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Igling

13.10.2017

Fische sterben einen qualvollen Tod

Anna Dürr  und Tierarzt Bolko Zencominierski fanden auch am Freitag noch tote Fische im Luibach.
Bild: Thorsten Jordan

Weil das Wasser stellenweise nicht mehr richtig fließt, veranlasst die Gemeinde Igling, den Luibach zu räumen. Dabei gehen zahlreiche Forellen und Krebse zugrunde.

Anna Dürr und Bolko Zencominierski, der Iglinger Umweltreferent, sind auch noch drei Tage danach fassungslos. Am Dienstag war die Landsbergerin mit ihren Eltern Zeugin, wie Mitarbeiter des Iglinger Bauhofs den parallel zur Kreisstraße nach Erpfting verlaufenden Luibach mit einem Bagger geräumt haben. Sie entfernten Schwertlilien und andere Ufergewächse. Dabei brachten sie offenbar so viel Erdreich in den Bach ein, dass viele der darin lebenden Fische an dem Schlamm regelrecht erstickten. Anna Dürr hat heute bei der Polizei in Landsberg Anzeige erstattet, weil bei der Aktion aus ihrer Sicht massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wurde.

„Es war brutal. Die Fische sind grausam erstickt“, sagte Anna Dürr heute. Mit unserer Zeitung und Bolko Zencominierski hatte sie sich am Luibach getroffen und davon erzählt, wie sie am Dienstag im Bachbett stand und versuchte, die Fische zu retten. Mit der Hand habe sie sie wieder ins fließende Wasser gesetzt, nachdem die Tiere, gefangen zwischen Pflanzenresten, verzweifelt nach Luft geschnappt hätten. Bolko Zencominierski, Tierarzt in Igling, sagt, dass der Schlamm die Kiemen der Fische dichtgemacht habe. Wie viele gestorben sind? Noch gestern fanden die beiden etliche tote Fische jeden Alters im Luibach.

Schockiert vom Vorgehen

Anna Dürr und ihre Eltern gehen täglich mit ihrem Hund am Luibach entlang spazieren. „Das rege Tierleben im Bach freut uns“, sagt die Ärztin. Umso mehr sei sie über das Vorgehen der Gemeindearbeiter schockiert gewesen. Selbst wenn die Reinigung des Luibachs nicht von Hand erfolgen könne, sollte ihrer Meinung jemand die Arbeiten mit dem Bagger mit Blick auf die Tierwelt begleiten. „Dann kann so ein elendes und vollkommen unnötiges Massensterben verhindert werden.“

Ihre Wut und ihren Ärger haben Anna Dürr und ihre Eltern auch Iglings Bürgermeister Günter Först via E-Mail mitgeteilt. Heute hat er darauf geantwortet und sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er, auch er habe sich über das Vorgehen der Gemeindearbeiter geärgert. Gleichzeitig erklärte er auch, warum der Luibach entlang der Kreisstraße nach Erpfting geräumt wurde. In den vergangenen Jahren sei der Bewuchs stark angestiegen und an einigen Stelle keine vernünftige Fließgeschwindigkeit des Wassers vorhanden gewesen. Im vergangenen Jahr habe ein Bürger daher beantragt, den Bach zu räumen. „Der Gemeinderat hat daraufhin beschlossen, den Bach punktuell zu räumen“, so Günter Först in seiner Antwort an Familie Dürr.

Vor-Ort-Termin im Sommer

Im Sommer hat es laut Bürgermeister einen Vor-Ort-Termin gegeben, bei dem neben Först auch die Gemeinderäte Josef Gayer und Thomas Weigl, Geschäftsstellenleiter Patrik Piller sowie die Leiter des Bauamts und des Bauhofs zugegen waren. Umweltreferent Zencominierski, früher selbst Gemeinderat, war nicht eingeladen, wie er sagt. „Dabei wurde der Bach begangen und festgelegt, dass nur an verschiedenen Stellen mit sehr starkem Bewuchs ein Teil der Bepflanzung entfernt werden soll“, so Först. Es sei auch die Anweisung gewesen, so vorsichtig mit dem Bach zu verfahren, dass weiterhin Rückzugsgebiete für Fische und Krebse bleiben.

Die Gemeinde holte sich die Genehmigung für die Räumung beim Landratsamt. Der Bescheid war laut Pressesprecher Wolfgang Müller bis Ende Oktober befristet. Darin war festgelegt, dass die Räumung abschnittsweise und wechselseitig zu erfolgen habe. Sie sei so durchzuführen, dass der Naturhaushalt möglichst geschont wird. „Es ist unbestritten, dass wir an verschiedenen Stellen leider den Bach zu intensiv geräumt haben, was ich sehr bedauere“, schreibt Günter Först. Eine Aussprache mit dem Bauhofleiter und eine Ermahnung seien bereits erfolgt. Das Landratsamt will sich am Montag ein Bild machen.

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