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Penzing

17.05.2018

FC Penzing: Zuerst der Klassenerhalt, später zu Olympia?

Matthias Peischer beim Bundesliga-Wettkampf gegen Surheim. Am Samstag steht für die Penzinger der letzte Heimwettkampf an – dann ist ab 16 Uhr der Spitzenreiter und Nachbar Peiting zu Gast.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Matthias Peischer hat im Stockschießen schon viele Erfolge gefeiert - aber nicht nur als Spieler. Ob sich sein größter Traum noch erfüllen wird, hat er nicht alleine in der Hand.

26 Jahre alt ist der Erziehungswissenschaftler Matthias Peischer, der seine sportliche Berufung im Eisstock- beziehungsweise Stockschießen gefunden hat. Und weil ihn die Arbeit mit jungen Menschen gleichermaßen begeistert wie sein Sport, hat er beides zusammengeführt und ist in Grundschulen unterwegs, um den Nachwuchs zu begeistern. „Das läuft super, den Kindern macht es unheimlich Spaß, die sind total begeistert.“

Begeisterung für das Stockschießen zu vermitteln, dürfte Peischer auch nicht wirklich schwerfallen. Er ist dem, wie er sagt, von Technik und Präzision geprägten Sport „verfallen“. Die Kameradschaft unter den Stockschützen, die sich wie eine große Familie verstehen, zählen für ihn ebenso zu den herausragenden Vorteilen dieses Sports wie die Begleiterscheinungen, dass neben der körperlichen Fitness auch viel Kopfarbeit gefragt sei.

Wegen dem Ministrieren hörte er beim Fußball auf

Dabei hat der frisch gebackene Weltmeister seine sportliche Laufbahn ganz klassisch begonnen. „Wie fast jeder Junge habe ich erst mal Fußball gespielt“, erinnert er sich an seine Kindheit zurück. Torwart sei er gewesen, sagt Peischer im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt. Das habe Spaß gemacht, bis der Wechsel auf das Großfeld anstand. „Ab da war es für mich nicht mehr so attraktiv, Fußball zu spielen.“ Das lag wohl auch daran, dass die Spiele oft sonntags stattfanden, was häufig mit seinen Ministranten-Diensten kollidierte. Einer seiner Freunde habe ihn dann mal zum Stockschützen-Training mitgenommen. Und von da ab war es um ihn geschehen. Die Leidenschaft war geweckt.

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Peischer, der sich selbst als ehrgeizigen Menschen bezeichnet, sagt: „Ich bin eigentlich nie zufrieden mit meiner Leistung. Wenn ich ein Turnier gewonnen habe, finde ich trotzdem noch ein Haar in der Suppe.“ Auf errungenen Erfolgen ausruhen – das gibt es für Matthias Peischer nicht.

Seit vielen Jahren trainiert er den Nachwuchs

Trotzdem genieße er es schon auch mal, wenn weniger Trainings- und Turniereinheiten in seinem eng getakteten Terminkalender stehen. Denn neben seiner Arbeit mit Grundschulkindern in einer heilpädagogischen Tagesstätte, seinen eigenen Trainingseinheiten und Wettkämpfen sowie der Nachwuchs-Werbung für den Deutschen Eisstockverband ist Peischer auch noch Nationaltrainer der U16. „Das macht sehr viel Freude, hier kann ich auch sehr gut mein im Studium erlangtes Wissen einbringen“, freut er sich. Mit seinen Jugendlichen konnte er gerade einmal eine Woche vor dem eigenen Weltmeistertitel die Europameisterschaft gewinnen. „Mit dem, was die Mannschaft da gezeigt hat, war ich tatsächlich 100 Prozent zufrieden und das kommt wirklich selten vor“, schmunzelt Peischer, der übrigens auch noch seit seinem 18. Lebensjahr Jugendtrainer in Penzing ist.

Als Trainer ist er viel aufgeregter als wie als Spieler

Viel aufregender sei es für ihn gewesen, an der Bande stehen zu müssen und „nicht in den Spielverlauf eingreifen zu können“, sagt er. Den eigenen Titel habe er wesentlich ruhiger erkämpfen können.

In der Bundesliga, in der die Penzinger Stockschützen heuer erstmals antreten (LT berichtete), lief es zunächst noch nicht so gut. „Wir haben unser letztes Hinrundenspiel gegen Surheim 10:0 verloren, aber die haben auch ein perfektes Spiel abgeliefert“, gesteht er als fairer Verlierer ein.

Hoffnung machte ihm aber die Rückrunde. „Alle Gegner in unserer Gruppe haben ihre Heimspiele verloren und wir sind, glaube ich, eine Mannschaft, die auswärts eine stärkere Mentalität zeigen kann.“ Das bestätigte sich, denn in Surheim gewannen Peischer&Co. souverän – ebenfalls mit 10:0. Damit ist auch der Klassenerhalt wieder in Reichweite. „Die Chance dazu haben wir auf jeden Fall.“ Ganz unerfahren ist die Truppe in Sachen Bundesliga ja auch nicht. Die Winterspiele auf Eis bestreiten die Penzinger Stockschützen in dieser Liga ja schon seit 2012.

Der WM-Titel soll im Heimatland verteidigt werden

Aber nicht nur auf der Rückrunde liegt Peischers Augenmerk, sondern schon jetzt auf der Europameisterschaft in Litauen 2019. „Da wollen wir Meister werden, damit ich es der U16 gleichtun kann. Und 2020 steht dann die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft an.“ Das ist im Übrigen eine Heim-WM. Wo diese in Deutschland ausgetragen wird, steht noch nicht fest. Ob es in seiner Laufbahn noch eine Teilnahme an Olympischen Spielen gibt, hängt von mehreren Faktoren ab. „Zum einen muss die Leistung vorher ja stimmen, zum anderen läuft die Bewerbung, dass Stockschießen olympische Disziplin wird, ja immer noch“, sagt Matthias Peischer.

Am Samstag steht für Matthias Peischer und sein Team das letzte Heimspiel in der Bundesligasaison an. Zu Gast ist ab 16 Uhr der Nachbar und Tabellenführer aus Peiting. Der Wettkampf wird im Festzelt ausgetragen – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

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