Newsticker

ÖBB stellt fast alle Nachtzüge von Österreich und der Schweiz nach Deutschland ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Für Jugendliche holte er das Sakko raus

Abschied

24.03.2015

Für Jugendliche holte er das Sakko raus

Abschied und Neubeginn im Jobcenter: (von links) Anette Farrenkopf, Norbert Mack, Dr. Aline Kühne und Landrat Thomas Eichinger. 

Norbert Mack verlässt das Jobcenter. Seine Nachfolgerin wurde gestern vorgestellt

Eigentlich sei es ja eine undankbare Aufgabe. Das sagte Dr. Aline Kühne nach den Lobesworten ihren Vorgänger Norbert Mack über ihre neue Stelle als Geschäftsführerin des Jobcenters Landsberg. Die 32-Jährige aus Franken steht seit vergangener Woche an der Spitze der Einrichtung, die Norbert Mack in Richtung Allgäu verlassen hat. Dass er vieles in die richtige Richtung gelenkt habe und gute Zahlen vorweisen könne, sagten Landrat Thomas Eichinger und Anette Farrenkopf, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Weilheim. Seine Nachfolgerin wollte daher nicht nur zurückblicken: „Es gibt eine Menge anzupacken“, sagte sie.

Vor gut zwei Jahren übernahm Norbert Mack die Leitung des Jobcenters. Als sein Vorgänger Johann Nebauer verabschiedet und er vorgestellt wurde, nannte Mack eines seiner Ziele in den nächsten Jahren in Landsberg: Jugendliche in Arbeit und Ausbildung bringen. Damit dies gelingt, lud er die Mädchen und Buben jeden Freitag in sein Büro. „Ich habe extra mein Sakko angezogen“, sagte Mack gestern bei seiner offiziellen Verabschiedung im Foyer des Landratsamtes. Das habe mitunter Wirkung gezeigt.

Was Norbert Mack nach zwei Jahren in Landsberg freut, ist der bayernweite Spitzenplatz bei der langfristigen Integration von Arbeitslosen im Berufsleben. Es sei gelungen, viele Menschen dauerhaft zu beschäftigen. „Schnellschüsse bringen nichts.“ Zum Gelingen habe die einmalige Situation in Landsberg und dem Landkreis beigetragen. Hier arbeite jeder zusammen, wenn es um Arbeitslose gehe, der Landtagsabgeordnete ebenso wie der Bürgermeister und der Kreisrat, der Kreishandwerksmeister, ebenso wie der Unternehmer und der Chef einer Verwaltung.

Seine Nachfolgerin ist Aline Kühne. Die gebürtige Dresdenerin verbrachte Kindheit und Jugend in Nürnberg, studierte Wirtschafts- und Rechtswesen in Erlangen und arbeitete dort sechs Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Nach einem zweijährigen Trainee-Programm der Arbeitsagentur, das sie unter anderem nach Augsburg, Garmisch, Stuttgart, Mannheim und Fürth führte, ist sie nun Geschäftsführerin des Jobcenters in Landsberg. Einen ihrer Schwerpunkte sieht sie bei den Langzeitarbeitslosen. 186 Menschen seien im Februar davon betroffen gewesen. Die Zahl war schon höher, wie es Mack sagte. Jetzt koste viel Kraft und Einsatz dieses Niveau zu halten.

Landrat Thomas Eichinger sieht den Leiter des Jobcenters als „Diener zweier Herren“. Aus Sicht der beiden Träger (Arbeitsagentur und Landratsamt) habe Mack seine Aufgabe aber „exzellent“ erfüllt. Unter durchaus schwierigen Bedingungen. Denn irgendwann wäre es in Zeiten der gefühlten Vollbeschäftigung sehr schwer, die noch verbliebenen Arbeitssuchenden zu vermitteln. „Sie waren ein Geschäftsführer, der die Dinge in die Hand genommen hat“, sagte Anette Farrenkopf für die Agentur für Arbeit. Sein Einsatz für Jugendliche sei vorbildlich gewesen. Seit März ist Norbert Mack wieder näher an seinem Wohnort in Memmingen tätig. Für die Agentur für Arbeit Kempten/Memmingen übernimmt er im Allgäu Führungsaufgaben in den Bereichen Berufsberatung und Rehabilitation.

Aline Kühne hatte bereits Gelegenheit ihr neues Umfeld kennenzulernen. Gestern leitete sie die Trägerversammlung, bei der unter anderem räumliche Veränderung im Jobcenter diskutiert wurden. Im Sommer wird sie sich zusammen mit ihren Mitarbeitern den Langzeitarbeitlosen widmen. Dann startet ein Programm, dass diese Personengruppe in Arbeit bringen soll.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren