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03.06.2009

Fläche durch Höhe kompensieren

Landsberg (hön) - Angesichts der gegenwärtigen Diskussion um den Flächenverbrauch im Stadtgebiet Landsberg sollte die Nachricht des Logistikers "Edeka", man benötige für die Ansiedlung im Frauenwald nur noch 18,58 Hektar Grund und nicht mehr 23 Hektar, eigentlich für positive Reaktionen sorgen. Doch im Stadtrat gibt es Stimmen, allen voran die aus der Grünen-Fraktion, die noch offene Fragen sehen.

Sie vermuten hinter dem reduzierten Flächenverbrauch die Folge, dass die Betriebsgebäude gleichzeitig höher werden, als bisher geplant. Dr. Andreas Hartmann: "Was hat es mit dem Kamin auf sich, der immerhin 36 Meter hoch werden soll?" Dieser und noch andere Punkte, so Oberbürgermeister Ingo Lehmann, würden in einem Gespräch zwischen Stadtspitze und Edeka-Verantwortlichen verhandelt, das Informationen des LT zufolge am vergangenen Freitag stattgefunden hat. In der jüngsten Stadtratssitzung ging es lediglich darum, den Bebauungsplan "Frauenwald 3" entsprechend zu ändern. Das bedeutet, dass aufgrund des reduzierten Flächenbedarfs von Edeka ein Teil (3,56 ha) als Wald verbleiben und gleichzeitig den östlichen angrenzenden Gewerbeflächen zugeschlagen werden könne. Wie Alfred Ganzenmüller, Leiter des Referats Bauleitplanung, in seiner Vorlage ausführt, benötige Edeka zudem keine öffentliche Erschließung, da die Zufahrt über die Franz-Kollmann-Straße im Westen des Geländes erfolge. Somit entfalle die dafür vorgesehene Erschließungsstraße. Durch die Ausweisung des künftig als "Frauenwald 4" bezeichneten Gebiets müssten voraussichtlich 7,4 Hektar Wald gerodet werden, die mit Flächen des Guts Mittelstetten ausgeglichen werden (8,9 Hektar bei einem Kompensationsfaktor von 1,2). Dabei gelte der vom Stadtrat am 11. Juni vergangenen Jahres gefasste Beschluss einer zeitnahen Rodung zur Ansiedlung des Betriebs. Auch werde man sich insbesondere an den Brutzeiten der Vogelwelt orientieren sowie auf das Vorhandensein von Ameisenkolonien (LT berichtete) entsprechend reagieren und Rücksicht nehmen. Eine Umsetzung der Kolonien sei technisch ohne Weiteres möglich.

Insgesamt 26,86 Hektar

Insgesamt umfasst der neue Bebauungsplan "Frauenwald 4" 26,86 Hektar (Edeka 18,58 ha). Das Baufenster sei dabei in drei Nutzungsbereiche unterteilt: Teil 1 im Nordwesten mit der Werkstatt und voraussichtlich einer Tankstelle. Teil 2 mit einem Nutzungsbereich, der Höhen bis zu 26 Metern aufweist, im Bereich drei (im Südosten) sollen die Gebäude nach Edeka-Planungen bis zu 36 Meter hoch werden. Die unversiegelten Freiflächen werden laut Beschluss mindestens 20 Prozent der Gesamtfläche betragen, der Waldsaum entlang der Iglinger Straße bleibt erhalten und ist mindestens 50 Meter breit. Nur die vier Fraktionsmitglieder der Grünen lehnten den Beschluss ab und beantragten die namentliche Aufnahme ins Protokoll.

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