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Rott

06.08.2020

Fritz Schneider und seine ersten 100 Tage als Bürgermeister in Rott

Fritz Schneider hat das Amt des Bürgermeisters in Rott von Quirin Krötz übernommen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Fritz Schneider ist seit 1. Mai Bürgermeister von Rott. Wie er die ersten Tage erlebt und welche Auswirkungen das Coronavirus mit sich gebracht hat.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen März sind in mehreren Gemeinden auf dem Lechrain neue Bürgermeister gewählt worden. Am 1. Mai sind sie ins Rathaus eingezogen. Im LT ziehen sie eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt. Heute: Rott.

Fritz Schneider hatte sich für seinen ersten Tag schon einen Termin in seinen Kalender eingetragen: Er wollte dem Trachtenverein zum neuen Maibaum gratulieren, doch daraus wurde wegen Corona nichts. Die Pandemie brachte aber andere Herausforderungen mit sich und bei zwei Themen sei Eile geboten gewesen, sagt er.

Erst einmal ging es um das Geld für Straßenbauten

Dabei geht es zum einen um die Erschließung von Straßen in Rott, für die Anlieger zahlen sollen. „Dass die Betroffenen nicht begeistert sind, ist nachvollziehbar. Ich habe mich dem bei Anliegerversammlungen gestellt.“ Konkret geht es um die Römerstraße, Wiedenwiesstraße und die Lugenseestraße. Wobei nun nur noch für letztere Beiträge gezahlt werden müssen, wie der Gemeinderat entschieden hat. Diese sei in besonders schlechtem Zustand, so die Begründung. Hintergrund der Maßnahme ist die gesetzliche Vorgabe, dass Gemeinden ab dem 1. April 2021 Erschließungsbeiträge von Straßen nicht mehr mit den Anliegern abrechnen können, wenn deren Herstellungsbeginn länger als 25 Jahre zurückliegt.

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Das andere Thema, bei dem schnell eine Entscheidung her musste, war die Wasserversorgung. „ Reichling erschließt in Ludenhausen eine Ortsstraße und dort müssen die Bauteile verlegt werden, die für den Notverbund nötig sind, damit wir von dort aus mitversorgt werden können. Das hat dank der Absprachen mit Reichlings neuem Bürgermeister Johannes Leis gut geklappt“, sagt der 58-jährige Schneider. Er hat das Bürgermeisteramt von Quirin Krötz übernommen, der nach 18 Jahren bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten war.

Bitte eintreten, wenn das Auto vor der Tür steht

Beschäftigt hat Schneider, der zuvor als Landwirt gearbeitet hat, auch die Corona-Krise. Das betraf zum einen Organisatorisches in der Schule und dem Kindergarten, auch wenn die Leitungen dort die Hauptlast getragen haben laut Schneider und zum anderen die kommunalen Finanzen. „Wir haben bei der Planung schon vorsichtiger kalkuliert und hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen. Wir können ja wichtige Projekte wie den Bau des Ärztehauses deswegen nicht mittendrin stoppen. Ein Problem könnte die Kreisumlage werden.“ Basis für die Berechnung sind immer die Steuereinnahmen zwei Jahre zuvor.

Dass ihn nun alle Bürger mit Anliegen und Wünschen belagern, hat Schneider – der die Milchviehhaltung wegen des Berufs als hauptamtliche Bürgermeister aufgegeben hat und nur noch Rinderaufzucht betreibt – nicht festgestellt. „Wenn mein Auto vor dem Rathaus steht, können die Bürger auch gerne mit ihren Anliegen hereinkommen.“ Gibt es Hinweise aus der Bevölkerung, nehme er diese auf. „Deswegen stand beispielsweise der Kindergarten, der ab September komplett ausgelastet ist, jetzt auf der Tagesordnung des Gemeinderats.“ Aufwendigere Themen, für die er mehr Zeit braucht, beispielsweise um sich einzulesen, verlegt er vorzugsweise in die Mittagszeit, wenn weniger Publikumsverkehr herrscht und das Telefon seltener klingelt.

Welche Bedeutung der Schlepper für ihn weiter hat

Dass er durch das Amt des Bürgermeisters mehr gefordert ist als früher, sieht der 58-Jährige nicht so. Landwirte seien die ganze Woche gefordert und er sei zuvor schon Zweiter Bürgermeister gewesen und habe in der Funktion Termine wahrgenommen, verweist er. Zudem werde er von den Fachleuten der Verwaltungsgemeinschaft unterstützt. Auch durch die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger in den vergangenen sechs Jahren fühlt er sich gut auf die Aufgabe vorbereitet. Dieser habe ihn bei vielen Themen eng eingebunden. „Man kann natürlich nicht jedes Detail kennen.“ Die größte Umstellung sei allerdings, dass er nun sehr viel mehr am Schreibtisch sitze. „Zum Ausgleich fahre ich dann mit dem Schlepper. Das ist gut, um den Kopf freizubekommen oder in Ruhe nachdenken zu können“, so der Vater zweier erwachsener Kinder.

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