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Landkreis Landsberg

25.04.2020

Für die Fußballer sind noch viele Fragen offen

Ab September soll der Ball bei den Amateur-Fußballklubs im Landkreis Landsberg wieder rollen. Das Foto zeigt: Andreas Schillinger, den Platzwart der FT Jahn Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Ab dem Spätsommer rollt nach der Corona-Pause in den Amateurligen wieder der Ball. Dann wird die laufende Saison regulär zu Ende gespielt. Was Funktionäre aus dem Landkreis Landsberg von der Regelung halten.

In den vergangenen Tagen hat der Bayerische Fußballverband eine Umfrage bei den Vereinen gemacht: Wie soll es nach der Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie weitergehen? Die Entscheidung ist nun gefallen: Die Saison wird zu Ende gespielt, aber erst ab frühestens September. Wie diese Entscheidung ankommt, wollte das Landsberger Tagblatt von Spielern, Trainern und Funktionären wissen.

Via Internet durften die Vereine in Bayern abstimmen – mit einer Zweidrittelmehrheit (68,13 Prozent) sprachen sich die Vertreter für eine Fortsetzung der Saison ab dem 1. September – sofern es möglich ist – aus. Diese Regelung gilt für den Spielbetrieb von der Bayernliga abwärts. Im Kreis Zugspitze hatten sich 78,65 Prozent der Vereine für diese Variante ausgesprochen. Noch beraten wird, wie genau es in der Jugend weitergehen soll und offen ist, wie die Saison 2020/21 ablaufen soll.

Kreisspielleiter Heinz Eckl hält diese Entscheidung „für absolut richtig“. Ein Saisonabbruch wäre nicht gut, denn damit hätte man – abgesehen von der schwierigen Frage nach Auf- und Abstieg – „eine Saison zerstört und die zweite schon beschädigt, bevor sie losgehen kann“. Mit der aktuellen Lösung habe man einen größeren Spielraum, wobei für ihn das Wichtigste sei, dass nun die Entscheidung auf dem Rasen falle „und es wird sportlich zu Ende gebracht“.

Für die Fußballer sind noch viele Fragen offen

Vereinswechsel sind ein Problem

Auch Andreas Schillinger, Abteilungsleiter bei der FT Jahn Landsberg, ist mit der Entscheidung zufrieden. „Wir stehen mit der ersten Mannschaft in der Kreisliga auf dem fünften Platz, da geht nicht mehr viel nach oben und nach unten“, sagt Schillinger. Er hätte deshalb auch mit einem Abbruchn der Saison leben können. „Allerdings glaube ich, dass es dann viele Klagen gegeben hätte, deshalb haben wir für die Fortführung gestimmt.“ Problematisch sei die Situation dennoch. Denn wie nun Vereinswechsel vollzogen werden können und dürfen, das sei völlig offen. „Wir waren auch an ein paar Spielern dran, und Felix Mantel wollte eigentlich nach dieser Saison aufhören, ich hoffe, er spielt noch zu Ende.“ Auch könne es sein, dass viele Spieler im September Urlaub hätten, zudem müsse eine Lösung für die Jugend gefunden werden.

Was die Saison 2020/2021 betrifft, vermutet Schillinger, dass diese wohl eher ausfallen wird. Jetzt ist er gespannt auf die weiteren Entscheidungen des Verbands.

Mit Nein hatte Sebastian Gilg, Abteilungsleiter des Bayernligisten TSV Landsberg, gestimmt – er war für einen Abbruch der Saison. „Ich glaube, man hat die Situation der Spieler nicht genügend berücksichtigt“, sagt er gegenüber dem LT. „Wenn wir zwölf Spiele in zwei Monaten absolvieren sollen, haben wir fast nur englische Wochen.“ Das bedeute, dass die Spieler oft einen Tag freinehmen müssten. „Viele sind in Kurzarbeit und dann sollen sie zu ihrem Chef gehen und sagen, ’ich brauche jeden Mittwoch frei’?.“

Die Zahlungen wurden gekürzt

Er könne sich vorstellen, dass es bei einigen Vereinen eng wird. „Was, wenn die Spieler den Studienort wechseln oder die Arbeitsstelle? Alle haben so geplant, dass die Saison im Juni zu Ende ist.“ Dass die Saison nun sportlich zu Ende geführt wird, sieht er im Prinzip nicht als Problem. Zwar belegt der TSV den 13. Platz in der Bayernliga und den Landsbergern droht die Relegation, dennoch ist Gilg überzeugt, dass „wir mit diesem Kader den Klassenerhalt schaffen“. Das Organisatorische ist für ihn eher das Problem. Schließlich sei noch gar nicht sicher, ob man ab 1. September auch wieder spielen kann. Während der Pause erhalten die Spieler beim TSV Landsberg auch weniger Geld. „Ich muss mich da bei allen bedanken“, sagt Gilg, aber so lange kein Fußball möglich sei, könne man auch nicht die kompletten Zahlungen leisten.

Sehr zufrieden ist dagegen Marcel Graf, Trainer beim A-Klassisten SF Windach, mit der getroffenen Entscheidung. „Wenn man jetzt abgebrochen hätte, und man kann die neue Saison nicht mehr vor dem Winter starten, was soll man dann mit dem halben Jahr anfangen?“ Jetzt würde die Saison auch sportlich entschieden.

Graf belegt mit seinen Windachern in der Kreisklasse4 punktgleich mit Finning und Breitbrunn den zweiten Platz, und hat vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dettenschwang. Was mögliche Wechsel von Spielern betrifft, vermutet er, dass es sich ausgleichen wird. „Ein Spieler von mir studiert in Augsburg, ob er bleibt, ist noch nicht raus, dafür kommt im Sommer ein anderer aus dem Ausland zurück, der hätte mir sonst in der Rückrunde gefehlt.“

Pause hat auch etwas Gutes

Als eine „gute und faire Lösung“ sieht auch Rotts Abteilungsleiter Thomas Straub die Entscheidung. Mit Platz sechs in der A8 befindet sich der TSV Rott praktisch im Niemandsland der Tabelle. „Wichtig ist für uns im unteren Amateurbereich, dass es möglichst wenige englische Wochen gibt,“ sagt Straub, und mit der aktuellen Lösung sei man flexibel. Und an der langen Pause kann Straub auch etwas Gutes finden: „Alle Spieler können mal richtig ihre Wehwehchen auskurieren und der Rasen im Stadion ist auch fantastisch. Trotzdem können wir es kaum erwarten, dass es wieder losgeht.“

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