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Denklingen

16.10.2020

Feuerwehrkommandant nach Unglück mit vier Toten: "Ein Schlag"

Auf einer Baustelle im Gewerbegebiet von Denklingen (Landkreis Landsberg) ereignete sich am Freitag ein folgenschweres Unglück. Vier Bauarbeiter wurden von einer eingestürzten Dachkonstruktion getroffen und getötet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Auf dem Firmengelände einer Baufirma in Denklingen kommt es zu einem traurigen Zwischenfall. Eine Betondecke stürzt ein und begräbt vier Arbeiter unter sich.

Bei einem Arbeitsunfall sind am Freitagvormittag in Denklingen (Landkreis Landsberg) vier Bauarbeiter ums Leben gekommen. Die Männer waren auf einer Baustelle am Firmensitz ihres Arbeitgebers im Gewerbegebiet damit beschäftigt, eine Verbindungsdecke zwischen zwei Gebäuden zu errichten. Plötzlich stürzte ersten Ermittlungen zufolge die am Morgen gegossene Betondecke ein und begrub die vier Männer unter sich. Die Todesopfer im Alter von 16 bis 37 Jahren stammen alle aus der Region.

In Denklingen sind vier Männer auf einer Baustelle ums Leben gekommen. Polizeisprecher Andreas Aichele erklärt, was dort passiert ist.
Video: Thorsten Jordan

Denklingen. Schon wieder Denklingen. Für Feuerwehrkommandant Christian Gleich und seine Kameraden wird das Jahr 2020 als eines der bittersten in die Chronik eingehen. Denn die Denklinger Brandschützer mussten in diesem Jahr schon mehrfach zu tödlichen Unglücken ausrücken. Am 3. Juni kam auf der B17 eine Mutter mit ihren beiden Töchtern und einer Freundin der Mädchen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die vier Frauen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg starben bei der Kollision mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Nur wenige Wochen später ereignete sich auf einer Zubringerstraße zur B17 ein tödlicher Motorradunfall – der Fahrer aus dem Landkreis Weilheim-Schongau war mit einem entgegenkommenden Lkw kollidiert.

Unglück auf Baustelle in Denklingen: Im Ort kennt man viele der Beschäftigten


Die Tragödie vom Freitag trifft den 2550-Einwohner-Ort Denklingen ganz besonders. „Für uns war es ein ganz schöner Schlag“, sagte Feuerwehrkommandant Christian Gleich nach dem Unglück. Denn man kenne die Firma und viele der Beschäftigten. Das betroffene Bauunternehmen hat seinen Sitz seit 1955 im Ort. Der Familienbetrieb beschäftigt rund zwei Dutzend Fachkräfte und weitere Mitarbeiter im Büro. Der Firmenstandort in einem Gewerbegebiet am Ortsrand sollte erweitert werden.

Und dazu wurde am Freitagmorgen eine Betondecke zwischen zwei Gebäuden gegossen. Am späten Vormittag ereignete sich schließlich das Unglück. Unter der Betondecke standen zwei Männer auf einem Gerüst und zwei am Boden, als die Konstruktion plötzlich nachgab, wie die Polizei mitteilte. Tonnenschwere Teile stürzten auf die Arbeiter, die unter Trümmern und Gerüstteilen begraben wurden.

Gerüst stürzt in Denklingen auf Baustelle ein: Für vier Männer kommt jede Hilfe zu spät

Ein Großaufgebot von Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk wurde alarmiert und zwei Rettungshubschrauber flogen nach Denklingen. Doch für die vier Männer kam trotz der beherzten Rettungsversuche unter den Trümmerteilen jede Hilfe zu spät. Ein 16-jähriger Auszubildender, ein 34 Jahre alte Arbeiter und zwei 37-jährige Kollegen starben noch am Unglücksort. Ein weiterer Angestellter hatte Glück – er wurde nur leicht verletzt. Wie Polizeisprecher Andreas Eichele an der Unglücksstelle sagte, waren zwei der Opfer sofort tot. Bei den beiden anderen Männern unternahmen die Sanitäter noch Reanimationsversuche, die jedoch erfolglos blieben.

Auf einer Baustelle in Denklingen ist am Freitagvormittag ein Gerüst eingestürzt. Mehrere Arbeiter wurden verschüttet, vier von ihnen sind tot.
16 Bilder
Betondecke stürzt auf Baustelle ein: Der Großeinsatz der Rettungskräfte in Bildern
Bild: Thorsten Jordan

Was hat das Unglück ausgelöst? Darüber konnten die Ermittler an der Unfallstelle zunächst noch keine Auskunft geben. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen aufgenommen und Sachverständige eingeschaltet. Vor Ort war auch psychologische Hilfe erforderlich. Ein Kriseninterventionsteam und mehrere Notfallseelsorger betreuten Angehörige und Kollegen der Unfallopfer sowie Einsatzkräfte. Die Hinterbliebenen der vier Getöteten verabschiedeten sich noch vor Ort von ihren Lieben. Ihre Leichen werden nächste Woche obduziert.

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21.10.2020

.
Zitate im Fettdruck kommen eben "anders an" als
wenn in einem persönlichen Gespräch geäußert ...

In einem Leserbrief heißt es zu Recht: "Liest das denn
niemand gegen?"
Oder zumindest eine eigene ausreichend kritische
Durchsicht vor dem "Klick"?
.

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17.10.2020

Mein Kommentar ist hier scheinbar eurer Zensur zum Opfer gefallen!! Tolle Zeitung!!!

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17.10.2020

Lieber Herr Blöchl, Ihr Kommentar wurde weder "zensiert", noch wurde er editiert. Er steht hier unterhalb als Kommentar, seit er gepostet wurde. Bitte lesen Sie den Artikel und erkennen hoffentlich, dass es sich bei der Überschrift um ein Zitat des Feuerwehrkommandanten Christian Gleich handelt und nicht in abwertendem Kontext gemeint ist. Bitte kommentieren Sie sachlich. Danke!

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17.10.2020

Wer lässt eine solch "geschmacklose" Schlagzeile zu: "Ein ganz schöner Schlag"!!! Solche dummen Worte haben bei einem Unglück, bei dem 4 Mitbürger ums Leben kamen, aber auch gar nichts verloren!!! Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer!! Mögen sie durch diese schwere Zeit kommen!

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