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Untermühlhausen

08.05.2019

Fliegerhorst Penzing: Giftstoffe in Gärten in der Umgebung

Landidylle in Untermühlhausen: Für Verunsicherung sorgt, dass am Verlorenen Bach und in Gärten gesundheitsschädliche PFC-Chemikalien festgestellt wurden.
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Landidylle in Untermühlhausen: Für Verunsicherung sorgt, dass am Verlorenen Bach und in Gärten gesundheitsschädliche PFC-Chemikalien festgestellt wurden.
Bild: Alois Vitzthum

Plus Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Penzing wurde Löschschaum eingesetzt, der PFC-Verbindungen enthielt. Jetzt gibt es neue Fakten. Was die Bundeswehr unternimmt.

Welche Risiken gehen von den PFC-Chemikalien aus, die auf dem ehemaligen Penzinger Bundeswehr-Flugplatz in den Boden und ins Grundwasser gelangt sind? Vor Kurzem hat das Landratsamt dazu weitere Erkenntnisse veröffentlicht. Diese Stoffe, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen, wurden zwar auch außerhalb des Flugplatzes nachgewiesen. Jedoch ergebe sich aus den ermittelten Werten, „dass keine schädliche Veränderung des Grundwassers im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes vorliegt“, wie es in einem Informationsschreiben heißt. Manche Bürger bleiben aber skeptisch.

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Die Sieben Quellen wurden schon 2013 vom Netz genommen

Als Quelle für die Verunreinigungen gelten die auf dem Flugplatz bis 2011 verwendeten Löschschäume. PFC-Nachweise im Boden wurden auf dem Flugplatz gemacht – und im Wasser aus den Sieben Quellen in Untermühlhausen. 2013 wurde die Nutzung des Wassers, das zuvor ins Leitungsnetz von Untermühlhausen und Epfenhausen sowie der Gemeinde Weil eingespeist wurde, beendet. Die Schadstoffe wurden auch in den folgenden Jahren im (inzwischen nicht mehr genutzten) Quellwasser nachgewiesen.

Mehr zum Thema: In einer Quelle ist immer noch PFC

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Insbesondere in Untermühlhausen und Epfenhausen reagierten viele Einwohner besorgt, auch deswegen, weil mit Leitungswasser und Wasser aus dem Verlorenen Bach auch Gärten gegossen wurden, womit möglicherweise PFC auch in die Gartenböden gelangt sein könnte.

Im Herbst wurden Bodenproben entnommen

Dieser Frage wurde im Herbst nachgegangen. In beiden Dörfern wurde die Erde aus sechs Nutzgärten untersucht, die mit Bach- oder Leitungswasser gegossen wurden. Das Ergebnis wurde vor Kurzem veröffentlicht: Im Bodenmaterial selbst konnten keine PFC über Bestimmungsgrenze von fünf Millionstelgramm pro Kilogramm festgestellt werden. Untersucht wurde auch das „Bodeneluat“, also die in Wasser gelösten chemischen Substanzen aus dem Erdreich. In zwei Gärten, die mit Bachwasser und einem Garten, der mit Leitungswasser gegossen wurden, fanden sich PFC-Einzelsubstanzen. Deren Konzentration sei jedoch unter den vom Landesamt für Umwelt veröffentlichten Stufe-1-Werten gelegen. Eine schädliche Veränderung des Grundwassers liege damit nicht vor. Daraus schließen die Behörden vorläufig weiter, dass auch der Verzehr der dort gewachsenen Nutzpflanzen keine Gesundheitsgefahr darstelle.

Auch das Gemüse soll untersucht werden

Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, sind weitere Analysen geplant. Die Bodenschutzbehörde im Landratsamt will aus den drei Gärten, in denen PFC nachgewiesen wurde, im Frühsommer Erntegut untersuchen lassen. Auch das Wasser des Verlorenen Bachs soll weiter beprobt werden, um zu ermitteln, wie sich die PFC-Konzentration entwickelt. Zur Frage, ob der Verzehr von Fischen aus dem Verlorenen Bach gesundheitsschädlich sein könnte, heißt es vom Landratsamt, darüber könne „noch keine abschließende wissenschaftlich belastbare Bewertung“ gemacht werden.

Welche Schritte die Bundeswehr unternimmt

Von der Bundeswehr wurde auf Anfrage des LT mitgeteilt, dass die Planung der Altlastenuntersuchungen (inklusive PFC) inzwischen abgeschlossen sei. Die Detailuntersuchungen auf dem Flugplatz sollen ab Juli stattfinden. Dazu sei vorgesehen, Grundwassermessstellen einzurichten und Bohrungen vorzunehmen. Die Gutachter sollen auch erste Überlegungen über mögliche Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen anstellen, so die Auskunft des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn.

Eine vorgezogene Sicherungsmaßnahme laufe bereits am Feuerlöschbecken. Dabei werde das Beckenwasser abgepumpt und gereinigt und der Zustand des Leitungssystems untersucht. Der Sprecher des Bundesamts betont dabei auch, dass PFC nicht nur bei der Bundeswehr ein Thema sei, dabei handle es sich um ein weltweites Problem.

Ausgeräumt sind die Sorgen in Untermühlhausen aber nicht: „Zu 100 Prozent ist das nicht überzeugend“, meinte eine der Gesprächspartnerinnen des LT zu diesem Thema. Ein anderer Untermühlhauser ist vor allem besorgt, weil sich PFC nicht abbauen, sondern in Organismen ansammeln.

Der Kommentar zum Thema: Fliegerhorst Penzing: Altlasten endlich aufräumen

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