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Kaufering

22.06.2017

Fische verenden im Mühlbach

Zementschlamm hat den Mühlbach in Alt-Kaufering verunreinigt und für ein Fischsterben gesorgt.
Bild: Thorsten Jordan

Das Bachbett in Alt-Kaufering muss saniert werden. Bei Arbeiten gelangte Zementschlämme ins Wasser - mit katastrophalen Folgen für die Umwelt.

Bei Instandsetzungsarbeiten ist der Mühlbach in Kaufering-Dorf am Mittwoch verunreinigt worden. Wie die Gemeinde in einer Pressemeldung mitteilt, verfüllten Mitarbeiter einer Baufirma zur Stabilisierung des Untergrundes ein Loch mit Beton. Dabei sei unkontrolliert Zementschlämme in das Bachbett gelangt. Dies führte dazu, dass Fische verendeten und sich die Schlämme am Boden absetzte.

Vor der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend hatte eine Bürgerin die Fragerunde genutzt, um nach den Ursachen für das Fischsterben zu fragen. Die Antwort blieb Bürgermeister Erich Püttner schuldig, erst später, als über die anstehenden Sanierungsarbeiten des 45 Meter langen Teilabschnitts des Mühlbachs im Bereich der Landrat-Müller-Hahl-Straße beraten wurde, berichtete er über das Missgeschick. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Zuhörer den Sitzungssaal schon wieder verlassen.

Heute schob die Marktgemeinde dann auch noch eine Presseerklärung nach. Darin steht zu lesen, dass Arbeiten dieser Art schon mehrfach ohne Probleme und negativen Folgen ausgeführt und einwandfrei umgesetzt worden seien. Das Verfüllen von entstehenden Löchern im Bachbett sei bis zur Sanierung des Mühlbaches immer wieder nötig. „Dieses Missgeschick ist leider nun so geschehen und alle Beteiligen sind davon sehr betroffen. Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Anwohnern“, teilt die Marktgemeinde mit. Selbstverständlich würden alle entstandenen Schäden ersetzt.

Es kommen auch Sandsäcke zum Einsatz

Doch warum muss das Bachbett mit Beton aufgefüllt werden? An der Landrat-Müller-Hahl-Straße plätschert der Mühlbach noch durch natürlich belassenes Gelände, das Anfang der 1990er-Jahre entsprechend ausgebaut wurde. Allerdings dringt dort Wasser immer wieder durch den Böschungsbereich und sickert auf Straße und Gehweg. Zudem trat bereits mehrfach Wasser im Bereich tieferliegender Anwesen, wie dem Waldorfkindergarten, auf. Das hängt laut Tiefbauamt der Marktgemeinde mit Sickerstellen im Bachbett zusammen

Die Vernässung der Dämme sei inzwischen so stark, dass niemand weiß, wie lange diese noch halten werden. Und so werden die Dämme derzeit mit Sandsäcken gesichert. In der Sitzung kritisierte Marktgemeinderat Andreas Keller, dass die Straße in diesem Bereich nicht gesperrt wird. „Ich halte es für bedenklich, dass der Untergrund nicht untersucht wird.“ Tiefbauamtsleiter Andreas Giampa sagte, das werde gemacht, wenn die Sanierungsarbeiten beginnen.

Die kompletten Arbeiten gehen im Herbst über die Bühne

Von Anfang September bis Ende Oktober soll das Bachbett zwischen dem Durchlass unter dem Brückenring und der Auffahrt zu einer Hofstelle auf rund 45 Metern Länge dauerhaft abgedichtet werden. Realisiert werden soll das mit einem Stahlbeton-Gerinne. Die Bachsohle soll mit vorhandenem Material wiederhergestellt werden, die Stahlbetonwände größtenteils nicht sichtbar sein und die verbleibenden sichtbaren Wände mit Natursteinmauerwerk verkleidet werden. Damit der Bachlauf nach dem Einbau der Rinne wieder möglichst natürlich aussieht, sollen Wasserbausteine, Pflanzen und auch Totholz zwischen Steinen eingebaut werden.

Eigentlich sollten die Arbeiten im April beginnen. Allerdings musste die Maßnahme erneut ausgeschrieben werden, was nun auch zu einer Verteuerung führte. Den Zuschlag erhielt eine Firma aus Immenhofen, die die Sanierung für rund 185.000 Euro durchführen will. Diese Angebotssumme übersteigt den Haushaltssatz um 55.000 Euro. Dennoch stimmten die Räte zu. Denn wie es das Tiefbauamt in der Sitzungsvorlage formulierte, kann die Maßnahme nicht verschoben werden, da ein Durchbruch in der Sohle und des Dammes jederzeit möglich sei.

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