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Untermühlhausen

25.07.2020

Familie Wagner bietet vielen Tieren und Pflanzen eine Heimat

Der Garten von Familie Wagner in Untermühlhausen: (von links) Barbara, Viola, Thomas und Amelie Wagner mit Hase Anton.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Gartenserie: Bei Familie Wagner aus Untermühlhausen gehören Kaninchen und Hühner einfach dazu. Es gibt in dem Garten, der nicht streng geordnet ist, viel zu entdecken. So manches Kunstwerk haben die Besitzer selbst angefertigt.

Es blüht im ganzen Landkreis Landsberg. Denn hier scheint es besonders viele begabte Hobbygärtner zu geben. Egal ob in den idyllischen Hinterhöfen, Terrassen oder Balkonen von Landsberg oder in den eleganten Gartenanlagen am Ammersee oder den so typischen bayerischen Bauerngärten. Es sind kleine Paradiese, die man so entdecken kann. Begonnen haben wir mit unserer neuen Serie „Pflanzenpracht im Landkreis“ in einem kleinen Garten in Landsberg. Heute geht es nach Untermühlhausen. Gerne können Sie sich bei uns bewerben, wenn Sie selbst oder Ihre Nachbarn einen besonders schönen Garten haben. Schicken Sie uns eine E-Mail an redaktion@landsberger-tagblatt.de. Und es gibt auch was zu gewinnen: Drei der schönsten Gärten erhalten einen Preis, den Gärtnereien aus dem Landkreis spendieren. Die Gärtnereien Scherdi in Hofstetten, Geier in Weil und Dumbsky in Hechenwang sind dabei.

Was auf einem knapp 600 Quadratmeter großen Grundstück alles untergebracht werden kann: Bei Familie Wagner in Untermühlhausen ist das neben einem Wohnhaus mit ausreichend Platz für vier Personen ein Außenbereich, der sich bei der Besichtigung als wahres Platzwunder entpuppt. Garage, Carport, große Werkstatt, Spielbereich, Hasen, Hühner, dazu Bäume, Sträucher, Blumen, Gemüsebeete - all das findet Platz bei Wagners.

Beim Rundgang durch das kleine Paradies kommt trotzdem nie ein Gefühl der Enge auf. Alles ist so angeordnet, dass sich immer wieder Freiräume auftun, Freiräume, die jeder der vierköpfigen Familie auf seine Art nutzt. „Gärtnern ist mein großes Hobby“, sagt beispielsweise Barbara Wagner. In der Erde zu buddeln, findet sie einfach nur entspannend. Dazu kommt, dass so ein Garten eigentlich nie „fertig“ ist. Neue Ideen verlangen nach Veränderungen, es wird umgepflanzt, Gewächse werden ausgetauscht. „Gerade das finden wir so schön“, so Barbara Wagner und die Begeisterung ist ihr in den Augen abzulesen. Hat die 38-Jährige Neues im Sinn, dann ist als erstes Ehemann Thomas mit seinem handwerklichen Können gefragt. Er bereitet vor, gräbt bei Bedarf ein Stück Rasen um, setzt Begrenzungen. Dann kann sie ihre gärtnerische Kreativität freisetzen.

Eine strenge Ordnung ist nicht nötig

Und die ist nicht auf strenge Ordnung ausgerichtet: Im Wagnerschen Garten wachsen Himbeerstauden und Johannisbeersträucher zwischen Ziergehölzen, spielen Walderdbeeren Bodendecker unter einem schwer mit Früchten beladenen Apfelbaum, wuchern Salatköpfe unter blühenden Schmuckkörbchen. Gerade Blumen wie diese schätzt die ausgebildete Krankenschwester. „Cosmeen, Ringelblumen, Katzenminze vermehren sich durch Selbstaussaat und verbreiten sich so schnell, dass kaum mehr Unkraut zu sehen ist.“ Zudem ziehen sie Bienen und Schmetterlinge an, kann Barbara Wagner immer wieder beobachten. Es finden sich auch Rosen, Fuchsien und weitere Prachtblüher in dem farbenfrohen Paradies.

Tiere gehören für Barbara und Thomas Wagner in Untermühlhausen im Garten ebenso selbstverständlich dazu, wie Spielgeräte für die beiden Töchter Viola und Amelie. Auch zahlreiche Blumen, Obst- und Gemüsesorten kann der Betrachter entdecken.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auf den hauptsächlich für Essbares reservierten Beeten herrscht ebenfalls bunte Vielfalt. Tomate, Gurke, verschiedenste Kräuter und vieles Andere darf sich seinen Platz zwischen Blumen suchen. Eines der Beete gehört Tochter Viola. Die Sechsjährige hat alles Mögliche angebaut, gießt regelmäßig und „zählt jeden Tag die Karotten“, wie sie verrät. Zwischen den Pflanzen hat Viola tönerne Frösche „ausgesetzt“ und ein Herz aus kleinen Steinen gelegt.

Kunst muss auch sein

Kunst muss schließlich auch sein, das hat sich Viola sicher bei Mama abgeschaut. Auf all den Beeten und Rabatten rund ums Haus sind nämlich ständig neue Kunstobjekte aus verschiedenen Materialien zu entdecken. Teilweise hat Barbara Wagner welche gefertigt, teils wurden die Verschönerungen gekauft. Und auch Thomas Wagner ist vertreten. Glanzstück des ausgebildeten Industriemechanikers allerdings ist der nagelneue, handgefertigte Gartenzaun mit Tür und Tor.

Auch diese bepflanzte Blechbadewanne findet sich im Garten von Familie Wagner.
Bild: Julian Leitenstorfer

Naturnähe ist für die Familie Wagner sehr wichtig. So wird der Garten zwar ordentlich gehalten, im Herbst beispielsweise aber nicht alles Laub weggeräumt. „Dann finden Igel einen Unterschlupf für den Winter.“ Dazu passt, dass unterm First des Hauses regelmäßig Fledermäuse ein- und dort ihren Nachwuchs großziehen. Herabfallender Kot wird weggeräumt; „nach ein paar Monaten sind sie eh wieder weg“.

Insekten haben ein Hotel gebaut bekommen, das, wie die Familie versichert, gut genutzt wird. Und im hinteren Bereich des Grundstücks erwarten Besucher weitere tierische Überraschungen. Zwei Gehege gibt es dort. In einem davon mümmeln Kaninchen. Der deutsche Riese, der seinem Namen alle Ehre macht, ist allerdings nicht Hahn im Korb bei den viel kleineren Widderdamen, die vor ihm da waren. Er musste sich, wie Wagners schmunzelnd erzählen, seinen Platz erst erkämpfen und hat mittlerweile einigermaßen Ruhe.

Für die Kaninchen ist Tochter Amelie zuständig. Die Elfjährige sammelt Grünzeug, füttert die Langohren und pflegt auch Stall und Auslauf. Im Gehege daneben singen und scharren etliche Hühner unterschiedlicher Rassen. „Die legen die Eier für unseren Bedarf“, erzählt Barbara Wagner. Und das Besondere an den Hühnern? „Sie werden nicht, wie die Legehennen in Großbetrieben, ganz schnell wieder aussortiert.“ Bei Wagners darf auch die Henne noch weiter scharren und nach Käfern im Boden suchen, die das Eierlegen bereits eingestellt hat. Und wenn so ein Hühnchen glaubt, es müsse jetzt mit dem Brüten anfangen, dann ist auch das möglich im Garten der Familie Wagner in Untermühlhausen.

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