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06.07.2010

Fließend und voller Leben

Landsberg Trotz der hochsommerlichen Temperaturen fanden viele Kunstinteressierte - angelockt auch von den weichen Klängen der Querflötistin Mirjam Wanka - den Weg in die Rathausgalerie, wo in der Reihe der kleinen Ausstellungen des Neuen Stadtmuseums die Vernissage zur Ausstellung "Leben, fließend und abenteuerlich" mit Bildern der Künstlerin und Kunsttherapeutin Diana Angela Gmelin eröffnet wurde. Treffend charakterisierte Museumsleiterin Dr. Margarete Meggle-Freund die Bildwerke als ein Sichtbarmachen "seelischer Zustände und innerer Bewegungen in kraftvollen, energiegeladenen Farben".

Insgesamt ist Gmelin mit dreizehn meist großformatigen Werken vertreten, für deren zum Teil kräftige Farbkontraste die grauen Betonwände der Rathausgalerie einen idealen Hintergrund bieten.

Wie der Titel der Ausstellung bereits andeutet, versteht die Künstlerin ihre Arbeit als eine Hommage an das Leben und gewinnt ihre Motive aus der Meditation und inneren Bildern. Mit der Neugier und Offenheit eines Kindes erforscht Gmelin jenseits von Zeit und Raum Innenräume und fremde Welten, die sie anschließend mit kräftigen Farben auf die Leinwand bannt. "Das Bild kommt von den Farben her und diese hängen immer eng mit der momentanen Lebenssituation zusammen", erklärt die Malerin. "Rot steht für Temperament, Kraft und Erdung, aber auch Sexualität, es ist die Feuerqualität, während Blau die gegensätzliche Wasserqualität symbolisiert und damit Spiritualität und ein stetes 'Im-Wandel-Sein'." Wie sehr die beiden Farben trotz ihrer gegensätzlichen Konnotationen harmonieren und gleichzeitig Spannung erzeugen, zeigt eindrücklich das Bild "Lebensstrom".

Pinselstriche in Rot und Blau fließen dahin

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Die Pinselstriche in Rot und Blau, abwechselnd fließend und abgehackt aufgetragen, lassen vor dem Auge des Betrachters eine Figur erkennen, die voller Vitalität und Energie in das Leben tritt, jedoch bewusst ohne individuelle Züge dargestellt ist, denn wie Gmelin sagt: "Meine Figuren stehen für eine innere Haltung, für das Leben an sich." Dazu passt, dass die Farbe auch schon mal im Rhythmus von Trommelklängen auf die Leinwand geklopft wird. Leuchtende Gelbtöne sind dagegen in dem Werk "Das Leben" zu einem dichten, vielschichtigen Farbteppich verknüpft, die Leinwand scheint sich mit dem Glühen eines heißen Sommertags vollgesogen zu haben und spiegelt, wie die Künstlerin lachend meint, "meine inneren Sonnentage" wider.

Auffällig an den Bildern Gmelins sind die vielen Farbschichten, die eine unendliche Weite erzeugen und keinen Horizont mehr spüren lassen, sodass man beim Betrachten der Bilder gleichsam in deren Tiefe - und damit auch in die eigene - eintaucht.

Dichte, vitale Farbschleier fließen ineinander oder schweben übereinander, fast meint man wahrnehmen zu können, wie die Farben in die Leinwand tropfen, Bild und Bewegung werden eins.

Öffnungszeiten Die Ausstellung ist bis zum 29. Juli täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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