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Dießen

29.05.2019

Führungswechsel im SOS-Kinderdorf in Dießen

Führungswechsel im SOS-Kinderdorf in Dießen: Susanne Dillitzer geht nach drei Jahren. Ihr Nachfolger ist Andreas Brommont.
Bild: Uschi Nagl

Andreas Brommont löst zum 1. Juni Susanne Dillitzer als Leiter des SOS-Kinderdorf in Dießen ab. Der Neue hat zum Start an seinem neuen Arbeitsplatz gleich einen großen Wunsch.

„Ich glaube, er ist wie gemacht für diesen Job“, sagt Susanne Dillitzer über ihren Nachfolger Andreas Brommont. Die derzeitige Leiterin des SOS-Kinderdorfs Ammersee verabschiedet sich zum 1. Juni aus Dießen. Sie übernimmt für SOS-Kinderdorf eine Regionalleitung und ist damit für acht Einrichtung im Südwesten der Bundesrepublik – unter anderem in Stuttgart, Frankfurt und im Schwarzwald – zuständig. Andreas Brommont kommt von der Caritas aus Bad Tölz nach Dießen. Dort war er zuletzt in leitender Position tätig.

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Betrachtet man das Organigramm des SOS-Kinderdorfs, auf dem sämtliche Aufgabenbereiche der Einrichtungsleitung festgehalten sind, hat der Chef neben der Verwaltungsleitung vor allem auch die Aufgabe, Kontakt zu den zehn Kinderdorffamilien zu halten. Er soll die Kindertagesstätten im Dorf begleiten, das Familien- und Beratungszentrum in Landsberg leiten, das Kinderdorf nach außen repräsentieren und vieles, vieles mehr. Doch das schreckt „den Neuen“ Andreas Brommont nicht. „Ich bin ein leidenschaftlicher Netzwerker“, sagt er. Schon als Student habe sein Herz für die Jugendhilfe geschlagen, mehr noch nach einer Exkursion ins SOS-Kinderdorf Hohenroth.

Der Neue will jeden Tag pendeln

Berufserfahrung sammelte der heute 50-jährige Sozialpädagoge unter anderem zehn Jahre lang in der stationären Jugendhilfe beim Kinderschutz in Dachau und anschließend 13 Jahre als Fachdienstleiter und stellvertretender Geschäftsführer der ökumenischen Erziehungsberatungsstelle in Bad Tölz. Berufsbegleitend bildete sich Brommont zum Sozialmanager weiter.

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Als er das Anforderungsprofil der Stellenausschreibung für die Leitung des SOS-Kinderdorfs Dießen gelesen habe, habe er gewusst: „Das bin ich.“ Seit Anfang Mai wird er nun bereits von seiner Vorgängerin eingearbeitet und sobald es seine Zeit zulässt, möchte er die Mitarbeiter aller Bereiche persönlich kennenlernen und sich in den Kinderdorffamilien vorstellen. Wohnen wird der neue Leiter weiterhin bei seiner Familie in Wolfratshausen. „Die 40 Minuten Autofahrt kann ich nutzen, um mich gedanklich auf meinen Arbeitstag vorzubereiten, oder um auf der Heimfahrt wichtige Gedanken zu Ende zu denken.“

Die Familienhäuser sollen modernisiert werden

Ein wichtiges Thema werde in nächster Zeit die Modernisierung und Erweiterung der Familienhäuser sein. „Ziel ist es, dass jedes Kind ein Einzelzimmer bekommt. Und auch die Kinderdorfeltern sollen einen privaten Rückzugsraum bekommen, wo sie am Wochenende mal für sich sein können.“ Ein großes Thema sei auch die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes, das im Mai verabschiedet wurde. Dadurch werde für jede Familie mehr Personal benötigt, damit die Kinder immer gut versorgt sind. Anderseits gebe es durch die gelungene Integration der jungen Flüchtlinge im Bereich der Wohngruppen aktuell einen Personalüberhang. „Wir möchten die Mitarbeiter nach Möglichkeit weiterhin sinnvoll beschäftigten. Das ist eine große Herausforderung“, so Brummont.

Aber er wird es schaffen, meint Susanne Dillitzer. Sie wünscht ihrem Nachfolger, dass er sich seinen Optimismus und seine Ruhe bewahren kann, dass er Feste und schöne Momente im SOS-Kinderdorf genießen kann, und dass er die Gelassenheit aufbringt, auf die „großartige Kompetenz“ seiner Mitarbeiter zu vertrauen.

Ein Höhepunkt war die 60-Jahrfeier

Sie selbst habe in den vergangenen drei Jahren als Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Dießen so viel gelernt, wie nie zuvor in ihrem Leben, erzählt Susanne Dillitzer. Eine große Aufgabe sei zu Beginn ihrer Tätigkeit die Betreuung der mehr als 120 unbegleiteten jungen Flüchtlinge gewesen, die im Landkreis Landsberg gestrandet sind und in neun Wohngruppen untergebracht wurden. 50 neue Mitarbeiter wurden vom SOS-Kinderdorf zusätzlich für diese Aufgabe eingestellt. „Wir haben diesbezüglich gerne investiert und es hat sich gelohnt“, betont die 47-Jährige. Mittlerweile stehen die meisten der jungen Leute auf eigenen Beinen: 80 junge Flüchtlinge haben bereits einen Ausbildungsplatz gefunden, weitere sind in Arbeit.

25 Kinder und Jugendliche, die als Flüchtlinge in den Landkreis Landsberg kamen, werden derzeit noch vom SOS-Kinderdorf Dießen stationär oder teilstationär betreut. Einige davon sind bereits selbstständig, andere gehen noch zur Schule. „Wir sind sehr stolz. Wir haben die Integration gut geschafft“, sagt Dillitzer.

Unvergesslich, so die promovierte Pädagogin, werde für sie die Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen des SOS-Kinderdorfes bleiben, die sie mithilfe ihrer Mitarbeiter organisiert und betreut hat: „Es war ein wunderschöner Tag, wir hatten viele Ehemalige zu Gast und alle – auch die Kinder – haben fleißig mit angepackt.“ Ein großes Erlebnis sei es auch gewesen, bei der alljährlichen Kinder- und Jugendvollversammlung mit dabei zu sein. „Da staunt man schon, wie großartig Kinder sind.“

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