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Landsberg

07.07.2020

Filmforum Landsberg: Zurück zur Normalität

Das leere Stadttheater vor Beginn des Films.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Re-Start für das Filmforum in Landsberg. Doch nur wenige wollen den Film „Die Verachtung“ im Stadttheater sehen.

Es ist schon einige Zeit her, dass Herbert Seibold das letzte Bier über den Tresen im Foyer des Stadttheaters gereicht hat. Und so bringt ihn sein erster Gast nach fast drei Monate langem Lockdown zunächst einmal in Verlegenheit: hat er doch tatsächlich den Preis für das gerade ausgegebene Helle vergessen. „So weit ist es schon gekommen“, sagt der Routinier und lacht über seinen kleinen Aussetzer, wird dann aber ernst. „Höchste Zeit, wieder anzufangen und auch hier ein klein wenig Normalität hereinzubekommen.“ Das LT war beim Re-Start im Stadttheater dabei.

Das sagt Seibold nicht nur im Hinblick auf die vorsichtige Wiederaufnahme des Kulturbetriebs im Landsberger Stadttheater; auch sich selbst wünscht er einfach nur sein „altes Leben und Geschäftigkeit zurück“. Die obligatorische Trennwand aus Plexiglas auf dem Tresen, den „Spuckschutz“, nimmt er dafür gerne in Kauf. Und seine Gäste üben sich nun im Schlangestehen fürs Getränk zum Film. Ein wenig verbreiten die von Herbert Seibold ausgetüftelten, von zwei Seiten an die Theke heranführenden Zuläufe Flughafenatmosphäre. „Aber nur so“, sagt er, „ist gewährleistet, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können.“

Der Film "Die Verachtung" von Jean-Luc Godard (1963) war im Filmforum zu sehen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Unbedingt erforderlich wäre diese Schutzmaßnahme für die mittlerweile dritte Veranstaltung des Filmforums allerdings nicht gewesen. Nur drei von insgesamt zugelassenen 50 Zuschauern waren zur Vorstellung gekommen, vorschriftsmäßig mit Mund-Nasen-Schutz, den sie nach erneuter Lockerung der Sicherheitsbestimmungen im Theatersaal dann aber abnehmen konnten. So viel Schonung wie gerade wir in Corona-Zeiten, gewährte der Protagonist des Abends seinen Atemwegen nicht. In Jean-Luc Godards filmischer Bearbeitung Alberto Moravias Romans „Die Verachtung“ rauchte Michel Piccoli wie ein Schlot und hüllte nicht nur seine Filmpartnerin Brigitte Bardot immer wieder in dicken Zigaretten- und Zigarrenqualm.

Dass die Hommage an den Anfang Mai dieses Jahres verstorbenen großen französischen Filmschauspieler nur schwach besucht war, nimmt Theaterleiter Florian Werner gelassen: Wenig ermutigend? „Nein, eher wetter- und jahreszeitlich bedingt“, weist er auf die Gewitterstimmung über Landsberg an diesem Abend hin und darauf, dass das Publikum während der Sommermonate generell eher „outdoor“ orientiert sei. Die Sonntagsmatinee zum Auftakt und auch der als Zweites gezeigte Miles-Davis-Film seien mit 13 beziehungsweise 25 Zuschauern deutlich besser besucht gewesen, so Werner.

Nicht viel zu tun hatte Claudia Drexl (Mitte) vom Kartenverkauf beim Filmforum im Stadttheater mit dem Film „Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard.
Bild: Julian Leitenstorfer

„Ob unser Angebot angenommen wird und der Re-Start funktioniert, werden wir erst bei den Konzerten sehen, die für Ende Juli angesetzt sind oder bei dem für Anfang August geplanten Sommertheater.“ Wenn die Zuschauer hier ausblieben, so der Theaterleiter, müsse man sich fragen, ob die Angst noch zu groß oder, schlimmer, das Interesse kleiner als vermutet sei.

Noch diesen Monat gibt es im Filmforum eine Reihe von Veranstaltungen. Der letzte Film vor der Sommerpause ist „Jojo Rabbit“ am Donnerstag, 23. Juli, um 20 Uhr. Das Programm liegt nicht wie sonst üblich auch als Flyer vor, sondern findet sich auf der Homepage unter www.filmforum-landsberg.de

Das ist noch im Stadttheater geplant: Nach Corona-Pause: Das Stadttheater bereitet den Neustart vor

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