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11.03.2009

Fotovoltaik: Noch keine Entscheidung

Landsberg Es ist ein sensibles Thema. Und so hat der Landsberger Stadtrat auch noch keine Entscheidung getroffen, ob alle Vorgaben einer Studie übernommen werden sollen, in der untersucht wurde, auf welchen Flächen im Stadtgebiet Fotovoltaikanlagen errichtet werden könnten. Einige Stadträte stören sich vor allem an zwei Kriterien, nach denen Flächen ausgeschlossen wurden. So soll eine Anlage nicht auf Flächen errichtet werden, die einem Biotopverbund angehören oder landwirtschaftlich genutzt werden und wertvolle Böden aufweisen.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatten Bauausschuss und Stadtrat über das Thema Fotovoltaik zu beraten, weil auf zwei benachbarten Grundstücken westlich der B 17 in der Gemarkung Ellighofen eine Freilandanlage errichtet werden soll. Im Bauausschuss war der Antrag der beiden Grundstückseigentümer gescheitert, der Stadtrat stimmte zwei Monate später mit knapper Mehrheit zu.

Aspekte der Stadtentwicklung wurden berücksichtigt

Ende Juli hatte Stadtrat Ludwig Hartmann (Grüne) einen Überprüfungsantrag gestellt. Daraufhin entschied der Stadtrat, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, die land- und forstwirtschaftliche Flächen mit geringer Bedeutung beziehungsweise Bonität für eine Eignung überprüfen soll. Bei der Standortwahl seien daneben auch Aspekte der Stadtentwicklung zu berücksichtigen. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates präsentierte nun Bernd Munz vom Memminger Planungsbüro Lars Consult die Studie.

Fotovoltaik: Noch keine Entscheidung

Als nicht geeignet für den Bau einer Fotovoltaikanlage wurden unter anderem Wald- und Siedlungsflächen, Ortseingänge, Grünland und sonstige nicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz förderfähige Flächen, Schutzgebiete, wichtige Flächen im Biotopverbund sowie Ackerflächen mit hoher Ertragsfähigkeit angesehen. Bevorzugte Flächen sind laut Munz Ackerflächen mit geringer und mittlerer Ertragsfähigkeit sowie ehemalige militärische Anlagen, die nicht in einem Naturschutzgebiet liegen.

Für den Bau von Anlagen bleiben laut Studie 42 Hektar übrig

Werden all diese Kriterien berücksichtigt, dann bleiben im Stadtgebiet laut Studie rund 42 Hektar für den Bau von Fotovoltaikanlagen übrig - eine größere östlich von Pitzling, eine weitere zwischen der B 17 und Ellighofen. Die acht aktuellen Anfragen von Grundstücksbesitzern wurden allesamt als "nicht geeignet" eingestuft. Auch die beiden Grundstücke südwestlich der ehemaligen Lechrainkaserne an der B 17. Die Studie schafft noch kein Planungsrecht. Bei konkreten Maßnahmen, so Referatsleiter Alfred Ganzenmüller, müssen die Bauleitplanverfahren eingeleitet werden.

"Unser Spielraum wird deutlich eingeschränkt", sagte Stadtrat Dieter Völkel (SPD) über die Ergebnisse der Studie. Nach Meinung von OB Ingo Lehmann gibt es harte und weiche Kriterien. Das Biotopkonzept könne zum Beispiel teilweise oder ganz aufgegeben werden. Allerdings gelte es dann zu prüfen, ob eventuell eine Zersiedelung der Landschaft vorliegt. Bernd Munz gab dabei zu bedenken, dass manche Fotovoltaikanlagen bis zu acht Meter hoch gebaut werden.

Konkret diskutiert wurde über die beiden Grundstücke unmittelbar neben der Bundesstraße südwestlich der ehemaligen Lechrainkaserne. Laut Studie sind sie nicht als Standort geeignet, weil sie dem Biotopverbund zugerechnet werden, als Magerrasen. Tatsächlich werde dort aber Mais angebaut, wie Reinhard Skobrinsky (BAL) sagte. "Der gehört da eigentlich nicht drauf, der Standort ist dafür nur bedingt geeignet", sagte Bernd Munz.

Ob nun einzelne Kriterien der Studie gelockert oder gänzlich geändert werden, darüber wird der Bauausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden. Eine nochmalige Behandlung im Stadtrat lehnte die Mehrheit der Räte ab. Die Anträge auf Errichtung einer Fotovoltaikanlage bleiben bis dahin auf Eis liegen. "Kommentar

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