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Landsberg

14.05.2020

Feuerwehren im Landkreis arbeiten im Krisenmodus

Landsbergs Kommandant Christian Jungbauer und seine Kameraden tragen eine Maske im Einsatz. Nur der Fahrer hat keinen Schutz auf.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Das Coronavirus erschwert den Einsatz- und Übungsbetrieb für die Brandschützer im Landkreis Landsberg. Wie der Alltag derzeit aussieht.

Im Einsatzfall muss es bei den Rettungskräften reibungslos und schnell laufen, doch üben konnten die Feuerwehren das in den vergangenen Wochen nicht. Auch das Thema Abstand halten ist in Corona-Zeiten ein Problem. Nun ist zumindest etwas Erleichterung in Sicht.

Ab nächster Woche dürfen die Mitglieder der Wehren im Landkreis wieder in kleineren Gruppen und im Freien üben. Dabei müssen sie aber die Abstandsregeln einhalten, betont Manuel Pfänder, Kommandant der Feuerwehr Scheuring. „Wir müssen uns Gedanken über die Umsetzung machen. Für kleine Wehren wie unsere ist es noch wichtiger zu üben als für die Dießener, Landsberger oder Kauferinger, die mehr Einsätze und deswegen mehr Routine haben.“

Dießen ist bei Spezialthemen gefordert

Anders fällt die Einschätzung von Dießens Kommandant Florian König aus. „Wir sind bei vielen Spezialthemen gefordert und brauchen das Training auch. Dazu gehört Gefahrgut, das Landkreisboot für den Ammersee ist bei uns stationiert und wir haben neue Abrollbehälter, deren Benutzung wir üben müssten.“ Auch die Scheuringer Wehr erfüllt eine zusätzliche Aufgabe: Einige Mitglieder sind First Responder. Diese Kräfte kommen zum Einsatz, um im Zeitraum zwischen dem Absetzen des Notrufs und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu helfen.

Feuerwehren im Landkreis arbeiten im Krisenmodus

„Normalerweise rücken die First Responder in Scheuring immer mit aus, wenn die Feuerwehr alarmiert wird. Das Ganze wurde wegen Corona aber eingeschränkt. Jetzt fahren sie nur noch bei Notarzteinsätzen mit. Ein Mitglied geht dann zum Patienten und holt sich nur im Bedarfsfall weitere Unterstützung“, sagt Pfänder. Drei Einsätze hatte die Einheit seit Mitte März. Wegen des Coronavirus haben die Scheuringer waschbare Overalls angeschafft und tragen bei den Einsätzen Mund-Nasen-Schutz.

Der Gesichtsschutz ist in Zeiten von Corona für alle Feuerwehrleute verpflichtend. Aufgesetzt wird er aber nicht erst beim Besteigen der Fahrzeuge, sondern bereits beim Betreten des Feuerwehrhauses, sagt Landsbergs Stadtbrandinspektor Christian Jungbauer. Zudem verfügten moderne Fahrzeuge über Hygieneboards, an denen die Einsatzkräfte ihre Hände waschen und desinfizieren können.

Die ausrückenden Einheiten sind kleiner

Die Landsberger rücken aktuell in kleineren Einheiten aus, wie die anderen auch. „Auf dem Löschfahrzeug sitzen statt neun Leuten derzeit fünf. Die anderen Kräfte rücken mit einem zusätzlichen Fahrzeug aus. Große Auswirkungen hat das nicht. Dass die Einsatzkräfte zeitlich versetzt am Einsatzort angekommen, war auch früher schon der Fall“, so Jungbauer. Auch er berichtet, dass es derzeit weniger Einsätze seien. „Viele Menschen bleiben daheim, mal schauen, wie sich die beschlossenen Lockerungen auswirken.“

Derweil behelfen sich die Feuerwehrleute in Landsberg und Dießen mit Videoclips im Internet, um Schulungen, beispielsweise zur Fahrzeugkunde, durchführen zu können. Die Dießener greifen zudem auf Videokonferenzen zurück, um sich fortzubilden. Unterschiedlich stellt sich die Lage bei den ebenfalls auf Eis gelegten Lehrgängen dar. Während bei Scheuring noch sechs Mitglieder ihre modulare Truppausbildung kurz vor der Krise beenden konnten, warten in Landsberg und Dießen mehrere Mitglieder darauf, Schulungen besuchen zu können. Und dann sind da noch diejenigen, die gerne mitmachen wollen, aber auch nicht dürfen.

Lesen Sie dazu auch: Nur noch mit Maske im Rettungswagen

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