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Asyl

20.10.2014

Flüchtlinge kommen in die Lechturnhalle

Das Rote Kreuz ist vorbereitet: Christian Hess (rechts) und Georg Kobschätzky haben bereits ein Anhänger mit Matratzen beladen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Landkreis muss bis Ende Oktober bis zu 100 Personen aufnehmen. 

Der Lastwagen mit Matratzen ist beladen, die Betten stehen bereit, Wickeltische und Kinderbetten müssen noch gekauft werden. „Wir sind bereit“, sagt Georg Kobschätzky, der Kreisbereitschaftsleiter des Roten Kreuzes Landsberg. Ab Freitag werden er und seine Kollegen damit beginnen, die alte Lechturnhalle in Landsberg zu möblieren. Denn dort sollen bis spätestens Ende Oktober bis zu 100 Asylbewerber untergebracht werden. Das bedeutet das vorläufige Aus für den Schul- und Vereinssport in der Halle. Auch die Volkshochschule muss sich neue Räume suchen.

„Es kann jeden Tag passieren“, sagt Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamtes, über die Ankunft der Flüchtlinge. Seit die Staatsregierung vor wenigen Tagen alle Landkreise und kreisfreien Städte angewiesen hat, bis Monatsende einen Notfallplan für den Winter zu entwickeln, wo Asylbewerber kurzfristig untergebracht werden können, werde intensiv an einer Lösung gearbeitet. Nun werde man in Abstimmung mit der Stadt, die alte Lechturnhalle nutzen. Die neuere Sporthalle, die im Westen an die Lechturnhalle anschließt, bleibe uneingeschränkt in Betrieb.

In der alten Halle findet bis Donnerstag noch Sportunterricht statt. Auch die Sportler des TSV Landsberg und der FT Jahn Landsberg sowie die Skigymnastik des Alpenvereins können die Halle bis dahin noch nutzen. Die Volkshochschule. die im Obergeschoss zwei Räume hat, muss umziehen. „Wir suchen nach einer Alternative“, sagt Andreas Létang, der Pressesprecher der Stadt. Die Vereine seien gestern über die neue Situation informiert worden. Ob sie in andere Sporthallen wechseln können, sei fraglich. Denn die anderen Hallen in Landsberg würden intensiv genutzt.

Ursula Triller, Leiterin des benachbarten Ignaz-Kögler-Gymnasiums, bestätigt unserer Zeitung, dass sie seit Freitag über die neue Entwicklung informiert ist, eine Einquartierung der Asylbewerber im Raum stehe – allerdings noch ohne konkreten Zeitpunkt. Ursula Triller: „Ich persönlich sehe da kein großes Problem, sondern vielmehr die Chance, dass wir als Schule die Hand ausstrecken und helfen dürfen.“ Zunächst werden wohl organisatorische Maßnahmen notwendig werden, da ein Teil des Sportunterrichts bislang in der alten Lechturnhalle stattfand. Dabei hofft Triller auf die Solidarität ihrer Kollegen der übrigen Schulen in Landsberg, denn gerade die Oberstufe vertrage wegen des Abiturs keine Abstriche im Sportstundenplan. Triller will auf jeden Fall dafür sorgen, dass das Gymnasium seinen Teil zur Unterstützung der hilfsbedürftigen Menschen beiträgt. Das Thema selbst sei im Unterricht ohnehin präsent, ein P-Seminar erarbeite im Hinblick auf die Unterkunft an der Münchener Straße Vorschläge, welcher Beitrag die Schule bei der Betreuung und Unterstützung der Asylbewerber dort leisten kann.

Im Landratsamt hofft man, dass es noch einige Tage dauert, bis die Flüchtlinge in den Landkreis kommen. Noch gebe es keinen Termin, keine genaue Zahl und auch keine Angaben zu Nationalitäten und Familienstand, sagt Wolfgang Müller. Wie schnell es gehen kann, habe sich in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg gezeigt, wo innerhalb von zwei Stunden Unterkünfte bezogen werden mussten. Für diesen Fall gebe es im Landkreis Landsberg einen Notfallplan.

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