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Stadttheater

21.11.2018

Flott, frech und fröhlich

Ein Perkussionist und das Musikensemble Opern auf Bayrisch sorgten im Landsberger Stadttheater für gute Laune.
Bild: Jordan

Die Opern auf Bayrisch waren wie immer ausverkauft und ein echtes Vergnügen. Drei tolle Sprecher

„Ausverkauft“, und das zu Recht: Es war ein ausgesprochen unterhaltsamer, fröhlicher, frecher, flotter Abend im Landsberger Stadttheater, zu dem es so viele Besucher zog. „Opern auf Bayrisch“ machten wieder einmal Station in der Lechstadt. Das bedeutete nicht nur einen voll besetzten Saal, sondern auch eine gut gefüllte Bühne. Schließlich war dort nicht nur ein mit für die Dramaturgie wichtigen Instrumenten bestücktes Orchester unterzubringen. Tisch und Stühle für die Sprecher/Erzähler waren weitere Requisiten.

Nicht zuletzt beanspruchte einer der Perkussionisten Fläche für allerhand Geräusch-Gerätschaften sowie Platz für witzige Clownerien. Die waren mal passend, viel lustiger wurde es aber, wenn sie so gar nicht passten. Das Publikum reagierte darauf immer recht schnell, die meisten Besucher schienen vor allem diesen Akteur im Blick zu haben. Das Ensemble war mit Teil 2 der Opern auf Bayrisch (Text Paul Schallweg) angereist. „A - I - Da“, ja, genau so artikulierte Conny Glogger. „Das Liebesdrama vom Nil“, wurde als Erstes serviert. Nach einer verwegenen Ouvertüre mit Schuhplattler und Bayernhymne nahm das Drama seinen Lauf. Die Arie für die „Holde Aida“ wurde zum von Michael Lerchenberg gesungenen Gstanzl und der Triumpfmarsch erklang erst, als das Orchester (Leitung Andreas Kowalewitz) eine ganze Palette volkstümlich Bayrisches, Schlager und Weiteres durchgehechelt hatte. Dann aber war das Sprechertrio voll des Lobes: „Ja, der Verdi Sepp, des war schon ein Hund“.

Vom Nil ging es zurück nach Bayern. „Die Meistersinger – nein nicht von Nürnberg – von Miesbach“ buhlen jetzt singend um eine Schöne. Für den „Lohengrin von Wolfratshausen“ bietet der Perkussionist gleich ein ganzes Kinderzinkbadwandl voller Handtrommeln, Klapperle und Schepperle auf. Dazu intonieren die Musiker den Defiliermarsch und Takte aus Wagners Oper. Überhaupt ist beeindruckend, wie klug die Musik (Komponist Friedrich Meyer) gemischt ist. Im Taktwechsel erklingen Melodiefetzen und bevor noch so richtig reingehört werden kann, ist das Orchester, das auch mal wie eine dörfliche Blaskapelle spielen darf (was für Profis gar nicht so einfach ist), schon zwei Stücke weiter. Bei Lohengrin bekommt die ein wenig hintangestellte Zither einen tragenden Part und auch der Föhn, der in Südbayern für alles herhalten muss, was nicht anders zu erklären ist, spielt eine wichtige Rolle.

Die drei Sprecher Conny Glogger, Michael Lerchenberg und Gerd Anthoff sind ein Hit. Egal ob Nil, Schlierach oder Loisach, sie treffen nicht nur die richtige Dramatik, sondern lassen zum Vergnügen des Landsberger Publikums auch noch locker eingestreute gegenseitige Spitzen los. Aufmerksamkeit bis zur letzten Minute ist also Pflicht. Dank für den tosenden Applaus – „nein, den Ring des Nibelungen tragen wir jetzt nicht vor“, meint Conny Glogger feixend, „wir wollen heute noch heimkommen“ – ist eine andere Oper. Und da wird bewiesen, dass der Inhalt in wenigen Sätzen, ohne mords Musik- und Arien-Gedöns erzählt werden könnte. „Japanermädel liebt Ami-Soldaten, kriegt Kind, wird verlassen. Soldat kommt nach vielen Jahren mit anderer Frau, will bloß Sohn abholen.“ Da bleibt nur der Griff zum Messer und rein in die Brust. Trotz dieser Tragik hat auch „Madama Butterfly“ an diesem Abend im Stadttheater Heiteres zu bieten.

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