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Betriebsrentner

15.09.2014

Fischer folgt auf Heydrich

Mit dem gleichen Engagement wie sein Vorgänger Heider Heydrich (rechts) will Wilhelm Fischer den Vorsitz bei den Betriebsrentnern führen.
Bild: Andreas Frey

Neuer Vorstand. Zukunftsaufgabe ist Suche nach Mitgliedern

Die Werbung neuer Mitglieder soll zu einer Kernaufgabe des neu gewählten Vorstands der „Betriebsrentner e.V.“ werden. Denn bei der Jahresversammlung des bundesweit tätigen, in Dießen registrierten Vereins wurde deutlich, dass die Schrumpfung der Mitgliederbasis zur ernsten Sorge des spezialisierten Sozialverbandes wird.

Vom Chefposten zog sich Heider Heydrich aus persönlichen Gründen zurück. Der ehemalige Dornier-Geschäftsführers wird im Dezember 80 Jahre alt. Einstimmig wurde Wilhelm Fischer zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 65-jährige Gil-chinger verfügt ebenfalls über den „Stallgeruch“ eines beruflichen Werdegangs bei Fairchild-Dornier, wobei der Verein längst schon über die Rentner der Luftfahrtindustrie hinaus aufgestellt ist.

Neben der Ausdünnung der ehemaligen Dornier-Mitarbeiter, welche 2003 das Gründungsfundament bildeten, nannte Vereinssprecher Wolfgang Sperling weitere Faktoren für das Absinken unter die 2000er-Marke bei der Mitgliederstärke. Einige Mitglieder würden ihre korrekten SEPA-Bankverbindungen nicht mitteilen, doch ohne Beitragszahlung müsse eben die Kündigung ausgesprochen werden. Manche meldeten sich nur für den Zeitraum einer erhofften Rechtsberatung an oder fragten eine Rentenberatung sogar als Außenstehende an.

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Die Werbung um Beitritte soll nun mehr Schlagkraft bekommen: Ein zusätzlicher Vorstandsposten für Außendarstellung und Mitgliederanwerbung wurde durch den Beschluss der Jahresversammlung genehmigt. Ebenfalls verstärkt wurde die Riege der Beiräte. Hier kommt der Friedrichshafener Erwin Bär neu ins Boot.

Auch durch die Neubesetzung des Vorsitzes erhofft sich der Verein mehr positive Außenwirkung. Sperling teilte hierzu eine Medienschelte aus: „Man mag vermuten, dass der Name unseres bisherigen Vorsitzenden oft der Anlass war, unserem Verein keine Plattform zu bieten oder keine Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte er unter Anspielung auf die NS-Vergangenheit von Heydrichs Vater, von der sich Heider Heydrich indes stets distanziert hatte.

Von Mitgliedern bis nach Spanien und in die Niederlande konnte man im Rechenschaftsbericht erfahren, den wiederum Sperling vortrug. Insgesamt 54 Klagen um Rentenbezüge habe der Verein seit der letzten Jahresversammlung durch fachliche Beratung unterstützt, wobei 14 von Arbeitsgerichten zugunsten der Bezugsberechtigten entschieden wurden – bei ebenso vielen noch nicht abgeschlossenen Fällen, sodass die Erfolgszahl also noch steigen könne.

Der scheidende Vorstand Heider Heydrich, der nahe des Wörthsees im Fünfseenland lebt, wünscht sich vor allem mehr Bewusstsein bei der noch arbeitenden Bevölkerung für ihre Altersabsicherung. Wenn die jetzt noch Aktiven zu spät für ihre Interessen einträten und im Alter erst merkten, wo sie durch Arbeitgeber, Politik und Gesetzgebung benachteiligt wurden, könne bei dieser Generation ein massiver Vertrauensverlust gegenüber der Demokratie eintreten. Und dies sei das Letzte, was unsere Gesellschaft brauchen könne. Am Rande der Jahresversammlung, die in der Dießener Mehrzweckhalle stattfand, wurde außerdem eine Erhöhung des Jahresbeitrags von 15 auf 20 Euro beschlossen. Zudem wurde die Satzung dahingehend geändert, dass im Falle einer Vereinsauflösung das Restvermögen nicht mehr Caritas, Vdk und BRK, sondern stattdessen zu hundert Prozent der Dießener Stif-tung „Pro Bono Seniore“ zufallen soll.

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