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Kreis Landsberg

09.11.2016

Flüchtlinge stechen mit Messer aufeinander ein

Zwei Flüchtlinge haben sich bei einem Streit laut Polizei gegenseitig verletzt. (Symbolbild)
Bild: Julian Leitenstorfer

In einer Flüchtlingsunterkunft wurden zwei Asylbewerber schwer verletzt: Sie sollen bei einem Streit mit einem Messer aufeinander eingestochen haben.

Die Auseinandersetzung muss sehr laut gewesen sein. Dabei sind die beiden Kontrahenten wohl auch mit einem Messer aufeinander los gegangen. Ein Zeuge, der den Streit gehört hatte, fand die beiden 23 und 38 Jahre alten Männer aus Syrien schwer verletzt in ihrem Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft in der Kolonie Hurlach.

Nach Angaben der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hat sich der Vorfall bereits am Montagmorgen ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen kam es zwischen den beiden Zimmerbewohnern zu einer massiven tätlichen Auseinandersetzung. Beide Kontrahenten erlitten dabei zum Teil lebensbedrohliche Stichverletzungen, für die laut Polizei ein Küchenmesser als Tatwerkzeug in Betracht kommt. Beide Verletzte wurden in Krankenhäuser in der Umgebung verbracht. Mittlerweile besteht nach Auskunft der Ärzte keine Lebensgefahr mehr.

Flüchtlinge machen unterschiedliche Angaben zum Vorfall

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen. Vor Ort wurden Spuren gesichert und analysiert. Mittlerweile wurden auch die beiden Asylbewerber befragt. Allerdings, so die Auskunft der Pressestelle des Polizeipräsidiums, waren deren Aussagen so widersprüchlich, dass der tatsächliche Ablauf der Tat derzeit noch unklar ist. Es sei noch völlig offen, warum die beiden Männer in Streit gerieten und wer danach als erster zugestochen hat. Ausgeschlossen werden könne allerdings, dass sich eine dritte Person in dem Raum aufgehalten hat. Die Ermittlungen zum genauen Tathergang dauern an. Aufschluss erhofft sich die Kriminalpolizei von den Spuren am Tatort.

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Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm zeigte sich gestern geschockt. Es habe in der Flüchtlingsunterkunft zwar immer wieder kleinere Probleme gegeben, dass nun aber zwei Asylsuchende mit dem Messer aufeinander losgehen, mache nachdenklich. In der Unterkunft in der Kolonie direkt an der ehemaligen Bundesstraßen sind laut Böhm derzeit rund 45 Asylbewerber untergebracht. In anderen Wohnungen in Hurlach weitere 15 Personen.

Die Messerattacke in Hurlach ist nicht die erste im Landkreis. Mitte August kam es einer fast tödlich endenden Auseinandersetzung in der Asylbewerberunterkunft im Hochbauamt in Landsberg gekommen. Damals stritten sich zwei Bewohner des Heims. Ein 34-jähriger Iraker griff dabei zu einem Küchenmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge und stach damit mehrfach auf einen 28-jährigen Landsmann ein. Dieser erlitt so schwere Verletzungen, dass die behandelnden Ärzte die Situation als lebensbedrohlich einschätzten. Einige Tage später war der 28-Jährige jedoch nicht mehr in Lebensgefahr.

Anfang April diesen Jahres war es im alten Pfarrheim in Denklingen zu Streitigkeiten zwischen zwei alkoholisierten Syrern und sechs Iranern gekommen, wobei ein Syrer schwer, ein weiterer leicht verletzt wurde. Seinerzeit war offenbar ein verschenktes und dann wieder eingefordertes T-Shirt der Grund für die Auseinandersetzung, die schließlich eskalierte.

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