Newsticker

Trotz steigender Infektionszahlen: Kliniken halten wenige Intensivbetten frei
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Fürs Großkino macht Ausschuss Überstunden

15.07.2010

Fürs Großkino macht Ausschuss Überstunden

Landsberg Für die Entscheidung über den Bau eines Großkinos in Landsberg legt der Bauausschuss eine Sondersitzung ein. Sie soll am Mittwoch, 4. August, stattfinden, sagte OB Ingo Lehmann jetzt in der Sitzung dieses Gremiums.

Die Entscheidung der Stadt Landsberg fällt vor dem Hintergrund eines ähnlichen Projektes im benachbarten Kaufering. Dort war bereits Spatenstich für ein Kino mit sieben Sälen und 783 Sitzplätzen an der Viktor-Frankl-Straße. Lehmann zeigt sich davon wenig beeindruckt: "Wir haben zwei Investoren. Und die sind entschlossen, das Projekt in Landsberg durchzuziehen, unabhängig von Kaufering."

Ansonsten zeigte sich Lehmann bei Anfragen der Räte mit Auskünften sehr bedeckt und verwies auf die Sondersitzung, die nichtöffentlich sein wird. Aktuell ging es im Ausschuss um eine Kino-Analyse für die Stadt Landsberg durch die CIMA Beratung + Management GmbH.

Diese kommt unter dem Strich zu dem Ergebnis, dass der Raum Landsberg trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes für ein Großkino interessant sei. Geograph Stefan Gortan geht von einem Kerneinzugsgebiet mit 190 000 Einwohnern aus, bis zum Ammersee und Bad Wörishofen - alles, was innerhalb von 20 Autominuten liegt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dazu kommt ein statistischer Zuschlag von 26 000, weil die Gruppe der 10- bis 29-Jährigen, die laut Statistik siebenmal häufiger ins Kino gehen als der Durchschnitts-Bundesbürger, im Landsberger Raum besonders stark vertreten ist. Um auf eine Auslastungsquote von 14 bis 19 Prozent zu kommen, brauche man in Landsberg 782 bis 1060 Sitzplätze. 13 Prozent beträgt der Bundesdurchschnitt vergleichbarer Städte. Dank wieder steigender Besucherzahlen durch die 3-D-Technik rechne man mit einer höheren Auslastungsquote.

In der Standortfrage sind bisher fünf Varianten untersucht worden: Das BayWa-Gelände an der Spöttinger Straße, die Pflugfabrik und der Infanterieplatz im Zentrum sowie Flächen im Gewerbegebiet Lechwiesen und beim Fachmarktzentrum. Von den drei Standorten im Zentrum komme wohl nur der Infanterieplatz als traditioneller Kinostandort mit einem intakten Umfeld infrage, so Gortan. Die beiden Peripheriestandorte seien "grundsätzlich geeignet", erforderten aber einen anderen und viel größeren Betriebstyp, der neben dem Großkino auch den Bau von Parkplätzen und Gastronomie erfordere.

Außerdem wäre es dem Vernehmen nach bei diesem Kinotyp relativ schwer, eine Kooperation mit Rudolf Gilk, dem Betreiber des Olympia-Filmtheaters (zwei Säle, 371 Plätze) am Inselbad, herzustellen. Gilk bestätigte dem LT, dass er einer der beiden Interessenten ist, die in Landsberg bauen wollen.

Favorit, wenn denn gebaut wird, scheint der Standort "Penzinger Feld" zu sein. Ob es jedoch überhaupt eine Mehrheit für das Millionen-Projekt geben wird, erscheint fraglich. Denn die Räte erwarten einen knallharten Konkurrenzkampf zwischen Kaufering und Landsberg, bei dem eines der beiden Häuser vermutlich auf der Strecke bleiben werde.

Finanziell wird es schwierig

Studien-Verfasser Gortan geht davon aus, dass sich Landsberg als Großkino-Standort durchsetzen werde. Es dürfte allerdings schwieriger werden, die prophezeite finanzielle Tragfähigkeit zu erreichen, räumte er auf Anfragen mehrerer Räte ein. Nachgefragt wurde auch, warum die Investoren nun in Kaufering ein Großkino bauten, das sie zunächst in Landsberg erstellen wollten, dort aber nicht zum Zug kamen. Bei der damaligen Anfrage habe nur Interesse an einem Standort in Lechwiesen bestanden, berichtete der OB. Die Stadt habe damals aber den - mittlerweile zu den Akten gelegten - Standort an der Spöttinger Straße favorisiert.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren