtigten (knapp zwölf Prozent). In Kaufering sind es laut Verwaltungsmitarbeiterin Ute Bohr bisher 1648 Briefwähler bei 7812 Wahlberechtigten (rund 21 Prozent), 2014 waren es 7846 Wahlberechtigte gewesen und 1077 Briefwähler.

Der Trend, nicht persönlich, sondern per Briefwahl abzustimmen, spiegelt sich auch in der Zahl der Wahlbezirke wider: Waren es 2014 noch 150, sind es laut Maximilian Schuler jetzt 160 Wahlbezirke im Landkreis. „Es sind 113 Urnen- und 47 Briefwahlbezirke.“ Schuler geht von rund 94.000 Wahlberechtigten im Landkreis aus. Die konkreten Zahlen bekommt die Behörde in Landsberg erst bei der Schnellmeldung der Gemeinden am Sonntagabend. Schuler geht davon aus, dass zwischen 19.30 bis 20 Uhr die ersten Schnellmeldungen eingehen werden. Denn die Liste der wählbaren Parteien ist zwar lang, es darf aber nur ein Kreuz gemacht werden.

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Das Endergebnis liegt am Dienstag vor

Die Ergebnisse sind ab Sonntagabend auf der Internetseite des Landratsamtes zu erfahren. Übrigens gehen die Meldungen der Gemeinden nicht mehr per Fax ein, wie Kreiswahlleiter Andreas Graferläutert, sondern erstmals nur elektronisch. Bis das endgültige Wahlergebnis vorliegt, dauert es aber: Laut Schuler tagt der Kreiswahlausschuss am Dienstag, 28. Mai, um 17 Uhr.

Wie denken die Bürger über die Europawahl? Das Landsberger Tagblatt hat in der Innenstadt Passanten gefragt: Evi Baab aus Apfeldorf findet es wichtig, als Bürgerin ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen „Ich wähle auf jeden Fall!“ Wo sie ihr Kreuz setzen wird, das hat sie noch nicht fest entschieden. Auch Jan Bentele wird wählen gehen, auch wenn das Europäische Parlament nicht viel Handlungsspielraum habe. Großes Gesprächsthema sei die Europawahl in seinem Freundeskreis aber nicht.

Zwei Bürgerentscheide stehen an

Für den Rheinländer Paul Weiß, der im Raum Landsberg Urlaub macht, ist es besonders wichtig, dass viele wählen gehen, denn die Populisten seien auf dem Vormarsch. „Wenn ich nicht wähle, unterstütze ich die Entwicklung, dass die Extremen auf beiden Seiten immer stärker werden“, sagt er. Den Bayern stellt er übrigens ein positives Zeugnis in Sachen politischer Wachheit aus: „Es gibt öffentliche Diskussion, im Kleinen passiert viel.“

Die rege Beteiligung am politischen Geschehen zeigt sich am Sonntag auch in zwei Bürgerentscheiden: In Finning wird über die Ansiedlung eines Discounters entschieden und in Unterdießen über ein geplantes Baugebiet in Dorn-stetten. Gültig sind beide Bürgerentscheide, wenn die Abstimmungsmehrheit mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten ist.

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